Topos
Unter Topos (Plural Topoi; aus dem griechischen tópos, "Ort") versteht man einen abstrakten Ort, aber auch eine Formkategorie.
- Topos (Mathematik) ist ein Begriff der Kategorientheorie. mit Anwendungen in Geometrie und Logik, sowie In der Informatik insbesondere im Bereich der Datenbanken.
- In den Geistes- und Kulturwissenschaften wird der Begriff Topos sowohl für Kategorien als auch für Bilder verwendet. Beispielsweise stellt die Kategorie "Definition" einen Topos dar. Man spricht vom "Topos der Gottesstrafe" oder vom "Topos der Musikstadt Wien".
- In der Ökologie wird der abgeleitete Begriff Biotop benutzt.
- In der Rhetorik stellen Topoi die Orte dar, an denen Argumente aufzusuchen seien (Quintilian, sedes argumentorum, in quibus latent, ex quibus sunt petenda). Aristoteles fasst den Begriff Topos weiter, sowohl heuristisch (als Suchort), argumentativ (als Anstoß zu einer Argumentation) und rhetorisch (als Teil der Rede selbst). Der Teilbereich der Rhetorik, der sich mit dem Topos befasst, wird Topik genannt.
- In der Literaturwissenschaft ist ein "Topos" ein bezeichnender Einzelzug, z. B. der Topos der "bösen Stiefmutter" oder auch der "liebliche Ort" (lat. locus amoenus) in der Natur, an dem die Handlung vorübergehend inne hält.
Literatur
- Edgar Mertner: "Topos und Commonplace". In: Peter Jehn (Hrsg.). Toposforschung (Respublica Literaria 10). [1956]. Frankfurt am Main: Athenäum 1972. S. 20?68
- Saunders Mac Lane and Ieke Moerdijk, Sheaves in Geometry and Logic: a First Introduction to Topos Theory, Springer, New York, 1992.
Weblinks
- http://www.thelatinlibrary.com/quintilian/quintilian.institutio5.shtml M. Fabii Quintiliani Institutio Oratoria Liber quintus
- http://www.uni-potsdam.de/u/slavistik/vc/hmeyer/witz/arisrhe1.htm Meyer: Die Rhetorik des Aristoteles
