Taschkent
Taschkent (usbekisch Toshkent, früher kyrillisch Тошкент; russ. Ташкент, Taschkent; früher auch Schasch oder Binkent) ist die Hauptstadt Usbekistans mit 1.978.078 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005), nördlich der großen Seidenstraße an der Grenze zu Kasachstan am westlichen Rand des Tienschangebirges gelegen, Industriestadt (Energiewirtschaft, Maschinen- und Flugzeugbau, Baumwollverarbeitung, Lebensmittelindustrie), Verkehrsknoten mit U-Bahn und Flughafen, Kulturzentrum mit Universität, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theater, Museen, Observatorium und Zoo.
Ein modernes Wahrzeichen von Taschkent ist der Fernsehturm.
Geschichte
Im 3. Jahrhundert v. Chr. wird Taschkent in den schriftlichen Quellen erstmals erwähnt. Ihr ursprünglicher Name war Tschotsch, später Toschkant, was im chinesischen "Stein" oder "Steinerne Stadt" bedeutet. Die erste städtische Siedlung auf dem heutigen Stadtgebiet gab es bereits im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr.
751 nehmen arabische Streitkräfte Taschkent ein und treffen auf die westlichen Vorposten der Chinesen. Damit stößt die arabische Expansion einstweilen an ihre Grenzen. Gleichzeitig breitete sich in dem Gebiet der Islam aus. Im 9. und 10. Jahrhundert fiel Taschkent an den Staat der Samaniden. Im 11. Jahrhundert wurde Taschkent zum ersten mal als Stadt genannt.
1220 eroberte Dschingis Khan die Stadt und gliederte sie in sein Reich ein. Im 14. Jahrhundert kam Taschkent unter dem Krieger Timur Lenk und den Timuriden erneut zu Reichtum. Nach und nach eroberten einige mongolische Stämme Timurs Reich und erlangten 1510 die gesamte Kontrolle über das Gebiet.
Im 17. und 18. Jahrhundert brachte man auf dem Landweg, besonders von Taschkent aus, Handelsgüter mit Kamelkarawanen nach Norden. Besondes unter dem Zaren Peter I. (1682-1725) festigten sich auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und den mittelasiatischen Khanaten. Häufig wurden Gesandtschaften ausgetauscht.
1839 versuchte der russische Zar Nikolaus I. die Expansion der Briten in dem Gebiet zu verhindern. 1865 wurde Taschkent von russischen Streitkräften erobert und zum Zentrum des Generalgouvernements Turkestan gemacht. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde Taschkent am 18. April 1918 zur Hauptstadt der Autonomen Republik Turkestan in Russland ausgerufen.
1924 wurde die Hauptstadt nach Samarkand verlegt und am 27. Oktober 1924 innerhalb der Sowjetunion die Republik Usbekistan gegründet. 1930 ist Taschkent erneut zur Hauptstadt erklärt worden. Am 31. August 1991 wurde in Taschkent die Unabhängigkeit Usbekistans ausgerufen.
Bei einem Erdbeben am 26. April 1966 wurde die Stadt stark zerstört. Seit dem Wiederaufbau ist Taschkent wieder eine grüne und wasserreiche Stadt mit vielen Parks und Springbrunnen. Im Zentrum der Stadt sind Bauwerke altusbekischer Architektur erhalten geblieben, so beispielsweise die Kukeldasch- und die Barak-Chan-Medresse aus dem 16. Jahrhundert.
In Taschkent wird eines der ältesten Exemplare des Korans aufbewahrt.
Koordinate: 41° 20' N 69° 18' O
