Tchibo

thumb|Tchibo-Shop in einem Geschäft

Die Marke Tchibo gehört der Tchibo Holding AG, deren Tochtergesellschaften Kaffee rösten und verschiedene Kaffeesorten sowie Gebrauchsartikel in Filialen verkaufen.Tchibo betreibt außerdem Versandhandel. Das Hamburger Unternehmen beschäftigte einschließlich der Tochterunternehmen im Jahre 2003 10.686 Mitarbeiter (davon 3.092 im Ausland) und machte in besagtem Jahr 3.301,20 Millionen Euro Umsatz. Die Marke Tchibo hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 99 %.

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

Max Herz und Carl Tchilling-Hiryan gründeten 1949 die Tchibo GmbH. Der Markenname Tchibo entstand aus dem Namen Tchilling und Bohnen. Die beiden Gründer hatten die Idee, Kaffee per Post zu verschicken. Max Herz leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1965. 1955 eröffnete in Hamburg die erste Tchibo-Filiale, die es den Kunden ermöglichte, den Kaffee vor dem Kauf zu probieren. Das Filialnetz wuchs in der Folgezeit schnell und dehnte sich auf die gesamte BRD aus. Ab 1963 richtete Tchibo in Bäckereien und Konditoreien sogenannte "Frisch-Depots" ein. Hierbei handelte sich im wesentlichen um Regale, die, optisch hervorgehoben, in den Läden aufgestellt wurden und mit den Kaffesorten der Firma Tchibo gefüllt waren. Nach dem Tod seines Vaters führte Günter Herz die Firma ab 1965 weiter. Seit den 50er Jahren wurde Kaffee bei Tchibo in Behältnissen verkauft. Da Kaffee in dieser Zeit als Luxusgut galt, beschloss Tchibo die Verpackung entsprechend hochwertig zu gestalten und verkaufte den Kaffee zunächst in Tüchern und später in (orangenen) Dosen. Diese Kopplung von Kaffee mit einem Beiprodukt (z.B. der Dose) wurde Tchibo auf Betreiben des deutschen Einzelhandels schließlich 1972 gerichtlich untersagt. Anstatt jedoch diese Beiprodukte fortan aus den Filialen zu verbannen, verkaufte Tchibo 1973 nun in den Filialen ein wöchentlich wechselndes Sortiment an Gebrauchsartikeln. Tchibo erwarb 1977 eine Minderheitsbeteiligung an der Beiersdorf AG und 1980 die Mehrheitsbeteiligung an der Reemtsma Cigarettenfabrik GmbH. Durch diese Beteiligungsgeschäfte erreichte die Tchibo AG eine höhere Diversifikation. 1988 wandelte sich die Tchibo Frisch-Röst-Kaffee AG in die Tchibo Holding AG um und gliederte das Kaffee-Geschäft in die neugegründete hundertprozentige Tocher Tchibo Frisch-Röst-Kaffee GmbH aus. Ab 1991 wurde das Auslandsgeschäft der Tchibo Holding AG von der ebenfalls neugegründeten Tochter Tchibo International abgewickelt. In den Folgejahren expandierte Tchibo im Ausland, insbesondere in Osteuropa. 1994 wurde die Tchibo Café Service als selbständiges Tochterunternehmen für die Belieferung von Gastronomie- und Bürokunden ausgegliedert; ein eigenes Versand- (Tchibo Direct) und ein Reiseunternehmen (Tchibo Reisen) folgten zwei Jahre später. Tchibo übernahm 1997 mit der Eduscho Firmengruppe einen Mitbewerber und begann im selben Jahr mit einem eigenen Online Shop. 2001 erhöhte die Tchibo Holding AG ihre Beteiligung an der Beiersdorf AG. Im darauffolgenden Jahr verkaufte Tchibo seine Beteiligung an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH an die Imperial Tobacco Group PLC. 2003 kaufte Tchibo von der Allianz-Versicherung deren Anteil an Beiersdorf von 44 %. Der Kaffee-Konzern schlug damit den Beiersdorf-Konkurrenten Procter & Gamble aus dem Rennen, der ebenfalls auf die Allianz-Anteile geboten hatte.

Beteiligungen der Tchibo Holding AG

Die Tchibo Holding hält Beteiligungen an folgenden Unternehmen:

Bereich Kaffee

Sonstige Beteiligungen

Kritik am Datenschutz

Im Jahr 2004 erhielt die Tchibo Direct GmbH die Negativ-Auszeichnung Big Brother Award in der Kategorie "Verbraucherschutz". Sie beteuert in ihren Prospekten und im Internet "Alle persönlichen Daten werden vertraulich behandelt." Tatsächlich aber werden angereicherte Adressen der Tchibo-direct-Kundinnen und -Kunden über die Arvarto / AZ direct auf dem Adressenmarkt angeboten. Informationen können von der Website des Big Brother Awards abgerufen werden.

Weblinks

See also: Tchibo, 1949, 1955, 1963, 1965, 1972, 1973, 1977, 1988, 1991