Time-Sharing
Time-Sharing war der erste konzeptionelle Ansatz in der Computertechnologie mehrere Benutzer an einem Computer quasi gleichzeitig arbeiten zu lassen, in dem sie sich die Rechenzeit des einzigen vorhandenen Prozessors teilten. Jedem einzelnen Benutzer erschien es dabei so, als hätte er die gesamten Ressourcen des Computer stets für sich allein zur Verfügung.
Heutzutage wird der Begriff Time-Sharing, wenn er überhaupt noch verwendet wird, häufig irrtümlich mit dem Multitasking gleichgesetzt. Auch wenn beide Konzepte das quasi parallele Arbeiten an einem Prozessor betreffen, so beruht
- das Multitasking auf einer Idee von Christopher Strachey und legt den Schwerpunkt auf die quasi-gleichzeitige Bearbeitung von Prozessen,
- während das Time-Sharing Konzept erstmals 1957 von Bob Bemer beschrieben und Ende 1957 von John McCarthy realisiert wurde und dabei den konzeptionellen Schwerpunkt auf die gleichzeitige Bedienung vieler Benutzer legt.
Das eigentliche Neue aus der Sicht des Benutzers war der Zugriff auf den Computer über Terminals. Der Benutzer konnte damit erstmals interaktiv das Rechenverhalten des Computer beeinflussen und musste nicht auf die sequentielle Abarbeitung von Dateien warten.
Alle modernen Mehrbenutzer-Betriebssysteme, wie zum Beispiel Unix sind heute auf Time-Sharing-Betrieb ausgelegt, da Multitasking auch Time-Sharing ermöglicht.
Die zwingenden Voraussetzungen für das Time-Sharing sind heutzutage selbstverständlich, waren jedoch in den späten 50ern revolutionär neu:
- Scheduling, also die Möglichkeit zur gesteuerten Prozessorzuteilung an Benutzer bzw. Prozesse
- Swapping als erste Möglichkeit einer einfachen Speicherverwaltung
- Dateisysteme mit quasi gleichzeitigem Zugriff auf Dateien
- Speicherschutz
Die ersten verwendeten Time-Sharing Betriebssysteme waren:
- Compatible Time-Sharing System(CTSS),
- Incompatible Timesharing System(ITS) sowie
- Multics
