Teutates

Teutates wird allgemein als eigentlicher Stammesgott (Touto-tati-s = Vater des Stammes) gesehen, als väterlicher Führer in Krieg und Frieden. Inschriften bezeugen ihn von Britannien bis Rom und in der Steiermark, wobei allerdings ausgerechnet Gallien ausgespart bleibt.

Dargestellt wurde Teutates mit einem Widderkopf, möglicherweise auch als Eber.

Meist steht Teutates in der Interpretatio Romana als Beiname beim Mars und Mercurius. Aus Rockywood/Barkway (Grafschaft Herfordshire) kamen z.B. nebst einer bronzenen Marsstatuette ein ganzer Votivschatz von sieben dünnen, blattförmigen Silberplatten zum Vorschein, wovon die größte mit "Marti Toutati" beschriftet ist (heute im British Museum). Marcus Annaeus Lucanus (39 - 65) beginnt seine vieldiskutierte Erwähnung der drei gallischen Götter, die durch Menschenopfer befriedigt werden müssen, mit Teutates.

Der Hauptkommentar der Berner Scholien bestätigt, dass es sich um Merkur handelt. Für ihn muss ein Mensch mit dem Kopf voran bis zum Ersticken in einen vollen Kessel gehalten werden. Eine spätere Hand fügte hinzu, dass Teutates/Mars "mit schrecklichem Blut" besänftigt werde, weil Kämpfe durch Eingebung eben dieser Gottheit zustande kämen. Der anscheinende Widerspruch hat Entweder-Oder-Kategorien gewohnte Keltologen zu allen Zeiten verwirrt, bis hin zu dem Punkt, die Überlieferung als unsicher einzustufen. Die "Interpretatio Gallica" arbeite jedoch nach dem Sowohl-als-auch-Prinzip und sucht sich den gemeinsamen Nenner, der in diesem Fall in der Fruchtbarkeits- und Wohlstandskomponente beider Götter gelegen haben dürfte.

See also: Teutates, 39, 65, British Museum, Interpretatio Romana, Marcus Annaeus Lucanus, Mars (Mythologie), Menschenopfer, Merkur (Mythologie), Berner Scholien