Suramin

Suramin ist ein Medikamenten-Wirkstoff, den der Chemiker Oskar Dressel 1916 entdeckte und der seit den 1920er Jahren gegen die Schlafkrankheit und andere Trypanosomen-Krankheiten eingesetzt wird. In Deutschland ist das Heilmittel unter dem Handelsnamen „GERMANIN“ oder Bayer 205 bekannt. Die Summenformel des „Suramins“ lautet: C51H34N6Na6O23S6.

Anwendung als Antiparasitikum

Der Medikamenten-Wirkstoff „Suramin“ ist ein hochgiftiger Zellen-Killer, dessen Anwendung mit dem Risiko erheblicher Nebenwirkungen einhergeht. In akuten Fällen kann „Suramin“ bei entsprechender Dosierung parasitäre Fremdzellen abtöten und heilende Reaktionen des Immunsystems auslösen. Die Medizin verfügte damit Anfang der 1920er Jahre erstmals über ein wirksames Mittel gegen die Schlafkrankheit, die bis dahin in weiten Teilen Afrikas mit verheerenden Epidemien grassierte. Die „Suramin-Behandlung“ hat sich seither auch bei anderen Trypanosomen-Krankheiten bewährt. Außerdem wurde sie erfolgreich zur Bekämpfung der Onchozerkose angewendet, einer verbreiteten tropischen Wurmerkrankung, die die sogenannte Flussblindheit verursacht.

Erprobung neuer Anwendungen

Seit einiger Zeit wird „Suramin“ als Therapeutikum gegen den AIDS-Virus und verschiedene Krebs-Erkrankungen klinisch erprobt, z. B. bei Lymphomen oder Lungen-, Nieren- und Prostata-Karzinomen .

Eine neue Entdeckung ist, dass „Suramin“ in Leberzellen den programmierten Zelltod - Apoptose - deutlich hemmen kann, obwohl es in anderen Geweben den Zelltod sogar fördert. Akutes Leberversagen kann bei Hepatitis B-Infektionen und Medikamenten- oder Pilzvergiftungen auftreten, ein tödlich verlaufender Vorgang, gegen den es bis jetzt noch keine medikamentöse Therapie gibt.

Weblinks

Suramin

See also: Suramin, 1916, 1920er, AIDS, Apoptose, Epidemie, Flussblindheit, Hepatitis B, Karzinom, Krebs (Medizin)