Thomas von Stitny

Thomas von Stitny (wahrscheinlich von 1325 bis 1410) war ein Philosoph aus altem böhmischen Geschlecht.

Thomas von Stitny lebte im 14. Jahrhundert, wahrscheinlich von 1325 bis 1410. Als einer der ersten Zöglinge der 1348 von Kaiser Karl IV. gegründeten Universität zu Prag wurde er bekannt durch zahlreiche philosophische Schriften, die zum großen Teil auf seiner Burg Stitné bei Pilgram verfasst wurden und zu den besten Prosawerken der böhmischen Literatur gerechnet werden.

Die seinen Schriften zugrunde liegende Weltanschauung stimmt mit der christlich-scholastischen, insbesondere der des von ihm als Autorität verehrten Thomas von Aquin, dem Inhalt nach überein. Sie unterscheidet sich jedoch sehr wesentlich in der Form, welche viel mehr homiletisch als syllogistisch ist. Damit nähert er sich den eifrigen Predigern seines Zeitalters, den Vorläufern des späteren Hussitentums, aber er entfernt sich anderseits von deren fanatischem Vernunfthass, indem er die Vernunft als höchste Autorität aufstellt. Sein Hauptwerk sind die bisher (1889) nur teilweise veröffentlichten "Gespräche" (hrsg. von Erben, Prag 1850; von Vrtátko, das. 1873).


90px Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du der Meinung bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden.

Literatur

Personendaten
Thomas von Stitny
böhmischer Philosoph
wahrscheinlich 1325
wahrscheinlich 1410

See also: Thomas von Stitny, Autorität, Böhmen, Christlich, Gemeinfrei, Hussiten, Karl IV. (HRR), Meyers Konversations-Lexikon