Triebfahrzeugführer

Ein Triebfahrzeugführer, auch Lokführer bzw. Lokomotivführer genannt, ist der Mitarbeiter eines Eisenbahnverkehrsunternehmens, der das Triebfahrzeug (Triebwagen oder Lokomotive) verantwortlich bedient (fährt).

Er hat die Verantwortung für die korrekte technische Durchführung der Fahrt gemäß Signalisierung an der Strecke sowie gemäß den Weisungen der örtlich zuständigen Fahrdienstleiter, Zugleiters oder der Transportleitung. Der Lok- oder Triebfahrzeugführer wird in Deutschland umgangssprachlich oft mit dem Zugführer verwechselt, der andere Aufgaben hat. Für Triebfahrzeugführer wurde in der Bundesrepublik Deutschland ein einheitlicher Triebfahrzeugführerschein eingeführt.

Voraussetzungen

Triebfahrzeugführer müssen in Deutschland 21 Jahre alt sein. Es dürfen keine Wahrnehmungsstörungen (im Besonderen keine Farbenblindheit), keine Geh- oder Stehbehinderungen und keine Handamputation vorliegen. Aufgrund der hohen Verantwortung und des Gefahrenpotentials sind psychologische Eignungstests Standard, ebenso Drogentests.

Der Beruf im Wandel

Das Berufsbild des Lok- bzw. Triebfahrzeugführers hat sich in der langen Geschichte der Eisenbahn stark verändert. War z.B. bei der Deutschen Bundesbahn oder Reichsbahn ein Triebfahrzeugführer noch ein voll ausgebildeter Techniker, der über mehr als ein Jahr hinweg auf mehreren Triebfahrzeugbaureihen ausgebildet wurde, bilden die Töchter der Deutsche Bahn AG heute auch Nichttechniker innerhalb von viereinhalb Monaten brutto zum Tf auf einer einzigen Triebwagenbaureihe aus. Die Ausbildung für Streckenlokomotiven (ebenfalls nur eine Baureihe) dauert zwei Monate länger. Bei den Österreichischen Bundesbahnen z.B.dauert eine Tf-Ausbildung 48 Wochen.

Man bildet in den privatisierten Bahnen heute also bedarfsgemäß aus und nicht mehr "zur Reserve". Problematisch dabei ist, dass einerseits die technischen Fähigkeiten der Tf nicht durchgängig auf demselben Niveau sind. Da bei Störungen moderner Triebfahrzeuge aber ohnehin nicht mehr viel mit "Bordmitteln" behoben werden kann, fällt dies weniger ins Gewicht als gerne behauptet. Andererseits sind die Tf nicht mehr ohne Weiteres "austauschbar" - fällt ein Lokführer aus, ist die Wahrscheinlichkeit heute viel geringer als früher, dass ein beliebiger Kollege ihn ersetzen kann, da der Ausbildungsstand, für die verschiedenen Triebfahrzeug-Typen sehr unterschiedlich ist.

Umso wichtiger bleibt die jährliche Fort- und Weiterbildung (bei der DB 16 Pflichtstunden), die auch angesichts der sich immer noch rapide weiterentwickelnden Technik unverzichtbar ist.

Siehe auch

See also: Triebfahrzeugführer, Deutsche Bahn AG, Deutsche Bundesbahn, Deutsche Reichsbahn, Deutschland, Eisenbahnsignal, Eisenbahnstrecke, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Fahrdienstleiter, Farbenblindheit