Symbolische Krisen in Ostasien

Die symbolischen Krisen in Ostasien sind unblutige Konflikte in der neuesten Zeit zwischen ostasiatischen Ländern, vor allem zwischen Japan und seinen Nachbarn.

Bei den symbolischen Krisen geht es vor allem um Prestigegewinn oder auch Furcht vor Gesichtsverlust. Sie wird auch oft von antijapanischen Sentiment und Proteste der Bevölkerung begleitet.

Dass es sich in erster Linie um eine symbolische Krise handelt, erkennt man daran,

Inhaltsverzeichnis

Liste der "symbolischen" Krisen

Hintergrund

Konfliktherd Ostasien

Die drei bevölkerungsmäßig bei weitem größten Völker Ostasiens, Chinesen, Japaner und Koreaner, sind seit Jahrtausenden Nachbarn in Ostasien. Wie in allen Weltregionen hat die Nachbarschaft von kulturell und sprachlich unterschiedlichen Völkern auch hier zu unzähligen Konflikten geführt. Besonders Korea als kleinste der drei und zwischen den beiden anderen gelegen, war dabei oft Opfer der beiden größeren Nationen. Der Zweite Weltkrieg mit vorhergehender Besetzung Chinas und Kolonialisierung Koreas sind erst 60 Jahre her.

Keine Aufarbeitung der Wunden

Europa, vor allem Westeuropa, hat sich aus einer ähnlichen Konstellation durch eine bewusste Aufarbeitung der Konflikte in symbolischer (Entschuldigung, Versöhnung) und finanzieller Form (Entschädigungszahlungen) befreit. In Ostasien gab es dagegen keine Trauerarbeit. So ist Russland bis heute formell sogar noch im Kriegszustand mit Japan und gleichzeitig einer der wichtigsten Handelspartner.

So empfinden relativ viele Menschen aus allen drei Nationen auch heute noch oft eine tiefe und pauschale Abneigung gegen Angehörige der Nachbarvölker. Die Abneigung wird dabei oft durch individuelle Traumata geschürt oder verstärkt (der Verlust von Angehörigen im Weltkrieg). Vor allem Japan ist Anlass für antijapanischen Sentiment, da sie ihre Kriegsschuld nicht eingesteht und immer wieder die Gefühle ihrer Nachbarstaaten verletzt. Nicht nur Koreas oder Chinas, sondern die vieler südostasiatischen Staaten.

Ökonomische Verzahnung

Japan, China und Südkorea sind heute ökonomisch eng verzahnt und füreinander jeweils die wichtigsten Handelspartner. Dies neben der militärischen Einbindung Japans und Südkoreas an die USA macht es diesen Ländern in der Praxis sehr schwer, einen Konflikt militärisch oder auch ökonomisch (Boykott) auszutragen. So sind Konflikte um Symbole die einzige Möglichkeit, an der sich Reibereien und Animositäten tatsächlich entzünden können.

Ostasiatische Metaphorik

Die symbolischen Krisen in Ostasien müssen auch unter ihrem metaphorischen Gehalt verstanden werden. In vielen ostasiatischen Kulturen wird Symbolen als Stellvertreter für tatsächliche Gegebenheiten ein hoher Stellenwert eingeräumt. Daneben wird Gesichtsverlust als stark beschämend bewertet. Diese Verbindung erklärt, warum sich Konflikte in Ostasien oft an Symbolen entzünden und warum es schwierig ist, auf diese Symbole zu verzichten.

Weblinks

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