Toledo (Spanien)

thumb|Die Kathedrale von Toledo Toledo ist die Hauptstadt der spanischen Provinz Toledo mit ca. 72.500 Einwohnern und liegt südöstlich von Madrid am Fluss Tajo und ist Sitz eines Erzbistums.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Toledo liegt ca. 100 m über dem Ufer des Flußes Tajo, der sich in Mäandern tief in den Felsen der Hochebene der Südmeseta eingeschnitten hat und beherrscht die Flußquerung, die heute durch eine mittelalterliche Brücke repräsentiert wird.

Sehenswürdigkeiten

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Blick auf Toledo mit dem Alcázar und der Kathedrale
Die Altstadt mit der Kathedrale Santa María aus dem 13. - 15. Jahrhundert und dem Alcázar aus dem 16. Jahrhundert sowie zahlreichen weiteren Kirchen, einem Kloster und Museen ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Sehenswert sind auch zwei der ganz selten erhaltenen mittelalterlichen Synagogen, el transito und Santa Maria la blanca, die nach der Vertreibung der Juden 1492 als Kirche genutzt wurden.

Geschichte

thumb|300px|El Greco: Ansicht von Toledo, um 1608 Die erste dauerhafte Besiedlung im Stadtgebiet stellten eine Reihe von Burgen aus der Zeit der Keltiberer dar. Am Cerro del Bú wurden eine Reihe namhafter archäolgischer Funde des von einer Stadtmauer umgebenen Toledo gemacht, die im Museo de Santa Cruz in Toledo präsentiert werden. Im Jahre 192 v. Chr. unterwarf Marco Fulbio Nobilior die Siedlung gegen heftigen Widerstand den hier siedelnden Hirtenstamm der Karpetaner den Römern und gründete ihren Vorposten Toletum. Durch seine Eisenerzvorkommen entwickelte sich Toledo zu einer bedeutenden Siedlung, die eigene Münzen prägte. Zahlreiche Villen, deren Reste ausgegraben wurden, bezeugen eine durchgreifende Romaniserung der Siedlung, die von einem Aquädukt gekrönt wurde, der heute vollständig zerstört ist.

Seit den ersten Barbareneinfällen wurden die antiken Mauern zu defensiven Zwecken verstärkt. 411 eroberten die Alanen kurzfristig die Stadt. 418 wechselt sie zu den Westgoten. Toledo war bis 711 Hauptstadt des Reiches der Westgoten, die sie zum Sitz eines arianischen Erzbistums machten. 589 konvertierte ihr König zum Katholizismus. Seine zivile und religiöse Bedeutung unterstreicht die Tatsache, das hier 633 das Konzil von Toledo unter Leitung des Enziklopädisten Isidor von Sevilla getagt hatte. Der Erzbischof von Toledo ist bis heute Primas der katholischen Kirche Spaniens und war lange Zeit einer der mächtigsten Fürstbischöfe Spaniens, der im Mittelalter über eigene Truppen verfügte und sich an der Reconquista, aber auch anderen Kriegszügen der spanischen Könige (z.B. in Nordafrika) mit eigenen Soldaten beteiligte.

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Wasserspeier in Form eines Dudelsackpfeifers, Claustro de San Juan de los Reyes

Die Mauren eroberten die Hauptstadt des Westgotenreiches im Jahr 712. Ihre Blütezeit erlebte Toledo zur Zeit der Maurenherrschaft als Tolaitola während des Kalifats von Córdoba und unter den Dhun-Nuniden bis zur Eroberung durch Alfons VI. am 25. Mai 1085 (siehe auch Reconquista). In dieser Zeit erwarb sich Toledo einen hervorragenden Ruf für seine Schwerter und anderen Stahlprodukte, wie Messer etc. Zeitweilig war Toledo in dieser Zeit auch Sitz eines Taifa.

Nach der Eroberung durch die christlichen Truppen unter Alfonso VI. wurde sie 1087 Residenz des Königreichs Kastilien und blieb es bis 1561. Felipe II. verlegte seine Residenz in das 71 km entfernte Madrid, das geographisch ziemlich exakt im Zentrum der iberischen Halbinsel und zu allen entfernteren Hafenstädten annähernd in gleicher Entfernung liegt.

Bekannt wurde Toledo auch durch den "Toledaner-Brief", in dem es um erfragte Verhaltensanweisungen für Menschen ging.

berühmte Persönlichkeiten

El Greco lebte von 1577 bis zu seinem Tod 1614 in Toledo und schuf dort zahlreiche Werke, darunter "Das Begräbnis des Grafen Ordaz" in der Kirche Santo Tomé.

Städtepartnerschaften

See also: Toledo (Spanien), 1085, 1087, 13. Jahrhundert, 1492, 15. Jahrhundert, 1561, 16. Jahrhundert, 192 v. Chr., 25. Mai