Taubblindheit
Von Taubblindheit spricht man, wenn sowohl das Hör- als auch das Sehvermögen soweit eingeschränkt sind, dass der Ausfall des einen Sinnes nicht mehr durch den anderen ausgeglichen werden kann.
Zur zwischenmenschlichen Kommunikation bedienen sich Taubblinde u.a. des Lormens. Dies gilt für die Länder, in denen Lehrer verhinderten, das Betroffene selbst ihre Kommunikationsform frei wählten, z.B. Deutschland. In fast allen Ländern der Welt wird von Taubblinden demgegenüber die "geführte Gebärde" eingesetzt, eine darauf angepasste Gebärdensprache, dass sie vom "Hörenden" an den Händen des "Sprechenden" abgefühlt wird. Bei geringer Sehfähigkeit können zum Lesen bestimmte Hilfsmittel (große Bildschirme, Leselupen) zum Einsatz kommen. Bei geringer Hörfähigkeit kann mit Hörhilfen gearbeitet werden. Eine geringe Zahl von taubblinden Kindern wird auch mit einem Cochleaimplantat versorgt, d.h. mit einer Hörprothese. Es gibt bis heute aber keine sicheren Erkenntnisse über den Nutzen dieser (operativen) Methode.
Die historisch bekannteste taubblinde Person war mit ihrer gelungenen Schicksalsbewältigung Helen Keller. Sie war allerdings nicht von Geburt an taubblind, hatte somit ein Weltverständnis, das dem taubblind geborener Menschen nicht ähnlich ist.
Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen:
- blind geboren und ertaubt vor Spracherwerb,
- blind geboren und ertaubt nach Spracherwerb,
- gehörlos geboren und erblindet im Kindesalter,
- gehörlos geboren und erblindet in hohem Alter,
- taubblind geboren.
Es ist leicht vorstellbar, dass in den ersten beiden Situation blindenspezifische Hilfsmittel eine größere Rolle spielen, in den beiden dann genannten Situation eine Zugehörigkeit zur Gehörlosen(kultur)gemeinschaft möglich ist, in letztgenannter Situation ein davon völlig unterschiedliches (erheblich hilfsbedürftiges) Leben geführt wird.
Weblinks
- http://www.taubblinde.de/ - Fördergemeinschaft für Taubblinde
- http://www.taubblindenwerk.de/ - Taubblindenwerk Hannover
Kategorie:Gehörlosigkeit
