Tōde

Tōde (jap. 唐手, wörtlich: T'ang-Hand) ist ein Kampfsport aus Okinawa.

1429 erließ König Sho Hashi in Okinawa ein Verbot für den Besitz von Waffen. Die schon existierenden waffenlosen Kampftechniken gewannen mehr und mehr an Bedeutung. Aus dem Kaiserreich China eingeführte Methoden begannen sich mit den Einheimischen zu vermischen. meint eigentlich die T'ang-Dynastie, wird aber oft für China allgemein benutzt. Ebenso bedeutet De zwar eigentlich Hand, kann hier aber als Technik gedeutet werden. Damit heißt Tōde wörtlich zwar T'ang-Hand, frei übersetzt aber Chinesische Technik. Heute ist man sich nicht einig darüber, wieviel davon tatsächlich aus dem Nachbarland stammte und wie viel neu hinzugefügt wurde, denn die Kampfkünste wurden geheim gehalten und oft nur in Klöstern geübt und unterrichtet.

Erst ab 1904 konnte man Tōde in Okinawa offiziell an Schulen erlernen. 1922 wurde der Kampfsport an einem großen Sportfest in Japan vorgestellt. Gichin Funakoshi war hell begeistert und begann, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Er gilt heute als der Begründer des Karate. 唐 kann sowohl als in der sino-japanischen, wie auch als kara in der rein-japanischen Lesung gelesen werden. Dadurch kann Tōde auch als Karate gelesen werden, wobei jedoch die ursprüngliche Bedeutung erhalten bleibt. Die heutige Schreibung mit den Ideogrammen für die Bedeutung leere Hand (空手) stammt von Funakoshi.

See also: Tōde, 1429, 1904, 1922, Gichin Funakoshi, Ideogramm, Japanisches Schriftsystem, Kaiserreich China, Kampfsport, Karate