Topik
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Topik bezeichnet die Schrift des Aristoteles, die im sog. Organon - das sind durch die nacharistotelische Tradition zusammengestellte logische Schriften - die 5. Pragmatie darstellt.
Dieser logische Taktrat wurde für Teilnehmer an dialektischen Streitgesprächen geschrieben. In einem beliebigen Disput, meint Aristoteles, gibt es bei der Untersuchung von Fragen Gemeinsamkeiten, die auf griechisch topoi (d.i. der Plural von "topos") heißen.
Auf sie wird im ersten Teil des Traktats hingewiesen. In den ersten fünf Büchern charakterisiert Aristoteles das Wesen der Schlussfolgerungen, erläutert den Unterschied zwischen den Merkmalen eines Gegenstandes.
In ihnen weist er auch darauf hin, dass man nur auf zweierlei Arten widerlegen und beweisen kann: entweder über die Deduktion (syllogismós) (ein weiterer Begriff als "Syllogismus") oder über die Induktion. Der Erfolg eines Beweises hängt seiner Meinung nach von der Erfüllung folgender Bedingungen ab:
- 1. man muss eine strenge Auswahl der Thesen für den Disput vornehmen
- 2. man muss die Möglichkeiten in der Verwendung eines Wortes zu unterscheiden vermögen
- 3. man muss Unterschiede und Ähnlichkeiten zu finden verstehen
Im sechsten und siebenten Buch wird die Lehre von der Definition behandelt. Die Definition eines zu definierenden Begriffs muss mit bekannten Begriffen vorgenommen werden.
Deshalb ist eine Definition in folgenden Fällen falsch:
- 1. wenn im Definierenden ein Begriff erklärt wird, der dem zu definierenden Begriff konträr gegenübersteht
- 2. wenn im Definierenden die Bezeichnung des zu Definierenden verwendet wird
- 3. wenn ein Glied der Definition durch ein anderes definiert wird
Im achten Buch sind die allgemeinen Regeln aufgeführt, an die sich sowohl der Opponent als auch der Verteidiger zu halten haben. Aristoteles formuliert folgende Anforderungen an die Opponenten:
- 1. er muss genau definieren, von welchem Standpunkt aus Einsprüche erhoben werden können
- 2. er muss gedanklich den Plan einer möglichen Antwort des Verteidigers skizzieren
- 3. er muss seine Gedanken während des Disputs beweisen.
Dabei widmet sich Aristoteles den subtilen Teilfragen der Diskussion. Er empfiehlt z.B.,
- mit Analogien zu operieren;
- sich selbst zu widerlegen, um den Opponenten in eine für ihn ungünstige Position zu drängen;
- sich nicht über Fragen zu ereifern, die die Disputteilnehmer offensichtlich nicht interessieren;
- den Verteidiger zu zwingen, unglaubwürdige Schlussfolgerungen aus der von ihm aufgestellten These zu ziehen u.a.
Nicht weniger ausführlich befasst sich Aristoteles mit der Stellung des Verteidigers in einem Disput.
Zum abgeleiteten Begriff Topik in der Philosophie, siehe Topik (Philosophie).
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Literatur
Primärtexte
- Rapp, Christof/ Wagner, Tim: Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004 (Reclam) (ISBN 3150183375)
- * Rapp, Christof: Aristoteles. Rhetorik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar. 2 Bde., Berlin 2002.
Sekundärtexte
- Christoph Horn ; Rapp, Christof (Hgg.): Wörterbuch der antiken Philosophie. München 2002 (ISBN 3406476236)
(Erläuterungen zahlreicher Termini der antiken und auch der aristotelischen Philosophie)
- Christof Rapp: Aristoteles zur Einführung, Hamburg 2004 (ISBN 3885063468) (eine gute deutschsprachige Einführung zu Aristoteles mit sehr guter thematisch gegliederter Bibliografie für Einsteiger)
- Höffe, Otfried (Hg.): Aristoteles-Lexikon, Stuttgart 2005
Weblinks
- R. Smith, Aristotle's Logic
- http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Scriptorium/S1.htm Widerlegung der Sophismen
Kategorie: Philosophisches Werk
Kategorie:Griechische Philosophie
Kategorie: 4. Jahrhundert v. Chr.
