Totila
Totila, auch bekannt unter dem Namen Baduila, war von 542-52 König der Ostgoten. Er starb 552 in der Schlacht von Busta Gallorum.
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Herkunft
Totila war ein Neffe des Ostgotenkönigs Hildebad. Nach den verheerenden Niederlagen der Ostgoten gegen den oströmischen Feldherrn Belisar und der Gefangennahme des Witiges 540, war es den Ostgoten mit Mühe gelungen, nördlich des Flusses Po einen Reststaat am Leben zu erhalten. Totila war der Comes (sehr frei mit Graf wiedergegeben) von Treviso und wurde wohl Mitte 542 zum König gewählt.
Der Kampf gegen Ostrom und die erfolgreichen ersten Jahre
Das Ziel Totilas war es, die Politik des oströmischen Kaisers Justinian I. zu vereiteln, die auf eine Inbesitznahme Italiens und damit auf eine Restauratio imperii hinauslief. Tatsächlich war Totila zu Anfang sehr erfolgreich, wobei er davon profitierte, dass Justinians beste Truppen im Orient gebunden waren, wo sie seit 540 Krieg gegen die Sassaniden führen mussten. So nahm Totila zweimal Rom ein (Ende 546 und Anfang 550). Allerdings waren seine Möglichkeiten damit erschöpft, was sich auch daran ablesen lässt, dass ihm zwar die Eroberung der Ewigen Stadt gelang, nicht aber, diese auch längerfristig zu halten. Dennoch gelangen Totila auch im Feld einige bemerkenswerte Erfolge, zumal unter seiner Führung eine ostgotische Flotte ins Leben gerufen wurde.
Nach der zweiten Einnahme Roms startete Totila zudem eine Propagandakampagne, in der er das Bild einer einträchtigen Lebensweise von Ostgoten und Italikern zu Zeiten Theoderichs des Großen den Jahren des Leidens und des Krieges und der harten Steuerpolitik Justinians gegenüber stellte. Tatsächlich war es aber nicht zuletzt die Taktik Totilas, die diesen so genannten zweiten Gotenkrieg viel blutiger verlaufen ließ als den ersten in den Jahren 535-40. Für Italien bedeutete dieses Blutvergießen faktisch das Ende der Antike. Dennoch gewann Totila einigen Zulauf, zumal er Sklaven aufnahm, was aber auch im Rahmen seiner Politik zu sehen ist, die damit die Senatoren und Unterstützer Konstantinopels traf.
Außenpolitisch war ihm weniger Erfolg beschieden. Weder gelang es ihm die Franken zu einem Ehebündnis zu bewegen noch die (wohl von vornherein illusorische) Anerkennung des Ostgotenreiches durch Ostrom zu erhalten. Als die oströmischen Truppen unter Narses zu einer groß angelegten Landoffensive ansetzten, war es absehbar, dass Totila es auf einen Entscheidungskampf ankommen lassen musste.
Totilas Ende
Narses' Truppen - mit gut 30.000 Elitesoldaten ein für damalige Verhältnisse sehr großes Heer - überquerten den Balkan und rückten von Norden nach Italien ein, wobei sie die gotischen Verteidigungslinien umgingen. Über Verona und Rom marschierte das Heer auf Totila zu, der sich in Umbrien bei Busta Gallorum in der Nähe von Taginae am 1. Juli des Jahres 552 zum Kampf stellte. In dieser Schlacht verblutete das Ostgotenheer unter den Pfeilen der berittenen oströmischen Bogenschützen. Totila fiel entweder während der Schlacht oder kurz danach auf der Flucht. Damit war der Traum von einer Behauptung der Ostgoten in Italien zu Ende. Zwar konnten sich die Ostgoten unter Teja noch einmal sammeln, dennoch bedeutete der Verlust eines Großteils der ostgotischen Reiterei auch die Beendigung des effektiven Widerstandes.
Totila lebte später als Heldenfigur weiter - schon Prokopios von Caesarea versagte ihm nicht den Respekt, ebenso der deutsche Schriftsteller Felix Dahn in seinem 1876 erschienenen Historienroman "Ein Kampf um Rom".
Literatur
Arnold H. M. Jones u. a.: The Prosopography of the Later Roman Empire. Cambridge 1971 ff., Bd. 3, 1328-1332.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Totila |
| ALTERNATIVNAMEN | Baduila |
| KURZBESCHREIBUNG | König der Ostgoten |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | 552 |
| STERBEORT | Schlacht von Busta Gallorum |
