Thomas Murner

Thomas Murner (* 24. Dezember 1475 in Oberehnheim; † 1537 in Oberehnheim) war ein katholischer Publizist und Dichter und der literarisch bedeutendste Gegenspieler Martin Luthers.

Murner trat 1490 in den Franziskanerorden ein und wurde 1497 zum Priester geweiht. Er studierte ab 1495 in Freiburg im Breisgau (bei Jakob Locher), Paris, Krakau, Prag, Straßburg und Basel. 1506 promovierte er zum Dr. theol., 1519 zum Dr. jur.; in diesem Jahr übersetzte er auch als erste die "Institutionen" des römischen Rechts ins Deutsche.

1513 wurde er Guardian des Franziskanerordens in Straßburg, 1521 Rektor und Oberaufseher. 1523 hielt er sich auf Einladung Heinrich VIII. in England auf. Mit dem Vordringen der Reformation musste er 1525 Straßburg verlassen und wurde 1526 Pfarrer in Luzern. Nachdem er sich auch in den Schweizer Religionskämpfen auf die Seite der katholischen Kirche gestellt hatte, musste er aus Luzern fliehen und kehrte 1529 in seinen Geburtsort Oberehnheim zurück, wo er ab 1533 als Pfarrer wirkte.

Murner setzte sich in satirischen an Johann Geiler von Kaysersberg und Sebastian Brant orientierten Schriften mit den Missständen seiner Zeit und mit der Reformation und Martin Luther auseinander. Er reihte sich somit neben Brant und Geiler in die Reihe der Vertreter der Narrenliteratur ein. Daneben trat er als Übersetzer von Vergils "Aineis" sowie Autor theologischer und didaktischer Schriften in deutscher und lateinischer Sprache hervor. 1918-1931 gab F. Schultz eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke in neun Bänden heraus.

Werke

siehe auch

Narrenliteratur

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Personendaten
Murner, Thomas
katholischer Publizist und Dichter
24. Dezember 1475
Oberehnheim
1537
Oberehnheim

See also: Thomas Murner, 1475, 1490, 1495, 1497, 1506, 1513, 1519, 1521