Textur

Der Ausdruck Textur (v. lat.: textura Gewebe) bezeichnet allgemein die Zusammensetzung, die Struktur, die Beschaffenheit von Dingen, entweder in einem konkreten, materiellen Sinn, wie z. B.

  1. in der Geologie die räumliche Anordnung eines bestimmten Gesteinsgemenges, siehe Textur (Geologie)
  2. in der Kristallographie die Gesamtheit der Orientierungen der Kristallite in einem vielkristallinen Festkörper, siehe Textur (Kristallographie).
  3. in der Wahrnehmungspsychologie die strukturelle Beschaffenheit einer zusammenhängenden Oberfläche. Nach Englert(1993) ist die Textur diejenige Gesichtsempfindung, durch die sich zwei aneinandergrenzende, strukturierte Teile des Gesichtsfeldes bei Beobachtung mit unbewegtem Auge spontan unterscheiden. Die Dimension von Textur ist bislang unbekannt, liegt aber wahrscheinlich bei 5 und mehr. Nach Tamura et. al.(1978) ist Textur klassifiziert nach Gröbe(Coarsness), Kontrast (Contrast), Gerichtetheit (Directionality), Linienartigkeit (Line-Likeness), Regelmäßigkeit (Regularity) und Rauhigkeit (Roughness), wobei Rauhigkeit von anderen Wissenschaftlern als taktiles und nicht als visuelles Attribut angesehen wird.
  4. bei der 3D- bzw. Computer-Animation (Computerspiele, Visualisierung, Effekte, usw.) bezeichnet Textur das Bild, welches auf der Oberfläche eines virtuellen Körpers dargestellt wird; man spricht von Texture Mapping. Ein Pixel der Textur wird als Texel bezeichnet. Dabei können Texturen praktisch jede Eigenschaft einer Oberfläche gezielt verändern. So ist es Beispielsweise möglich, ein teilweise verrostetes Stück Metall darzustellen, indem nicht nur die Struktur, sondern auch das Glanzverhalten über Texturen gesteuert wird. Wichtige Techniken: Bump Mapping, Displacement Mapping, Normal Mapping.
  5. in der Typographie eine in Nordfrankreich zur Zeit der Gotik entstandene gebrochene Schrift, siehe Textur (Schrift).

oder bildungssprachlich in übertragenem Sinn die innere Struktur oder Machart.



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