Transidentität

Der Begriff Transidentität wird im Prinzip synonym zu Transsexualität, gelegentlich auch zu Transgender verwendet. Er beschreibt das Phänomen, dass die Geschlechtsidentität vom biologischen Geburtsgeschlecht abweicht.

Die Kritiker des Transsexualitätsbegriffs argumentieren, dass zwar ursprünglich damit gemeint war, daß ein Mensch empfinde, daß er die falschen Sexualorgane besitzt, jedoch die Assoziation zu Sexualität sehr nahe liegt. Tatsächlich aber ist Transidentität kein sexuelles Problem im Sinne "sexueller Handlungen" oder "sexueller Präferenzen oder "sexueller Orientierung", sondern Transidenten wollen sozial anerkannt werden als des "anderen" Geschlechts und streben eine Übereinstimmung von Körper und Empfinden an.

Der Begriff Transidentität soll diese Assoziation mit Sexualität - und damit Mißverständnisse vermeiden, welche durchaus praktische Auswirkungen auf das Leben von Transidenten haben, nicht nur allgemeiner Natur, sondern auch zum Beispiel in den Begutachtungen, die für die medizinische Behandlung und für die Namens- und Personenstandsänderung notwendig sind; diese waren (heute selten) häufig sehr auf sexuelle Fragen konzentriert, und ignorierten häufig zum Beispiel viele soziale Fragen, welche die Transidenten jedoch als wesentlich wichtiger empfinden.

Der ebenfalls verwendete Begriff Transgender betont die soziale Rolle von Geschlecht und betont weniger den falschen Körper, sondern, dass die Betroffenen in erster Linie unter der ihnen zugewiesenen Geschlecherrolle leiden. Er wurde in Deutschland erst nach dem Begriff Transidentität geläufig, der vor allem von dem Verein "Transidentitas e.V." populär gemacht wurde.

Siehe auch: Liste der Transgender-Themen

See also: Transidentität, Geschlechtsidentität, Liste der Transgender-Themen, Sexualität, Sexuelle Orientierung, Transgender, Transsexualität, Transsexuellengesetz, Geschlecherrolle