Thüringen
Dieser Artikel befasst sich mit dem Freistaat Thüringen, andere Bedeutungen unter Thüringen (Begriffsklärung)
| Thüringen-Signet (abgewandeltes Wappen) | |
|---|---|
| 120px|none|Signet von Thüringen | |
| Slogan | |
| Deutschlands starke Mitte | |
| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Erfurt |
| Fläche: | 16.172,14 km² |
| Einwohner: | 2.357.000 (1. November 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner/km² |
| Schulden: | 6.325 € pro Einwohner (2002) |
| Schulden gesamt: | 15,2 Mrd. € (2002) |
| ISO 3166-2: | DE-TH |
| Offizielle Website: | www.thüringen.de |
| Politik | |
| Ministerpräsident: | Dieter Althaus (CDU) (seit 5. Juni 2003) |
| Regierende Parteien: | CDU |
| Sitzverteilung im Landtag (88 Sitze): | CDU 45 PDS 28 SPD 15 |
| letzte Wahl: | 13. Juni 2004 |
| nächste Wahl: | 2009 |
| Parlamentarische Vertretung | |
| Stimmen im Bundesrat: | 4 |
| Karte | |
| 250px|Bundesland Thüringen in Deutschland | |
Der Freistaat Thüringen ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
| Inhaltsverzeichnis |
Staatsaufbau
Allgemein
Der gesamte Staatsaufbau Thüringens basiert auf der Verfassung des Freistaates Thüringen von 1993. Laut der Verfassung ist Thüringen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Es ist ein demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen verpflichteter Rechtsstaat (Art.44). Artikel 45 besagt, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht und dass das Volk seinen Willen durch Wahlen, Volksbegehren und Volksentscheid verwirklicht.
Legislative
Die Legislative steht dem Thüringer Landtag zu. Im Weiteren besteht die Möglichkeit der aktiven Teilnahme an der Legislative des Volks durch Volksentscheid. Der Landtag wird alle fünf Jahre nach dem Personalisierten Verhältniswahlrecht neu gewählt. Momentan haben 88 Abgeordnete einen Sitz im Landtag.
Siehe auch: Wahlergebnisse und Landesregierungen in Thüringen seit 1990.
Exekutive
Die Exekutive besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern. Der Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder ohne Aussprache in geheimer Abstimmung für die gesamte Legislaturperiode gewählt. Der Ministerpräsident ernennt und entlässt die Minister. Er bestimmt außerdem einen Minister zu seinem Stellvertreter. Der Landtag kann den Ministerpräsidenten nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum absetzen.
Seit 1999 ist in Thüringen eine Alleinregierung der CDU im Amt, die bei der Landtagswahl 2004 ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen konnte. Die derzeitigen Regierungsmitglieder sind:
- Thüringer Ministerpräsident: Dieter Althaus
- Thüringer Finanzministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin: Birgit Diezel
- Thüringer Innenminister: Dr. Karl Heinz Gasser
- Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt: Dr. Volker Sklenar
- Thüringer Kultusminister: Prof. Dr. Jens Goebel
- Thüringer Justizminister: Harald Schliemann
- Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit: Dr. Klaus Zeh
- Thüringer Minister für Wirtschaft und Arbeit: Jürgen Reinholz
- Thüringer Minister für Bau und Verkehr: Andreas Trautvetter
- Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Staatskanzlei: Gerold Wucherpfennig
Die derzeitigen Staatssekretäre sind:
- Thüringer Finanzministerium: Michael Schneider
- Thüringer Innenministerium: Stefan Baldus
- Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt: Prof. Dr. Christian Juckenack
- Thüringer Kultusministerium: Prof. Dr Walter Bauer-Wabnegg und Kjell Eberhardt
- Thüringer Justizministerium: Manfred Scherer
- Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit: Stephan Illert
- Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: Dr. Jürgen Aretz
- Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr: Roland Richwien
Judikative
Die Judikative wird vom Verfassungsgerichtshof und von den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus einem Präsidenten und acht weiteren Mitgliedern. Die ordentliche Gerichtsbarkeit gliedert sich in das Thüringer Oberlandesgericht in Jena, die Landgerichte in Erfurt,Gera, Mühlhausen und Meiningen sowie die nachgeordneten Amtsgerichte.
Geografie
Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Bundesländer Hessen (270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört zusammen mit Sachsen-Anhalt und Sachsen zu Mitteldeutschland. Wegen seines Waldreichtums wird Thüringen auch das Grüne Herz Deutschlands genannt.
Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung Thüringens beträgt 160 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung 198 km. Thüringen wird von den Autobahnen A 4, A 9, A 38, sowie A 71 und A 73 durchzogen. An der A 4 liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht von West nach Ost die Städte Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera.
