Zepter
thumb|70px|Zepter des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Das Zepter (auch veraltet Szepter, von griechisch skeptron: Stab; skeptein: stützen) ist ein Teil der Krönungsinsignien. Es ist ein ellenlanger Stab aus wertvollem Metall, meist reich verziert an Edelsteinen. Es ist das Symbol der weltlichen Macht des Herrschers und wird getragen von Kaisern und Königen, später auch von Fürsten.
Bei der Krönung des römisch-deutschen Kaisers wurde das Zepter vom Erzkämmerer vorangetragen. Analog dazu trug der Landeskämmerer das Zepter des Erzherzogtums Österreich bei einer Erbhuldigung voran.
Das Zepter des Kaisertums Österreich hat die Besonderheit, dass es teilweise aus Narwalzahn besteht (siehe: Österreichische Kaiserkrone).
In Polen ist die Buława – eine von einem Streitkolben bzw. Morgenstern abgeleitete Insigne, die wie ein Zepter gehalten wird – traditionell das Symbol der höchsten militärischen Dienstgrade. Heute ist sie das Symbol der Marschalle Polens.
Auch der Staatspräsident der Ukraine erhält bei seiner Amtseinführung neben einer Amtskette die Bulawa (Булава), die dort noch immer als wichtiges Machtsymbol gilt.
Von Streitkolben abgeleitete Amtsstäbe (ceremonial maces) sind auch im britischen Parlamentssystem und in angloamerikanischen Universitäten in Gebrauch.
Eine Besonderheit stellt Frankreich dar: Der französische König führte zwei Zepter mit sich: einen mannshohen und einen kurzen, der in eine Hand übergeht als Symbol für die Gerechtigkeit ("main de justice"). In einem Gemälde von Francois Gérard aus dem Jahre 1805 findet sich eine entsprechende Darstellung von Napoléon Bonaparte im Krönungsornat.
