Thraker
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Die Thraker waren eine schon in der Ilias von Homer sowie von Herodot beschriebene Gruppe von Völkern auf dem Balkan (v.a. Bulgarien, zwischen den Karpaten und dem Ägäischen Meer) und in der heutigen Türkei (Mysien, Bithynien, Paphlagonien). Sie seien das größte Volk nach den Indern schrieb er. Sie besaßen keine eigene Schrift, standen aber in engem Kontakt zu den Griechen und ihrer Kultur. Die alte griechische Religion ist stark von den Thrakern beeinflusst. Ihre Sprache war das Thrakische.
Manche Autoren nehmen an, daß die Thraker auch für die Griechen eine Art Ur- oder Vorbevölkerung darstellten (Protogriechen). Vermutlich sind die Thraker bereits vor den Griechen, oder einer griechischen Führungsschicht (Mykener, Achäer, Danaer) auch auf das griechische Festland vorgedrungen.
Die Zahl der thrakischen Stämme belief sich über die Zeitläufte auf etwa 90. Manche von ihnen verschwanden, andere verschmolzen miteinander. Größere Bedeutung erlangten die Odrysen, die Bessen, die Thynen, die Geten, die Daker und die Asten.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. erstreckte sich das Reich der Odrysen längs des Meeres von der Stadt Abdrea zum Pontus Euxinus (Schwarzes Meer) bis zur Mündung des Ister (Donau). Im Peloponnesischen Krieg kämpften die Odrysen mit Erfolg als Verbündete Athens gegen dessen Feinde.
Zu den interessantesten Bauwerken der Thraker gehören Grabhügel, in denen ihre Herrscher und Stammesführer begraben wurden. Sie sind heute noch anzutreffen, insbesondere in Süd-Bulgarien haben sich zahlreiche solcher Grabanlagen erhalten.
Philipp II. (Makedonien) eroberte im 4. Jahrhundert Thrakien und machte es zum Bestandteil seines Reiches. Im Jahre 46 n. Chr. wurde Thrakien nach langer Gegenwehr eine Provinz des Römischen Reiches, und blieb auch Bestandteil des Byzantinischen Reiches.
Wegen ihrer kämpferischen Geschicklichkeit und Furchtlosigkeit waren Thraker als Gladiatoren (dieser Gladiatorentypus hieß "thraex") sehr begehrt und geschätzt. Der berühmte Gladiator und Anführer eines Sklavenaufstandes Spartacus war ein Thraker.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
- Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. entsteht die Völkergruppe der Thraker aus nomadischen Stämmen indogermanischer Herkunft.
- 335 v. Chr. werden sie, wie schon von Philipp II. (Makedonien) vorher, von Alexander dem Großen unterworfen
Die Könige Thrakiens
- 450 - 440 Teres (König der Odrysen)
- 440 - 424 Sitalkes
- 424 - ???
- ??? - ???
- ??? - 341
- 341 - ??? Philipp
Thrakische Völker
Liste der in der Antike bekannten thrakischen Stämme
- 1. akrokomai (acrocomai)
- 2. agriani: (Westthrakien, zw. den Bergen Hämus und Rhodopen)
- 3. apsinthi: (an der Ägäis, Stadt Apsynthus)
- 4. asti: (zw. den Bergen Strandzha und Hämus, Stadt Cypsella)
- 5. bastarni
- 6. beni (benni): (am Fluss Hebros)
- 7. besi: (Stadt Bessapara, südliche Rhodopen)
- 8. bizalti (bisalti):(am Fluss Struma, bis zum Hellespont)
- 9. bistoni: (an der Ägäis, zwischen den Flüssen Mesta (Nestus) u. Hebros)
- 10. bitini (bithyni): (am Fluss Strymon, sie wanderten im 8. Jhd. v.Chr. nach Klein-Asien aus, wo sie Bithynia gründeten)
- 11. brigi (brygi): (siehe phrygi)
- 12. brizi
- 13. dardani: (an den Dardanellen)
- 14. denteleti (danthaletai): (im heutigen Südwest-Bulgarien)
- 15. dengeri
- 16. deroni: (in Südwest-Thrakien)
- 17. derzai (dersai): (an der Nordküste der Ägäis)
- 18. diji: (im Rhodopa-Gebirge)
- 19. diobesi: (Bergstamm)
- 20. dolonci: (abstammend von den Bithyni und Thyni)
- 21. drozi: (zwischen den Flüssen Mesta und Hebyr bis zu den Ägäis)
- 22. edoni: (Stadt Amphipolis, Südwest-Thrakien u. Makedonia)
- 23. eleti