Der Süden des Landes wird dominiert vom Thüringer Wald, der sich von Eisenach bis Sonneberg durch das Land zieht. Nördlich davon liegt das Thüringer Becken. Nach Osten schließt sich an den Thüringer Wald das Thüringer Schiefergebirge an. Im Norden reicht der Freistaat bis an den Harz. Weitere Gebirge und Höhenzüge sind die Rhön, der Dün, der Kyffhäuser und der Hainich.
Die wichtigsten Flüsse Thüringens sind die Saale, die Ilm, die Werra, die Unstrut und die Weiße Elster.
Der höchste Berg Thüringens ist mit 982,9 m der Große Beerberg (weitere Berge siehe Liste der Berge in Thüringen), die tiefste Stelle liegt mit 114 m am Unstrutflutgraben bei Wiehe.
Geschichte
Die Geschichte Thüringens wird im Hauptartikel Geschichte Thüringens dargestellt.
Chronologie
- bis 531: Königreich Thüringen mit einer Ausdehnung von der Elbe bis zur Donau. Nach dem Sturz von König Herminafried und der Zerschlagung des Reiches durch die Franken erhalten diese das Kernland Thüringens. Der Norden fällt an die Sachsen, der Osten an die Sorben.
- 7. Jahrhundert: Es besteht ein Herzogtum Thüringen, über das jedoch fast nichts bekannt ist.
- 1067: Graf Ludwig der Springer erbaut die Wartburg
- 1130: Der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., erhält die Landgrafenwürde. Die nun folgende Zeit der Ludowinger ist eine der glanzvollsten in der Geschichte des Landes (Sängerkrieg, Wirken der heiligen Elisabeth).
- 1247: Mit Heinrich Raspe stirbt der letzte Ludowinger. Thüringen fällt an die Wettiner.
- 1485: Mit der Leipziger Teilung der wettinischen Gebiete fällt Thüringen an die Linie der Ernestiner.
- 1521/22: Aufenthalt Martin Luthers auf der Wartburg, wo er als "Junker Jörg" unter dem Schutz der Weimarer Fürsten vor der Verfolgung des Papstes das Neue Testament übersetzte und damit die Grundlage einer einheitlichen deutschen Schriftsprache schuf.
- 1525: Thüringen ist ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges.
- ab 1572: Mehrere Jahrhunderte währende Erbteilungen des Landes führen zu einer Vielzahl von entstandenen und wieder aufgelösten Fürstentümern.
- 1794-1805: Zeit der Weimarer Klassik als Blütezeit der deutschen Literatur
- 1. Mai 1920: Das Land Thüringen entstand aus dem Zusammenschluss der sieben Volks- beziehungsweise Freistaaten der ehemaligen Herzog- beziehungsweise Fürstentümer Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Gotha (ohne Coburg), Sachsen-Altenburg, Sachsen-Meiningen, beiden Fürstentümern Reuß j.L. und Reuß ä.L., die sich 1919 zum Volksstaat Reuß vorab vereinigt hatten, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Zum Freistaat Preußen gehörten weiterhin dessen Regierungsbezirk Erfurt mit diversen Exklaven wie Schleusingen und Ziegenrück, sowie der Kreis Herrschaft Schmalkalden der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
- 23. Januar 1930: Erste völkisch-nationalsozialistische Regierung in Deutschland (Baum-Frick-Regierung)
- 1. Juli 1944: Unterstellung der Regierungsbezirks Erfurt der aufgelösten Provinz Sachsen unter die Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar.
- 1945-1952: Bildung des Landes Thüringen innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der DDR, bestehend aus dem Land Thüringen von 1920, jedoch ohne die Exklaven Allstedt und Ostheim, ferner aus dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden.
- 1990: Neubildung des Freistaat Thüringen, bestehend aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie unter Einbeziehung der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln, mit Josef Duchac als erstem Ministerpräsidenten.
Die Regierungschefs von Thüringen
Die Regierungspräsidenten von 1945 bis 1952 waren:
- 1945: Hermann Brill
- 1945 - 1947: Rudolf Paul, SPD/SED
- 1947 - 1952: Werner Eggerath, SED
Die Ministerpräsidenten von 1990 bis heute waren:
- 1990 - 1992: Josef Duchač, CDU
- 1992 - 2003: Dr. Bernhard Vogel, CDU
- 5. Juni 2003 - heute: Dieter Althaus, CDU
Verwaltungsgliederung
Die Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens wird im entsprechenden Zusatzartikel dargestellt.
Seit der Kreisreform vom 1. Juli 1994 ist der Freistaat Thüringen in 17 Landkreise unterteilt. Es gibt außerdem sechs kreisfreie Städte.
