Thomas Naogeorg
Thomas Naogeorg(us) (eigentlich Kirchmayr; * 1508 oder 1509 in Straubing, † 29. Dezember 1563 in Wiesloch) war ein neulateinischer Dramatiker.
Naogeorg studierte in Ingolstadt und Tübingen Theologie und war ein Anhänger Martin Luthers. 1533 bis 1535 war er Pfarrer in Mühltroff, dann in Sulza, 1541 bis 1546 in Kahla. Nach Auseinandersetzungen mit Luther und Melanchthon über die Abendmahls- und Prädestinationslehre war er Pfarrer Kaufbeuren, Kempten, Basel und Stuttgart, 1561-63 Superintendent in Esslingen und zuletzt Pfarrer in Wiesloch.
Neben dem Drama "Pammachius", in dem er Luther als Retter der Religion feierte, verfasste Naogeorg vor allem sprachgewaltige Tragödien und satirische Stücke. Daneben trat er als Übersetzer von Plutarch und Seneca hervor.
| Inhaltsverzeichnis |
Werke
- Pammachius, 1538
- Mercator seu judicium, Tragödie, 1540
- Incendia seu Pyrgopolinices, Drama, 1541
- Humanus, Tragödie, 1543
- Carmen de bello Germanico, Gedichte, 1548
- Epitome ecclesiasticorum dogmatum, 1548
- Agricultura sacra, 1550
- Hieremias, Tragödie, 1551
- Judas Ischariot, Drama, 1552
- Satyrarum libri quinque, 1555
- Regnum papisticum, 1555
- Thomas Naogeorg: Sämtliche Werke, hrsg.: Hans-Gert Roloff, Berlin 1975 f. (de Gruyter).
Literatur
- Werner Friedrich: Thomas Kirchmair, genannt Naogeorgus. Lebensbild eines bedeutenden Straubingers mit einem Literaturverzeichnis zu Biographie und Werk, in: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung Jg. 89 (1987), Straubing 1988.
- Leonhard Theobald: Das Leben und Wirken des Tendenzdramatikers der Reformationszeit Thomas Naogeorgus seit seiner Flucht aus Sachsen, Leipzig 1908.
- Fritz Wiener: Naogeorgus im England der Reformationszeit (1913).
Hinweis
Man findet in Lexika noch häufig, dass Naogeorg 1511 in "Hubelschmeiß bei Straubing" geboren wäre. Es gibt jedoch kein "Hubelschmeiß". Die Bedeutung von "Heubelschmeißer", wie Naogeorg gelegentlich bezeichnet wurde, ist zwar noch unsicher, jedoch mit ziemlicher Sicherheit kein Hinweis auf seinen Geburtsort. Als Geburtsjahr wird mittlerweile eher 1508/09 angenommen, nicht mehr wie früher 1511. (Siehe Werner Friedrich)
Weblinks
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