Telecine
(zu Deutsch Filmabtaster) Bezeichnet den Transfer von auf Film belichtetem Rohmaterial entweder direkt - oder - mit dem Zwischenschritt über analoges Video auf digitale Formate.
Herstellung
Benötigt für:
- digitale Postproduktion,
- nonlinearen Schnitt am Computer,
- Ergänzung von Special FX,
- Auswertung von gedrehtem Material (wie siehts später auf DVD, Fernsehen, Video... aus)
Der allesentscheidende Parameter für die Qualität beim Abtasten/Ausbelichten (FAZ - Filmaufzeichnung ) ist die Auflösung. Die notwendige Auflösung wird festgestellt durch:
- räumliche Auflösung mithilfe eines Models: MTF (Modulation Transfer Function) bildet Maßzahl wieviele Sinusfunktionen pro mm aufgenommen werden können
- photochemische Grundlagen: Filmkorn hat ca. 16 µm, legt man die Pixelgrösse auf die halbe grösse fest, errechnet sich für einen 35 mm Film ( 22 x 16 mm) eine Auflösung von 2750x2000 Pixel
- Re-Belichtungstest : sehr gutes Filmmaterial wird in verschiedenen Auflösungen abgetastet, wieder ausbelichtet und mit Originalmaterial verglichen.
Diese Tests werden meistens im Academy Format durchgeführt --> 1,37:1 auf 35 mm
Im Allgemeinen wird mit einer Auflösung von 2k (2048 x 1492 Bildpunkte ) ein sehr gutes Ergebnis erzielt ( HDTV : 1920 x 1080 ), Verbesserung bei 4k (3656 x 2664 Bildpunkte), bei 6k (5485 x 3996) und mehr kein Unterschied zu 4k mehr erkennbar.
Ebenfalls wichtiger Parameter bei Telecine: Farbauflösung ! Um Artefakte bei Farbverläufen zu vermeiden wird hier mit 12 - 14 Bit pro Kanal gescannt.
Verschiedene Techniken zur Telecine:
CCD - Filmabtaster/Scanner: Halogenlampe (3200 K) projeziert einen engen horizontalen Spalt des Films durch ein Prisma auf drei CCD-Chips (Rot, Grün, Blau). Die Auflösung ist von der Anzahl der CCD-Elemente abhängig Bei CCD-Scannern gibt es verschieden Techniken: Line-Scanner - tastet den Film zeilenmäßig ab, Area-Scanner - kann einen Frame auf einmal abtasten.
Führende Hersteller: Kodak Cineon, Thompson Broadcast, Sony Professional, Imagica
Lichtpunktabtaster (Flying Spot):
Lichtpunkt einer Bildröhre tastet das Filmbild ab.
Speicherröhrenabtaster: Besteht im wesentlichen aus einem Projektor und einer Kamera, wird nicht mehr verwendet.
Nach dem Abtasten liegt die Bildinformation als digitaler Datensatz auf einem Speichermedium vor (zumeist DLT - digital linear tape). Das Datenvolumen beträgt bis zu 50 MByte pro Bild. Dieses digitale Material wird dann in der Post-Produktion verwendet. Danach wird das Material (für Kino auf 35 mm Film) wieder ausbelichtet, z.b. mit einem ARRILASER.
Telecine ist heutzutage bei jedem auf Film gedrehten Material üblich. Wird auch zur Filmrestauration eingesetzt.
In der Szene
Der Begriff Telecine bezeichnet in der Szene eine Kopie eines Kinofilms. Telecines stammen meist aus Russland und asiatischen Ländern von kommerziellen Schwarzkopierern. Release-Groups stellen diese nur sehr selten selbst her, sondern haben Kontake in Russland und asiatischen Ländern die Filmkopien auf Schwarzmärkten kaufen und an Release-Groups weitergeben.
