T-Mobile

T-Mobile (früher T-Mobil, davor T-D1) ist die Mobilfunksparte und eine der vier Hauptgesellschaften der Deutschen Telekom AG (DTAG). Firmenhauptsitz ist Bonn.

T-Mobile ist vor allem mit seinem in Deutschland flächendeckend verfügbaren D1-Netz bekannt geworden. Gegenwärtig hat dieses Netz 27,6 Millionen Benutzer und ist damit der Marktführer im deutschen Markt. Der weitaus größte Teil der T-Mobile-Kunden beziehungsweise Kunden ihrer Tochtergesellschaften wohnt jedoch im Ausland (51,3 Millionen bei Beteiligungen über 51%). Gegenwärtig bieten sie ihre Dienste außer in Deutschland und USA auch in Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien und Polen an.

T-Mobile schaltete am 15. Januar 2004 als erster deutscher Mobilfunkanbieter sein UMTS-Netz für alle Kunden frei.

Inhaltsverzeichnis

Telematik

Ein neues Geschäftsfeld tut sich für T-Mobile durch die Einführung der Lkw-Maut in Deutschland auf. Die Deutsche Telekom AG ist Teilhaber der Betreibergesellschaft Toll Collect. T-Mobile ist vor allem für die GSM-Anbindung der sog. On-Board-Units (OBU) an die Zentrale verantwortlich. Neben dem Betreiberanteil der Maut erhofft man sich zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf gesammelter Telematikdaten an die Speditionen (Mehrwertdienste).

Die Voicestream-Übernahme

Voicestream war durch die übernahmen von Omnipoint, Powertel, Aerial und Cook von einem regionalen zu einem nationalen Mobilfunk-Anbieter vorgerückt. Die Verlockung der Deutschen Telekom durch eine Übernahme von Voicestream sich auf den US-Amerikanischen Markt zu etablieren, war sehr ansehnlich. Die Übernahme Voicestreams erfolgte schließlich im Jahr 2000. T-Mobile und die Muttergesellschaft Deutsche Telekom waren im Jahr 2002 häufig in den Schlagzeilen, da das hervorgegangene T-Mobile USA nicht wie geplant anlief. Was war passiert?

Zunächst muss festgehalten werden, dass Mobiltelefone in Amerika nach einem anderen Standard als in Europa funktionieren. Während sich in Europa GSM durchgesetzt hat, benutzten die Amerikaner AMPS (Advanced Mobile Phone Service ), ein bereits etwas älteres Protokoll, das ursprünglich vom amerikanischen Telekom-Monopolisten AT&T standardisiert wurde. Mit AMPS gab es verschiedene Probleme, die ein Handy-Telefonat in den USA bisweilen zum Krampf werden lassen. Größter Pferdefuß war, dass im ursprünglichen Protokoll keine Möglichkeit zum Roaming (Nutzung eines Netzes eines anderen Anbieters) vorgesehen war. Inzwischen hat man versucht, dies nachzurüsten, allerdings funktioniert es häufig nicht. Jedoch wurde AMPS mittlerweile großflächig von TDMA und CDMA (Code Division Multiple Access) abgelöst, und es gibt außer dem GSM-Netz von T-Mobile USA auch die GSM-Netze von AT&T Wireless und Cingular, welche mittlerweile zusammengehören.

T-Mobile hatte bereits viel Erfahrung mit GSM und man hoffte, dass die amerikanischen Kunden in größerer Zahl den Mobilfunk-Provider wechseln würden, wenn man ihnen eine Alternative zu AMPS anbietet. Zu diesem Zweck wurde das amerikanische Unternehmen Voicestream aufgekauft, die bereits mit dem Aufbau eines flächendeckenden GSM-Netzes in den USA begonnen hatten ("flächendeckend" hat in den USA eine andere Bedeutung als hierzulande, man hat dort zumeist nur Empfang in den Städten und entlang der Interstate Highways). Kritiker bemängelten im Nachhinein, dass der Kaufpreis von 24 Mrd. US-$ ohnehin hoffnungslos überteuert war. Von vornherein stand fest, dass T-Mobile USA in den nächsten Jahren defizitär arbeiten würde. Weitere Probleme ergaben sich, als man feststellte, dass die Amerikaner scheinbar mit den Schwächen ihres AMPS zu leben gelernt hatten, daher nur wenige Kunden zu T-Mobile USA wechselten und die erhofften Umsätze ausblieben. Zudem ist inzwischen ein technologisch zu GSM vergleichbares System auf Basis von entwickelt worden.

Die Telekom konnte sich bei einem Gesamtschuldenstand von 60 Mrd. € einen solchen verlustbringenden Geschäftsbereich eigentlich nicht leisten. Man überlegte daher, ob und wie man das Milliardengrab Voicestream wieder abstoßen könnte. Man hätte sogar einen Käufer gehabt (Vodafone), aber im praktisch letzten Moment kriegte T-Mobile USA die Kurve und erwirtschaftete einen kleinen Nettogewinn.

Mittlerweile ist die USA der wachstumsstärkste Markt der T-Mobile Gruppe. Die Übernahme wird als großer Erfolg angesehen.

T-Mobile als Sponsor

T-Mobile ist Sponsor verschiedener Ereignisse und Sportveranstaltungen, die teilweise auch den Firmennamen tragen, so zum Beispiel die "Bundesliga" im Österreichischen Fußball, die EM 2004 oder das T-Mobile Team im Radsport.

Internationale Beteiligungen

Beteiligungen der T-Mobile International AG & Co. KG

Unternehmen Umfang Kundenzahl (Mai 2005) Land
T-Mobile International Bei Beteiligungen über 51% 78,9 Millionen International
T-Mobile Deutschland 100% 27,6 Millionen Deutschland
T-Mobile USA 100% 18,3 Millionen Vereinigten Staaten
T-Mobile UK 100% 16,1 Millionen Großbritannien
T-Mobile Netherlands 100% 2,2 Millionen Niederlande
T-Mobile Austria 100% 2,0 Millionen Österreich
T-Mobile Czech Republic 60,8% (über CMobil B. V.) 4,4 Millionen Tschechien
T-Mobile Hungary 59,5% (über Matáv) 4,1 Millionen Ungarn
T-Mobile Slovakia 51,0% (über Slovak Telecom) 1,9 Millionen Slowakei
T-Mobile Croatia 51,0% (über T-Hrvatski Telekom) 1,6 Millionen Kroatien
Mobimak 59,5% (über Matáv) 0,8 Millionen Mazedonien
Era GSM 49,0% (über Polska Telefonia Cyfrowa (PTC)) 8,0 Millionen Polen

Weblinks

See also: T-Mobile, 15. Januar, 2000, 2002, AMPS, AT&T, Bonn, Bundesliga, CDMA, Deutsche Telekom AG