Triest
| thumb|Piazza Unità d'Italia |
| thumb|Triest um 1888 |
| thumb|Die Börse von Triest (2004) |
Triest (italien.Trieste, slowen. und kroat. Trst, ungar.Trieszt) ist eine Hafenstadt in Nord-Italien an der Grenze zu Slowenien und an der Adria. Es hat ca. 210.000 Einwohner und ist Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien und der Provinz Triest. Es ist Bischofssitz und hat eine Universität sowie ein astronomisches und geophysikalisches Observatorium. Sie ist Sitz bedeutender Schiffahrtslinien (Lloyd Triestino, ehemals Österreichischer Lloyd).
Oberhalb der Stadt liegt ein Kastell (15.-17. Jhdt.). Das Zentrum der Stadt (rund um die Piazza dell' Unità d'Italia) wurde um 1900 völlig neu gestaltet.
Geschichte
left|thumb|150px|Wappen von Triest bis 1918
Zur Zeit der Gründung Aquileias durch die Römer war die Gegend um Triest (in der Antike als Tergeste bekannt) von keltischen und illyrischen Stämmen bewohnt. Die römische Kolonie Tergeste scheint erst während der Regierungszeit Vespasians gegründet worden zu sein. Nach dem Untergang des Römischen Reichs teilte Triest das allgemeine Schicksal Istriens und ging durch verschiedene Hände. Von Kaiser Lothar erhielt es seine Unabhängigkeit unter seinen Bischöfen und behielt diese bis zur Eroberung durch Venedig 1203. Für die nächsten 180 Jahre besteht die Geschichte Triests hauptsächlich aus einer Reihe von Konflikten mit Venedig, die schließlich damit beendet wurden, dass es sich 1382 unter den Schutz Leopolds III. von Österreich stellte. Die Oberherrschaft entwickelte sich unmerklich in ein wirkliches Besitzverhältnis; und außer während der napoleonischen Periode (1797-1805 und 1809-1813) blieb Triest bis zum Ersten Weltkrieg ein integraler Teil von Österreich. Von 1719 bis 1891 war es ein kaiserlicher Freihafen. Der Hafen wurde von Mai bis August 1848 von einer italienischen Flotte blockiert. Während der italienischen und ungarischen Revolutionen blieb Triest Österreich treu und erhielt den Titel Città Fedelissima. 1867 wurden Triest und das angrenzende Territorium als separates Kronland konstituiert.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam Triest, dessen Stadtzentrum überwiegend von Italienern bewohnt wurde, die anliegenden Viertel aber teilweise von Slawen (18%), gemeinsam mit Istrien und Ostfriaul an Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Triest von den jugoslawischen kommunistischen Partisanen besetzt, jedoch kurz darauf in Absprache mit den Alliierten verlassen, ohne den Anspruch auf Triest aufzugeben, da es immer eine slawische Minderheit hatte. Es bildete kurzzeitig (1947/1954) einen Freistaat (ähnlich wie die Freie Stadt Danzig in der Zwischenkriegszeit), der bis Cittanova (Novigrad) reichte und 1954 in eine italienische und eine jugoslawische Verwaltungszone aufgeteilt wurde. Endgültig wurde der internationale Status von Triest erst 1975 in dem Vertrag von Osimo geregelt.
