Thermorezeption

Als Thermorezeption oder Thermozeption wird der Temperatursinn bezeichnet. Dabei wird entsprechend der Reizqualität von Wärmesinn und Kältesinn unterschieden. Beide dienen der einerseits der Thermoregulation, also der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur und damit dem Schutz vor Überhitzung oder Unterkühlung sowie andererseits dem Schutz des Körpers vor zu hohen lokalen Temperatureinwirkungen (Verbrennung, Erfrierung).

Wie die Schmerzwahrnehmung gehört der Temperatursinn zu den Grobwahrnehmungen (prothopatische Reizqualität).

Kalt- vs. Wärmesensoren

Als Thermorezeptoren dienen freie Nervenendigungen. Dabei sind die Rezeptoren spezialisiert, es gibt als Kälte- und Wärmesensoren (Kalt- und Warmrezeptor). Kältesensoren kommen in der Haut etwa 10 mal so häufig vor wie Wärmesensoren und arbeiten deutlich schneller.

Merkmal Kältesensor Wärmesensor
Lage oberflächlich tief
Nervenfaser markhaltig marklos
Messbereich 5-43°C 30-48°C
Schmerzschwelle
(Hauttemperatur)
<17°C >44°C

Zentrale Adaptation

Die Empfindung für eine bestimmte Temperatur wird allmählich deutlich geringer empfunden, obwohl sie objektiv nur wenig sinkt. Obwohl die Rezeptoren weiterhin die „aktuelle Temperatur“ übermitteln, findet im Zentralnervensystem eine Anpassung (Adaptation) an den Reiz statt.

Im mittleren Temperaturbereich (zwischen 20 und 40°C) führt eine Abkühlung oder Erwärmung nur vorübergehend zu einer Warm- bzw. Kaltempfindung, danach ist die Empfindung neutral (vollständige Adaptation). Dies lässt sich anhand eines warmen Bades leicht überprüfen.

Siehe auch

Haptische Wahrnehmung

See also: Thermorezeption, Erfrierung, Haptische Wahrnehmung, Myelin, Nervenfaser, Nozizeption, Reiz, Rezeptor, Thermoregulation, Unterkühlung