Thurgau

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt den Kanton Thurgau; andere Bedeutungen siehe Thurgau (Begriffsklärung).
Kanton Thurgau
120px|center|Wappen Kanton Thurgau
Basisdaten
Hauptort: Frauenfeld
Fläche: 991 km²
(Rang 12)
Einwohner: 233'200 (2004)
(Rang 13)
Bevölkerungsdichte: 235 Einw./km²
(Rang 10)
Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803
Abkürzung: TG
Sprachen: Deutsch
Website: Kanton Thurgau
Karte
300px|center|Karte Kanton Thurgau

Der Kanton Thurgau ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.

Deutsch: Thurgau; Französisch: Thurgovie; Italienisch: Turgovia; Rätoromanisch: Turgovia; Englisch: Thurgau (veraltet: Thurgovia).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Kanton wird im Norden und Osten durch den Bodensee begrenzt. Im Süden ist der Berg Hörnli die Grenze zu den Kantonen St. Gallen und Zürich.

Die Hauptstadt und Sitz des Regierungsrates sowie des Obergerichts ist Frauenfeld. Sitz des Grossen Rates ist halbjährlich wechselnd Frauenfeld und Weinfelden. Der Kanton Thurgau bezieht seinen Namen vom Fluss Thur, der ihn von Südosten nach Nordwesten durchquert und weiter westlich im zürcherischen Bezirk Andelfingen in den Rhein mündet.

300px|Lage des Kantons

Bevölkerung

Sprachen

Die im Thurgau gesprochenen deutschen Mundarten gehören dem Hochalemannischen und innerhalb dessen dem Nordostschweizerdeutschen an.

Religionen - Konfessionen

Als ehemalige gemeine Herrschaft (gemeinsames Untertanengebiet mehrerer eidgenössischer Orte) ist der Thurgau konfessionell nicht einheitlich. Im grösseren Teil des heutigen Kantons dominiert die reformierte Konfession, doch gibt es mehrere Landstriche, wo die katholische Konfession überwiegt. Nach den Kappeler Religionskriegen im 16. Jh. wurde auf der von den katholischen Ständen dominierten Tagsatzung im zweiten Landfrieden festgehalten, dass die neugeschaffenen religiösen Zustände geschützt sein sollen, dass aber auf Wunsch von drei Gläubigen in einer Kirchgemeinde die katholischen Gottesdienste wieder eingeführt werden müssen und die Pfrundgüter gemeinsam verwaltet werden sollen. Im weiteren wurde meist das Territorialitätsprinzip angewandt, die Grundherren (der Thurgau war in sehr viele lokale Herrschaften aufgeteilt) konnten massgeblich die Religion der Untertanen beeinflussen, sich aber nicht immer durchsetzen. Interessanterweise bildeten sich auch viele paritätische Kirchgemeinden, in denen die Kirchen von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt wurden, dabei ging es allerdings mehr oder weniger friedlich zu. Mit dem vierten Landfrieden von 1712 wurden die Reformierten etwas mehr begünstigt als bisher. Die gemeinsamen Pfrundgüter wurden oft nach der Proportion der Konfessionen aufgeteilt. Manche reformierten Kirchgemeinden so z.B. Scherzingen und Erlen konnten im 18. Jh. neue Kirchen errichten, was ihnen vor 1712 meist verwehrt war. Bis 1798 kam es oft vor, dass katholische Kollatoren in den reformierten Kirchgemeinden die sog. Prädikanten (Pfarrer) bestimmten. Mit der Aufhebung vieler geistlicher Stifte und des Bistums Konstanz fielen diese Kollaturrechte an den Kanton Thurgau, der sie nach 1830 an die einzelnen Kirchgemeinden vergab.

Verfassung und Politik

Die gegenwärtige Verfassung datiert von 1987.

Legislative

Gesetzgebendes Organ ist der Grosse Rat, der 130 Mitglieder zählt und gemäss Verhältniswahlrecht vom Volk auf vier Jahre gewählt wird. Das Volk ist darüber hinaus direkt an der Gesetzgebung beteiligt, indem Verfassungsänderungen dem obligatorischen, Gesetzesänderungen dem fakultativen Referendum (von mindestens 3000 Stimmberechtigten innert dreier Monate verlangt) unterliegen. Zudem kennt das Volk das Recht der Verfassungs- und Gesetzesinitiative (von mindestens 4'000 Stimmberechtigten verlangt), und es kann (mit mindestens 20'000 Unterschriften) die Abberufung des Grossen Rats vor Ablauf der ordentlichen Amtszeit verlangen, worüber dann eine Volksabstimmung anzuordnen ist.
Nach den Wahlen von 2004 haben Sitze (in Klammern Wahl 2000 und Wahl 1996):

Exekutive

Ausführendes Organ ist der Regierungsrat, der aus fünf Mitgliedern besteht und vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht auf ebenfalls vier Jahre gewählt wird. Das Volk kann (wenn von mindestens 20'000 Stimmberechtigten verlangt) die vorzeitige Abberufung der Regierungsrates beantragen, über die dann eine Volksabstimmung angeordnet werden muss.
Nach den Wahlen von 2004 haben, wie bisher, Sitze:

Judikative

Richterliche Behörden sind auf kantonaler Ebene das Obergericht, das Kassationsgericht und das Verwaltungsgericht, auf regionaler Ebene die Bezirksgerichte, auf kommunaler Ebene die Friedensrichter.

Parteiensystem

Bezirke und Gemeinden

Der Kanton Thurgau ist in acht Bezirke unterteilt, die Teil der kantonalen Exekutive sind. Organe der örtlichen Selbstverwaltung sind die Politischen Gemeinden.

Der frühere so genannte Gemeindedualismus, der durch eine Nebeneinander von Orts- und Munizipalgemeinden charakterisiert war und aus napoleonischer Zeit stammte, wurde durch die neue Verfassung von 1987 abgeschafft. Weiterhin bestehen aber auch öffentlichrechtlich anerkannte Schul-, Bürger- sowie die evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchgemeinden.

Siehe: Gemeinden des Kantons Thurgau.

Wirtschaft

Tourismus

Beliebtes Ziel ist die Region vor allem für sogenannte "Blustfahrten", im Frühsommer zur Blütezeit der Obstbaumlandschaften.

Verkehr

Bildung

Geschichte

Siehe Geschichte des Kantons Thurgau.

Städte und Orte

250px|thumb|right|Städte und Orte des Kantons Thurgau

Weitere Gemeinden des Kantons siehe: Gemeinden des Kantons Thurgau

Bezirke mit Hauptort

250px|thumb|right|Bezirke des Kantons Thurgau Die 8 Bezirke mit gleichnamigem Hauptort heissen:

Siehe auch: Kefikon

Mostindien

In der Schweiz heisst der Kanton Thurgau volkstümlich auch Mostindien. Der Bestandteil "Most-" ergibt sich aus der Eigenschaft als Apfelanbaugebiet, während die Verbindung mit Indien daher rührt, dass die Form des Kantons der von Indien ähnelt.

Weblinks


Thurgau !

See also: Thurgau, 1803, 2004, Aadorf, Aargau, Amriswil