Totes Meer

left|thumb|200px|Sonnenaufgang am Toten Meer

Daten
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Totes Meer

Name: Totes Meer
Lage: Vorderasien
Länder: Israel, Westjordanland, Jordanien
Fläche 1.020 km²
Wasseroberfläche: unter 400 m u. NN
Seetiefe: ca. 400 m
Seeboden: 794 m u. NN
Zuflüsse: Jordan
Abflüsse: abflusslos
Orte am Ufer: En Gedi, Sedom, Al-Mazra
Besonderheiten: - tiefstgelegener See d. Erde
- dritttiefste Kryptodepression &
tiefste Landstelle d. Erde
- extrem salzhaltig
- weitgehend bakterielles Leben

Das Tote Meer (hebr. ים המלח Yam HaMelach bzw. "Salzmeer"; arab. بحر الميّت Bahr al-Mayyit oder بحر لوط Bahr Lūt, "Meer des Todes" oder "Meer des Lot") ist ein See, der vom Jordan gespeist wird. Er grenzt an Israel, das israelisch besetzte Westjordanland und an Jordanien.

Das "Meer" bildet einen abflusslosen und rund 1.020 km² großen Salzsee, der als so genannter "Endsee" in einer Depression liegt; diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des Great Rift Valleys darstellt. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist daher der tiefstgelegene See der Erde, aber nicht der tiefste. Der Grund des Sees liegt bei 794 m u. NN; damit handelt es sich um die dritttiefste Kryptodepression der Erde.

left|thumb|135px|Schwimmen auf dem Toten Meer

Der Salzgehalt des Toten Meers beträgt bis zu 33 Prozent, im Durchschnitt rund 28 Prozent (zum Vergleich: der Salzgehalt des Mittelmeers liegt bei ca. 3 Prozent). Nur noch der Assalsee in Ostafrika ist mit knapp 35 Prozent salzhaltiger.

Entgegen seinem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschiedene Mikroorganismen, insbesondere auf anaerobe, Nitro, Schwefel und Cellulose abbauende Bakterien. Auch manche Pflanzen mit großer Salztoleranz, die sog. Halophyten, können in dieser extremen Umwelt überleben.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung von Israel und Jordanien mit Trinkwasser ist das Tote Meer von schleichender Austrocknung bedroht. Der Wasserspiegel des Sees sinkt seit Jahren, da die Zuflüsse bei gleichbleibender Verdunstung abnehmen. Pläne zur Rettung des Toten Meers sehen vor, einen Kanal vom Roten Meer oder vom Mittelmeer zu graben. Das zugeführte Wasser könnte den Wasserspiegel stabil halten, gleichzeitig könnte das Gefälle zur Energieerzeugung genutzt werden.

left|thumb|135px|salzverkrustete Steine am Toten Meer

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Zeitunglesen im Toten Meer

Interessanterweise ist die Zusammensetung der Salze im Toten Meer hygroskopisch, d. h. dass eine der Speisungsquellen gewissermaßen die Luftfeuchtigkeit ist. Dies hat zur Folge, dass bei moderaten Temperaturen Wasser aus dem Toten Meer nie ganz verdunstet und sich auch keine Salzkrusten oder -kristalle bilden.

Es gibt Annahmen, dass sich unter dem oder am Toten Meer die in der Bibel erwähnten Städte Sodom und Gomorrha befinden, die nach biblischer Überlieferung von Gott durch ein Erdbeben bzw. einen Feuerregen verschüttet wurden.

Touristisch interessante Orte am Toten Meer sind die Oase En Gedi sowie Massada. Jericho und die Höhlen von Qumran liegen auf palästinensischem Gebiet und sind wegen der angespannten Sicherheitslage für Touristen derzeit schwer zu erreichen.

See also: Totes Meer, Arabische Sprache, Assalsee, Baikalsee, Bakterien, Cellulose, En Gedi, Erdoberfläche, Great Rift Valley, Halophyten