Tecklenburg
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px|Wappen fehlt Wappenabbildung auf ngw.nl | 140px|Deutschlandkarte, Position von Tecklenburg hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Münster |
| Kreis: | Steinfurt |
| Fläche: | 70,37 km² |
| Einwohner: | 9.537 (30.06.2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner/km² |
| Höhe: | 122 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 49545 |
| Vorwahl: | 05482 |
| Geografische Lage: | 52° 13' nördl. Breite 6° 50' östl. Länge |
| Kfz-Kennzeichen: | ST / TE
|
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 66 088 |
| Stadtgliederung: | 17 Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Zum Kahlen Berg 2 49545 Tecklenburg |
| Website: | www.tecklenburg.de |
| E-Mail-Adresse: | info@tecklenburg.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Wilfried Brönstrup |
Tecklenburg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit ca. 9600 Einwohnern. Sie liegt südwestlich von Osnabrück am Teutoburger Wald. Sehenswert ist der frühneuzeitliche Stadtkern.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Ursprünge des Hauses Tecklenburg sind ungeklärt. Erster namentlich bekannter Graf war Egbert aus dem Haus der Grafen von Saarbrücken aus dem Mainzer Erzbistum. Die Grafen von Tecklenburg besaßen im 13. und 14. Jahrhundert zeitweise die Kirchenvogteirechte über Münster und Osnabrück, und waren durch Auseinandersetzungen mit den benachbarten Bistümern und Herrscherhäusern sowie Erbfolgen und Ehen in wechselnden Verhältnissen insbesondere mit den Grafen von Bentheim und den Herren von Steinfurt verbunden.
Die Grafen besaßen unter anderem Herschaftsrechte, Ländereien und Schlösser im südwestlichen Niedersachsen sowie insbesondere in den Herrschaften Lingen, Rheda und Limburg und am Niederrhein. Die Stadt Tecklenburg wurde 1226 als "Suburbium" urkundlich erwähnt und 1388 erstmals "stad" genannt. Sie erhielt zu Beginn des 17. Jh. vom Grafen Adolf von Bentheim-Tecklenburg ein eigenes Stadtrecht. 1707 kam Tecklenburg unter preußische Herrschaft, nachdem das Königreich Preußen Grafschaft und Stadt käuflich erworben hatte.
Wichtigster Wirtschaftsfaktor war im 17. und 18. Jahrhundert die Produktion des sog. Tecklenburger "Löwendlinnen".
Nach erfolglosen Versuchen die Burg in Stand zu setzen, begann man auf Anordnung der preußischen Regierung ab 1744 Teile die Burg zu schleifen. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege wurde 1815 der Landkreis Tecklenburg gebildet. Die Stadt war bis 1974 Sitz der Kreisverwaltung. Bei der Gebietsreform 1975 wurden die Orte der Amtsgemeinde Tecklenburg (Brochterbeck, Ledde, Leeden, Tecklenburg)zur Stadt Tecklenburg zusammengeschlossen und aus dem Kreis Tecklenburg und Kreis Burgsteinfurt der neue Kreis Steinfurt gebildet.
Besonderheiten
Die Burg Tecklenburg war in den Jahrhunderten des Mittelalters regional von großer Bedeutung. Insbesondere auf Grund ihrer günstigen Lage, in der sie im Mittelalter eine wichtige Passstraße über den Osning kontrollierte und Zölle und Abgaben verlangen konnte. Sowohl die Burg wie die Stadt waren ein Stützpunkt auf der Handelsstrecke Lübeck - Bremen - Münster - Köln. Gleichzeitig führte eine Teilstrecke des Jakobsweges über diesen Pass, die die Pilger des nördlichen Europa auf dem Weg zum Grab des Apostels nach Santiago de Compostela benutzten. Auch den Rompilgern wurde der Weg über Tecklenburg empfohlen.
Das dem reformierten Glauben angehörende Grafenhaus unterstützte den aus Brabant stammenden Arzt Dr. Johann Weyer (oder Wier), der sich in Deutschland als erster öffentlich gegen die Hexenverfolgungen ausgesprochen hatte. Insbesondere die von 1562-1580 herrschenden Gräfin Anna, von der bekannt ist, dass sie selbst Heilkräuterkundige war, förderte seine Tätigkeit. Die Exzesse der Hexenverbrennung wurden so im Tecklenburger Territorium verhindert. 1588 starb Dr. Weyer auf der Tecklenburg. Er wurde in der Stadtkirche bestattet, zu seinem Gedenken wurde 1884 der Wierturm errichtet.
Heute sind Hexen ein touristisches Markenzeichen der Stadt. Der Rundwanderweg "Hexenpfad" führt von der Burgruine aus über die sog. Hexenküche, das Rolandsgrab und am Heidentempel vorbei über ca. 5 km zurück in die Stadt. Über diese Orte sind viele Sagen und Geschichten überliefert.
Aus der Tecklenburger Bürgerfamilie Krummacher stammen zwei bekannte evangelische Theologen, die die niederrheinische Erweckungsbewegung stark beeinflußten: Es sind die Brüder Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845) - seine auch von Goethe rezensierten Parabeln waren in ganz Deutschland und in Übersetzungen im europäischen Ausland verbreitet - und Gottfried Daniel Krummacher (1774-1837). An Friedrich Adolf Krummacher erinnern in Tecklenburg die Krummacher-Straße, das Krummacher-Haus und die Krummacher-Schule.
Politik
Stadtrat
Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004:
Stadtteile
thumb|Tecklenburg, Blick auf Teil des Stadtkerns Das Stadtgebiet der Stadt Tecklenburg umfasst insgesamt 4 Stadtteile:
(mit den Bauerschaften Oberdorf, Niederdorf, Holthausen, Wallen-Lienen und Horstmersch)
Städtepartnerschaften
Partnerstadt ist
- Chalonnes-sur-Loire (frz.) (F)
Literatur
Weblinks
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