- 24. eneti (veneti):(lebten zwischen den Dardani und Tribali, wanderten nach Klein-Asien aus, wo sie den Stamm paphlagoni gründeten)
- 25. geti: (in Nordost-Thrakien, beiderseits der Donau)
- 26. hipsalti
- 27. kaeleti (koeleti): (am Fluss Hebros bis zur Ägäis)
- 28. kaeni (caeni): (bei Cypsella, am Schwarzen Meer)
- 29. kabileti (kabyleti): (Stadt Cabyle (nahe Jambol)
- 30. kabiri: (auf der Insel Samothraki)
- 31. karbilezi
- 32. kari: (lebten im heutigen Nordost-Bulgarien, wanderten nach Klein-Asien aus und gründeten die Provinz Karia)
- 33. kaukauni
- 34. kikoni (cicones): (am Hellespont, zwischen den Flüssen Mesta und Hebros)
- 35. koilaleti
- 36. koreli (korali): (bei Cypsella, östlicher Teil des Hämus-Gebirges)
- 37. korpiali (corpilli): (an der Propontide bis zum Bosphorus)
- 38. krestoni: (Nord-Ägäis-Küste bis zum Hellespont)
- 39. laiai: (am Fluss Struma (Strymon)
- 40. liki
- 41. maduateni: (bei Cypsella)
- 42. medi (maedi): (Südwest-Thrakien, am Fluss Struma (Strymon)
- 43. maioni
- 44. migdoni (mygdoni): (zw. den Städten Pella und Amphipolis, am Fluss Echedorus)
- 45. mizi (misi): (vom Stamm der Moezi (Moesi) abstammend, 2000 v.Chr. nach Klein-Asien ausgewandert, wo sie Mysien gründeten)
- 46. moezi: (Nordwest-Thrakien, zw. dem Hemus-Gebirge und der Donau)
- 47. odrisi: (Ost-Rhodopen, um Adrianopolis, an den Flüssen Arda, Tonsos, Hebros, Nestus, Strymon und Erkene)
- 48. odomanti
- 49. paioni (paeoni): (zwischen West-Thrakien und Illyrien, am Fluss Axios)
- 50. paiti: (an der Ägäis, östliche Nachbarn der Bistoni)
- 51. paphlagoni: (in Klein-Asien, Nachkommen der Eneti)
- 52. phragondi: (zw. den Flüßen Struma (Strymon) und Mesta (Nestus)
- 53. prianti
- 54. pirogeri (pyrogeri)
- 55. sabii (sabis)
- 56. samai: (östlich des Flusses Hebros)
- 57. sapai (saepai): (zw. den Städten Abdera und Adrianopolis)
- 58. satri: (in den Süd-Rhodopen, bis zur Ägäis-Küste)
- 59. seleti (selleti): (Nordost-Thrakien, zw. dem Hemus-Gebirge und dem Fluss Panysos)
- 60. serdi (sardi): (im heutigen Sofia-Tal, Stadt Serdica (Sofia)
- 61. sigini (syginni): (im Nordwesten, nördlich der Donau)
- 62. sinthi: (Nachbarn der Paioni)
- 63. synthi (saii): (auf den Inseln Lemnos und Chalkidike (Sinthonia)
- 64. terici: (im Nordosten)
- 65. tini (thyni): (zw. Byzanthion und dem Strandzha-Gebirge)
- 66. trauzeri: (in den Süd-Rhodopen)
- 67. treri: (West-Thrakien, am Fluss Iskyr (Oescus), bei Serdica)
- 68. tribali (triballi): (zuerst lebten sie am Oberlauf des Morava-Flusses, später im Nordwesten v. Thrakien, zw. den Flüßen Margus und Istros)
- 69. trilatai: (West-Thrakien, am Fluss Iskyr (Oescus)
- 70. uekri
- 71. usdicezi: (nordöstlich des Stammes der Beni, bis zum Hämus-Gebirge)
- 72. veneti = eneti
- 73. vitini: (in Nordwest-Anatolien (Klein-Asien)
Literatur
- Hermann Ament: Frühe Völker Europas. Thraker - Illyrer - Kelten - Germanen - Etrusker - Italiker - Griechen, Stuttgart 2003. ISBN 3806217580
- Konstantin Bosnakov: Die Thraker südlich vom Balkan in den "Geographika" Strabos. Quellenkritische Untersuchungen, Wiesbaden 2003. ISBN 3515079149
- Rudolf Echt [Hrsg.]: Die Thraker. Das goldene Reich des Orpheus, Mainz 2004. ISBN 3805333412
- Heinz Siegert: Auf den Spuren der Thraker. Wo einst Apollo lebte, Frankfurt am Main 1979. ISBN 3596264030
- Christopher Webber: The Thracians 700 BC - 46 AD, Oxford 2001. ISBN 1841763292
- Joseph Wiesner: Die Thraker : Studien zu einem versunkenen Volk des Balkanraumes, Stuttgart 1963.
Weblinks
- Texte zur Geschichte/Kultur aus der Ausstellung "Die Thraker, 23. Juli - 28. November 2004", PDF
- Projekt Thraker/Peltast Diskussion zu Thrakern und besonders thrakische Bewaffnung auf Porta praehistorica et antiqua.
- http://www.lostlanguages.com/amazons.htm Wortdeutungen Thraker, Thynen
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