The Birthday Party
The Birthday Party war eine australische Rockgruppe der frühen 1980er Jahre. Besondere Bekanntheit erlangte sie als ehemalige Band von Nick Cave. Unabhängig davon gilt sie als eine der einflussreichsten Post-Punk-Bands überhaupt.
Mitglieder waren neben Cave dessen ehemalige Schulkameraden von der Caulfield Grammar School in Melbourne Mick Harvey (Gitarre, Keyboards, Saxophon) und Phill Calvert (Schlagzeug). Später kamen noch Tracy Pew (Bass) und Roland S. Howard (Gitarre) hinzu.
Großen Einfluss auf die Band, die sich anfangs noch The Boys Next Door nannte, hatte die Punk-Bewegung, die 1978 auch Australien erreichte. Nach ersten Aufnahmen dort siedelte die Band 1980 nach London über und nannte sich seitdem The Birthday Party. 1982 erfolgte ein zweiter Umzug der Gruppe nach West-Berlin. Ihre neu und ungewohnt klingende Mischung aus der aggressiven Energie des Punk, der Tradition eines sehr rohen Blues, die sich, von Pews stoischen Basslinien getragen, regelmäßig in chaotische Lärmorgien steigerte, brachte der Band gemeinsam mit Caves ekstatisch vorgetragenen avantgardistischen Texten („Big-Jesus-Trash-Can“) zwar die Unterstützung des einflussreichen BBC-Moderators John Peel ein. Der ganz große Erfolg blieb aber aus, was angesichts des hohen Kakophonieanteils in ihrer düsteren Musik nicht überraschte. Ein Kritiker schrieb, dass „weder John Cale noch Alfred Hitchcock jemals so Furcht einflößend waren" [1]. Treffend war auch die Rückseite einer Live-Mini-LP untertitelt, die sie sich mit Lydia Lunch teilte: „16 Minutes Of Sheer Hell“. Für die musikalische Exzessivität der Band mögen auch die Drogen- und Alkoholexzesse einzelner Mitglieder verantwortlich sein, die man ihnen auch deutlich ansah.
Calvert verließ 1982 die Band, angeblich wegen musikalischer Imkompetenz, woraufhin der Multiinstrumentalist Harvey das Schlagzeug übernahm. Als Pew im selben Jahr wegen Alkohols am Steuer in Haft kam, ersetzten ihn Barry Adamson (Ex-Magazine) bei Aufnahmen und Live-Auftritten. The Birthday Party löste sich 1984 auf Grund von Unstimmigkeiten zwischen Cave and Howard auf, die mit Harvey die meisten Songs geschrieben hatten. Anschließend bildeten sich mehrere Metastasen: Neben Nick Cave and the Bad Seeds sind hier Crime and the City Solution (mit Harvey and Howard) zu nennen und diverse Projekte Howards, am bekanntesten These Immortal Souls.
Diskographie
- The Birthday Party 1980 (noch unter dem Namen "Boys Next Door")
- Prayers On Fire 1981
- Junkyard 1982
- Drunk on the Pope's Blood/The Agony Is The Ecstacy mit Lydia Lunch 1982
- Hee-Haw 1983
- The Bad Seed 1983
- Mutiny! 1983
- It's Still Living 1985
- Best and Rarest 1985
- Hits 1992
- Live 1981/82 1999
- Peel Sessions 2001 (alle vier Sessions)
Weblinks
- www.trouserpress.com Bandbiografie (engl.)
Birthday Party, The
