Traudl Junge

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Traudl Junge
Traudl Junge, eigentlich Gertraud Junge, geborene Humps (* 16. März 1920 in München; † 11. Februar 2002 in München) war zusammen mit Melissa Müller die Autorin des Buches Bis zur letzten Stunde, in dem sie ihr Leben als Sekretärin von Adolf Hitler (1942 - 1945) dokumentiert.

Ihre Erinnerungen an diese Zeit wurden in Interviewform unter der Regie von André Heller und Othmar Schmiderer kurz vor ihrem Tod aufgezeichnet. Der Film Im toten Winkel - Hitlers Sekretärin erhielt den Publikumspreis der Berlinale 2002.

Eine wichtige Rolle als Leitfigur für die Zuschauer bildet Traudl Junge in dem 2004 gedrehten Film Der Untergang mit Bruno Ganz.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Traudl Junge wurde am 16. März 1920 in München als Tochter des Bierbraumeisters Max Humps und der Generalstochter Hildegard Humps, geborene Zottmann, geboren. Ihr Vater galt als "charmanter Luftikus", und "für die Ehe nicht unbedingt geeignet".

Max Humps wurde früh arbeitslos und trat bald dem Freikorps Oberland bei, einem politisch rechts außen stehenden Verband, der gemeinsam mit anderen gegen die Weimarer Republik kämpfte und später verboten wurde. Als Traudl fünf Jahre alt war, verließ der Vater seine Familie und übersiedelte in die Türkei, wo er wieder in seinem Beruf arbeiten konnte. Die Mutter Hildegard weigerte sich nachzuziehen und forderte die Scheidung.

Traudl Humps und ihre Familie wohnten fortan bei Maximilian Zottmann, dem Vater von Mutter Humps. Diesen schilderte Traudl Humps später als pedantisch, disziplin- und ordnungsliebend. 1933 entdeckte die junge Traudl ihre Leidenschaft für das Tanzen. Sie begann von einer Karriere als Tänzerin zu träumen. Die wirtschaftliche Realität ihrer armen Familie verhinderte dies jedoch. 1936 beendete sie ihre Schule vorzeitig mit der Mittleren Reife. Widerwillig besuchte sie ein Jahr die Handelsschule, mit der Aussicht auf eine Anstellung als Sekretärin. Es folgten verschiedene Beschäftigungen, als Kontoristin, als Assistentin des Chefredakteurs einer Zeitschrift für das Schneiderhandwerk und als Sekretärin in einem Betrieb.

Hitlers Privatsekretärin

1942 zog Traudl Humps nach Berlin und bekam dort eine Anstellung in der Reichskanzlei Adolf Hitlers, wo sie die Post des Führers sortierte. Bei einem kurz nach Beginn ihrer Anstellung ausgeschriebenen Wettbewerb erhielt sie die Chance, zu den Privatsekretärinnen Hitlers zu stoßen, und erhielt - für sie überraschend - im Dezember 1942 die Stelle.

Es folgten drei Jahre an der Seite Adolf Hitlers. Humps lebte und arbeitete in Berlin, im Berghof in Berchtesgarden und im Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen. Am 14. Juli 1944 heiratete Humps den Offizier der Waffen-SS Hans-Hermann Junge, der aber später an der Front getötet wurde.

Nach dem Selbstmord Adolf Hitlers floh Junge aus der Reichskanzlei im gefallenen Berlin. Sie wurde von den Alliierten - auch aufgrund ihres jungen Alters - als Mitläuferin eingestuft und ging daher straffrei aus.

Nach dem Krieg

1947 regte ein befreundeter Unternehmer an, sie solle ihre Erlebnisse in Buchform niederlegen. Der Text wurd jedoch nicht veröffentlicht, mit der Begründung, dass "die Leser an derartigen Geschichten kein Interesse hätten".

Im Jahr 2000 lernte Junge die Münchener Schriftstellerin Melissa Müller kennen, die sie dem österreichischen Künstler André Heller vorstellte. Dieser drehte einen Dokumentarfilm über sie; Müller veröffentlichte das Manuskript, das mehr als ein halbes Jahrhundert in Junges Schublade verstaubt war. Kurz nachdem das Buch Müllers erschien, starb Traudl Junge am 11. Februar 2002 in München.

Literatur

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Personendaten
Junge, Traudl
Gertraud Junge, Gertraud Humps
deutsche Privatsekretärin Adolf Hitlers, Zeitzeugin
16. März 1920
München, Deutschland
11. Februar 2002
München, Deutschland

See also: Traudl Junge, 11. Februar, 14. Juli, 16. März, 1920, 1933, 1936, 1942, 1944