Tethys (Mond)

Tethys
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Tethys aufgenommen von Cassini am 28. Oktober 2004 (NASA)

Saturnmond Tethys, aufgenommen von Cassini-Huygens
am 28. Oktober 2004 [Vergrößern]
Entdeckung
Entdecker Giovanni Cassini
Datum der Entdeckung 1684
Daten des Orbits
Mittlerer Bahnradius 294.660 km
Bahnexzentrizität 0,0000
Umlaufzeit 1,888 Tage
Inklination 1,09°
Natürlicher Satellit des Saturn
Physikalische Daten
Mittlerer Durchmesser 1060 km
Oberfläche 3.530.000 km2
Masse 6,176×1020 kg
Dichte 1,21 g/cm3
Gravitation an der Oberfläche 0,16 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit 0,4 km/s
Siderische Rotation 1,888 Tage
Albedo 0,8
scheinbare Helligkeit 10,3m
Oberflächentemperatur 86 K (-187°C)
Atmosphärischer Druck 0 kPa

Tethys ist einer der größeren Monde des Planeten Saturn.

Inhaltsverzeichnis

Entdeckung

Tethys wurde im Jahre 1684 von Giovanni Cassini entdeckt. Benannt wurde der Mond nach der Titanin Tethys aus der griechischen Mythologie. Der Name "Tethys" und weiterer sieben Saturnmonde wurde von Wilhelm Herschels Sohn, dem Astronomen John Herschel, in einer 1847 erschienenen Veröffentlichung (Results of Astronomical Observations made at the Cape of Good Hope) vorgeschlagen.

Bahndaten

Tethys umkreist Saturn in einem mittleren Abstand von 294.660 km in 45 Stunden und 18 Minuten auf einer kreisförmigen Bahn, die 1,09° gegenüber der Äquatorebene des Saturn geneigt.
Die Monde Telesto und Calypso laufen in Tethys´ Lagrangepunkten, jeweils 60° vor und hinter dem Mond, auf der gleichen Umlaufbahn um den Planeten.
Tethys läuft darüber hinaus in einer 1:2 Resonanz mit dem Mond Enceladus um Saturn.

Aufbau und physikalische Daten

Tethys hat einen mittleren Durchmesser von 1060 km. Sie ist ein eisiger Himmelskörper, ähnlich den großen Saturnmonden Dione und Rhea.
Ihre geringe Dichte von 1,21 g/cm3 weist darauf hin, dass sie größtenteils aus Wassereis mit Anteilen an silikatischem Gestein zusammengesetzt ist.

Tethys´ Oberfläche ist stark verkratert und weist zahlreiche Risse auf.
Zwei unterschiedliche Arten von geologischen Regionen konnten ausgemacht werden. Eine Region mit zahlreichen Impaktkratern und ein dunkles, weniger verkratertes Band, das über den Mond verläuft. Die letztere Region ist ein Hinweis darauf, dass die Oberfläche zu einem späteren Zeitpunkt geologisch aktiv war, wobei ältere Gebiete der Oberfläche erneuert wurden.
Die genaue Ursache der dunklen Verfärbung des Bandes ist nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung könnten Aufnahmen der Raumsonde Galileo liefern, die die Jupitermonde Ganymed und Kallisto untersuchte. Beide Monde weisen helle Polkappen auf, die von großen Eisablagerungen an den Hängen von Kratern gebildet wurden. Aus der Entfernung erscheinen die Polkappen heller als das Muster, das von tausenden nicht aufgelösten kleineren vereisten Kratern gebildet wird.
Tethys´ Oberfläche könnte ähnlich gebildet worden sein und besteht aus Polarregionen mit einem undeutlichen Muster aus hellem Eis, zwischen denen eine dunklere Zone liegt.

Auf der westlichen Hemisphäre ist der riesige Krater Odysseus mit 400 km Durchmesser das auffälligste Merkmal. Der Krater erscheint relativ flach und ähnelt den Kratern auf dem Jupitermond Kallisto, wobei die typischen Ringwälle und der Zentralberg fehlen, wie sie auf dem Merkur oder dem Erdmond zu finden sind. Dies ist wohl darauf zurück zu führen, dass die schwache eisige Kruste von Tethys über geologische Zeiträume hinweg eingebrochen ist.

Das zweite auffällige Merkmal auf Tethys ist ein riesiges Tal, Ithaca Chasma, das etwa 100 km breit und 3 bis 5 km tief ist. Mit einer Länge von 2.000 km läuft es zu etwa ¾ um den Mond herum.
Es könnte gebildet worden sein, als flüssiges Wasser im Innern des Mondes ausfror und die Oberfläche infolge der Ausdehnung aufriss. Einer anderen Theorie nach könnte Ithaca Chasma entstanden sein, als beim Einschlag des riesigen Körpers, der den Krater Odysseus bildete, Schockwellen durch den Mond liefen und die zerbrechliche Kruste auf der gegenüber liegenden Seite aufbrach.

Die Oberfläche von Tethys weist eine hohe Albedo von 0,8 auf, d.h. 80 % des einfallenden Sonnenlichts werden reflektiert. Die Oberflächentemperatur beträgt -187° Celsius. Tethys rotiert in 45 Stunden und 18 Minuten um die eigene Achse. Sie weist damit, wie der Erdmond, eine gebundene Rotation auf. Die Rotationsachse ist 0,034° geneigt

Tethys besitzt eine scheinbare Helligkeit von 10,3m auf. Um sie zu beobachten benötigt man ein größeres Teleskop.

Die Raumsonde Cassini-Huygens soll den Mond bei einem Vorbeiflug am 23. September 2005 näher untersuchen

Weblinks

See also: Tethys (Mond), 1684, 1847, 2005, 23. September, Albedo, Albiorix (Mond)