Triforium
Das Triforium (von lat.: tres, drei und foris, Tür, Öffnung) ist ein Gang in der Hochwand einer gotischen Basilika, der sich in meist dreiteiliger Bogenstellung zum Mittelschiff hin öffnet. Es liegt unmittelbar unterhalb des Obergaden, der Fensterzone des Mittelschiffes. Das Triforium ist ein Stilelement, das seinen Ursprung darin hat, dass dahinter die Pultdächer der Seitenschiffe liegen und somit die Fenster des Obergaden nicht bis auf die Arkadenbögen reichen. Es vermeidet, dass dadurch eine ungegliederte Fläche entsteht, und dient so der plastischen Bereicherung, weniger einem praktischen Zweck.
In der Weiterentwicklung der gotischen Architektur entwarf man andere Dachformen für das Seitenschiff, um die fensterlose Zone zu vermeiden. Entweder erhielt das Seitenschiff ein Satteldach oder jedes Joch des Seitenschiffes bzw. Joch-Paar bei doppelten Seitenschiffen eine separate Haube als Walmdach. So konnte auch die Außenseite des Triforiums mit Fenstern versehen werden und fast die gesamte Wandfläche war durchbrochen. Damit hat das Triforium seine eigentliche Funktion verloren, wurde aber als Gliederungselement beibehalten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Straßburger Münster.
