Tonbetonwand
Eine Tonbetonwand ist eine dünne Dichtungswand aus Tonbeton bei Staudämmen. Sie befindet sich als zusätzliches Dichtungselement im Kern eines Schüttdammes.
Bei Steinschüttdämme sorgen an den Außenflanken Schüttungen von Felsbrocken für die Standfestigkeit, während der zumeist aus Lehm bestehende Kern die Wasserdichtigkeit gewährleistet. Da das Kernmaterial stellenweise sehr heterogen und spröde sein kann, wird häufig während der Schüttung des Kerns eine Tonbetonwand als weitere Sicherheit hochgezogen. Dieser Beton muß ein ähnliches Verformungsverhalten wie das Kernmaterial aufweisen, um bei Setzungen und Spreizungen im Inneren des Damms nicht zu brechen.
Die Tonbetonwand wird üblicherweise ohne Verschalung und Bewehrung gegossen. Hierzu werden mehrere Lagen (etwa drei) der Kernmaterials geschüttet und verdichtet bis zu einer Höhe von ca. 1,20 m, um dann einen ca. 0,60 m breiten Schlitz über der im vorhergenden Zyklus hergestellten Lamelle der Betonwand auszuheben. Die luftseitige Wandung des Grabens wird mit einem Filtervlies versehen, um ihn dann mit Beton auszugießen. Das Filtervlies hält bei Sickerungen Schwebstoffe zurück, die dann zur Abdichtung der Leckstelle dienen.
