The Alan Parsons Project
The Alan Parsons Project ist ein englisches Rock-Projekt, das zunächst dem Progressive- oder Artrock zugerechnet werden kann.
Die Band ist das Produkt zweier Menschen, die schon vor der Gründung 1975 im Musikgewerbe tätig waren.
- Alan Parsons war Tontechniker der Beatles in den Abbey Road Studios und wirkte dort an den letzten ihrer Alben mit. Später arbeitete er u.a. mit den Wings und war am Klassiker Dark Side of the Moon von Pink Floyd als Toningenieur und Produzent beteiligt. Seine Produktionsarbeit gilt als entscheidender Faktor des Erfolgs der Alben von Cockney Rebel und Al Stewart Mitte der 70er Jahre.
- Eric Woolfson war Manager von Carl Douglas, der mit dem Song Kung Fu Fighting einen Welthit landetete. Als Songschreiber für Stones-Produzent Oldham hatte er sich einen Namen gemacht.
Beide trafen sich 1974 und beschlossen, ihre Träume zu verwirklichen und ihre eigene Musik herauszubringen: Woolfson war von Edgar Allan Poe begeistert und wollte ihn vertonen, Parsons wollte sein Talent "sichtbarer" machen. So gründeten sie The Alan Parsons Project und luden dazu viele Gastmusiker ein, darunter beispielsweise John Miles, Ian Bairnson und Colin Blunstone.
1976 erschien das erste Album Tales of Mystery and Imagination of Edgar Allan Poe, eine Sammlung von Vertonungen von Kurzgeschichten des amerikanischen Schriftstellers. Schon hier kristallisierte sich der musikalische Stil heraus: rockige Klänge in Verbindung mit einem Symphonieorchester und einem Chor. Mindestens ein Instrumentalstück sollte in Zukunft auf jedem Album zu finden sein.
Es folgten weitere Alben, die in der Regel um ein zentrales Thema konzipiert waren. Ab 1981 entwickelte sich der Stil weg von Konzeptalben hin zu eher locker thematisch strukturierten Songsammlungen. Mit dem unerwarteten Erfolg des Songs Eye In The Sky, der ein Top-10-Hit wurde, setzte musikalisch eine Umorientierung in Richtung AOR-Rock ein.
1990 wollte Woolfson Freud vertonen. Ein Bekannter schlug ihm ein Musical vor, das schließlich unter dem Titel Freudiana im Wiener Theater an der Wien mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle uraufgeführt wurde. Parsons produzierte zwar das Album, allerdings nicht unter dem Bandnamen, da Parsons die Ausrichtung des "Project" durch eine Musicalproduktion nicht "verwässern" wollte.
Freudiana ist zwar das Werk von Woolfson, wird der klanglichen Ähnlichkeit wegen oft für eine Project-CD gehalten. Das Musical, dessen Rechte beim künstlerischen Leiter Brian Brolly, die Verluste aber bei Parsons und Woolfson blieben, sorgte für das Ende der Band. Parsons brachte in der Folge nur noch unter seinem eigenen Namen weitere Platten heraus (siehe ebendort. Woolfson schrieb in der Folge mehrere Musicals auf der Grundlage früherer Project-Alben.
| Inhaltsverzeichnis |
Mitglieder
- Ständige Mitglieder neben Parsons und Woolfson
- Ian Bairnson (Gitarre)
- David Paton (Bass und Gesang)
- Andrew Powell (Orchestrierungen)
- Stuart Tosh (Schlagzeug)
- Teilzeit-Sänger
- Geoff Barradale
- Colin Blunstone
- Gary Brooker
- Graham Dye
- Lesley Duncan
- Stuart Elliott
- Elmer Gantry
- Steve Harley
- Jack Harris
- John Miles
- Chris Rainbow
- Terry Sylvester
- Dave Townsend
- Clare Torry
- Lenny Zakatek
Wirkung
Dem deutschen Fernsehzuschauer ist das Alan Parsons Project am besten bekannt durch die Erkennungsmelodie Lucifer der Sendung Monitor im WDR, die seit über 15 Jahren (bis heute) die Sendung ankündigt (zu finden auf Eve). Außerdem verwenden die Chicago Bulls seit vielen Jahren den Song Sirius, der vor jedem Heimspiel bei der Spielervorstellung gespielt wird. Auch der deutsche Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart verwendet das Lied als Einlaufmusik (zu finden auf Eye In The Sky). In Deutschland war 1984 Don't Answer Me ein Top-10-Hit, das begleitende Album Ammonia Avenue belegte mehrere Wochen die Spitze der deutschen Charts.
Alan Parsons war auch Produzent und Toningenieur bei der (instrumentalen) Filmmusik zum Film "Der Tag des Falken" (Ladyhawke) (1985), die von Andrew Powell im typischen Alan Parsons Project-Stil komponiert wurde.
Diskographie
- Tales of Mystery and Imagination of Edgar Allan Poe (1976)
- I, Robot (1977) (A look at tomorrow through the eyes of today)
- Pyramid (1978) (A look at yesterday through the eyes of today)
- Eve (1979) (Women)
- The Turn of a Friendly Card (1979) (The theory of chance)
- Eye in the Sky (1981) (Forgotten and lost values)
- Ammonia Avenue (1983)
- Vulture Culture (1984)
- Stereotomy (1985)
- Gaudi (1987)