Landkreise
- in Klammern: Kreisstadt (sofern anderslautend als Landkreis) und Kfz-Kennzeichen
right|Landkreise Thüringen
- Altenburger Land (Altenburg) (ABG)
- Eichsfeld (Heilbad Heiligenstadt) (EIC)
- Gotha (GTH)
- Greiz (GRZ)
- Hildburghausen (HBN)
- Ilmkreis (Arnstadt) (IK)
- Kyffhäuserkreis (Sondershausen) (KYF)
- Nordhausen (NDH)
- Saale-Holzland-Kreis (Eisenberg) (SHK)
- Saale-Orla-Kreis (Schleiz) (SOK)
- Saalfeld-Rudolstadt (Saalfeld/Saale) (SLF)
- Schmalkalden-Meiningen (Meiningen) (SM)
- Sömmerda (SÖM)
- Sonneberg (SON)
- Unstrut-Hainich-Kreis (Mühlhausen) (UH)
- Wartburgkreis (Bad Salzungen) (WAK)
- Weimarer Land (Apolda) (AP)
Kreisfreie Städte
Städte und Gemeinden
Es gibt in Thüringen 998 selbstständige Städte und Gemeinden. Zum großen Teil sind diese jedoch Mitglieder von Verwaltungsgemeinschaften.
Städte und Gemeinden werden in der Liste der Orte in Thüringen aufgelistet.
Regionen
- Dün
- Goldene Aue
- Hainich
- Hainleite
- Harz (teilweise)
- Kyffhäuser
- Rhön
- Thüringer Becken
- Thüringer Holzland
- Thüringer Schiefergebirge
- Thüringer Wald
- Windleite
Sprache
Es gibt keinen einheitlichen thüringischen Dialekt, vielmehr ist das Gebiet des heutigen Bundeslands Thüringen, auch aufgrund seiner Geschichte, in sprachlicher Hinsicht stark differenziert.
Thüringisch wird nördlich des Rennsteigs gesprochen. Südlich dieses als Sprachscheide fungierenden Mittelgebirgszugs herrscht fränkisch geprägte Mundart vor.
Auch im Südosten Thüringens, entlang der Grenze zu Bayern befindet sich ein streifenförmiges fränkisch beeinflußtes Mundartgebiet, welches erst weiter nördlich ins Thüringische übergeht.
Weitere kleinräumige Dialektgebiete in Thüringen befinden sich im Südwesten, im Gebiet um Vacha, wo in einigen Orten hessischer Dialekt gesprochen wird.
Im Norden Thüringens, nördlich von Worbis und südlich von Duderstadt (Niedersachsen) wird in einer Anzahl von Orten, die sich nördlich der ik-ich- Linie befinden, niederdeutscher Dialekt, genauer Ostfälisch, gesprochen.
Hier findet man Abbildungen, welche die sprachlichen Verhältnisse in Thüringen illustrieren.
Nähere Informationen zu den sprachlichen Gegebenheiten in Thüringen liefern die Webseiten der Arbeitsstelle Thüringisches Wörterbuch, Jena
Kultur
Kulinarische Spezialitäten
| thumbnail|Thüringer Rostbrater bei der Arbeit |
- Thüringer Küche
- Thüringer Klöße
- Thüringer Rostbratwurst
- Thüringer Rostbrätl
- Schmöllner Mutzbraten
- Schmandkuchen
- Zwiebelkuchen
Besondere Sehenswürdigkeiten
- Weimar, die Stadt der deutschen Klassik
- Wartburg
- Rennsteig
- Saalfelder Feengrotten
- Deutsches Spielzeugmuseum
- Naturpark Obere Saale
- Kyffhäuserdenkmal
- Barbarossahöhle
- Oberweißbacher Bergbahn
- Mon Plaisir – Puppenmuseum in Arnstadt
- Blick vom Emberg zum Thüringer Wald
- Erlebnisbergwerke in Sondershausen (mit Kahnfahren, Kegeln oder Moutainbikefahren unter Tage in ca. 700 m Tiefe) und Merkers (mit dem größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt und Kristallgrotte)
- Possen bei Sondershausen mit dem Possenturm, dem höchstem Fachwerkturm Deutschlands
- Nationalpark Hainich
- Erfurter Dom
- Rennsteig im Thüringer Wald
- Bunkermuseum in Frauenwald
Religion
Auf dem Gebiet vom heutigen Thüringen ist der christliche Glauben durch die Missionierung des Heiligen Bonifazius eingezogen. Nach der Reformation sind fast alle Gebiete evangelisch geworden. Nur das Eichsfeld und Erfurt blieben katholische Hochburgen.
- 8,2% Römisch-katholische Stand 2003
Siehe auch
- Portal Thüringen
- Geschichte Thüringens
- Liste der Orte in Thüringen
- Liste bedeutender Thüringer
- Thüringische Staaten
Weblinks
- Freistaat Thüringen
- Urlaub im Freistaat Thüringen
- Open Directory - Top:World:Deutsch:Regional:Europa:Deutschland:Thüringen
- Thüringer Landesamt für Statistik
- Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)
Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
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