Dreifaltigkeit

thumb|Dreifaltigkeitsikone von Andrej RubljowDreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität ist die christliche Lehre (Dogma) von der Dreiheit der gleich großen Personen Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist in der Einheit des "göttlichen Wesens".

Inhaltsverzeichnis

Herkunft der verwendeten Begriffe

Die bei der Definition der Dreieinigkeit Gottes verwendeten Begriffe kommen in der Bibel nicht vor:

Das griechische Wort trias für Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist wird erstmals erwähnt in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts bei dem Apologeten Athenagoras: "sie [die Christen] kennen Gott und seinen Logos, wissen was die Einheit des Sohns mit dem Vater ist, was die Gemeinschaft des Sohnes mit dem Vater ist, was der Geist ist, was die Einheit dieser Trias, der Geist, der Sohn, und der Vater, ist, und was ihre Unterscheidung in der Einheit ist."

In der Westkirche wurde das entsprechende lateinische Wort trinitas einige Jahrzehnte später von Tertullian eingebracht. Es ist eine eigens hierfür geschaffene Neubildung aus tres – drei und unitas – Einheit. Er führt ebenfalls den Begriff personae für Vater, Sohn und Heiligen Geist ein. Von Haus aus Jurist erklärte er die Lehre in der Sprache des römischen Rechtswesens. Er verwendete substantia, das den rechtlichen Status in der Gemeinschaft bezeichnet, für die Gesamtheit von Vater Sohn und Heiligen Geist, und personae (Partei im rechtlichen Sinn). Nach seiner Darstellung ist Gott in der substantia einer, aber in der monarchia – der Herrschaft des einen Gottes – wirken drei personae, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Einer anderen Version zufolge entlehnte Tertullian die Methapher "persona" dem Theater von Karthago, wo die Schauspieler Masken vor ihr Gesicht hielten, je nach Rolle, die ihnen zukamen.

Die griechische Theologie des vierten Jahrhunderts, die bei der Erarbeitung der Trinitätslehre führend war, verwendet statt Person das griechische Wort Hypostase (Wirklichkeit, Wesen, Natur), das auch heute in der Theologie oft vorgezogen wird, da der moderne Begriff Person oft fälschlicherweise mit dem antiken Begriff persona gleichgesetzt wird.

Akzeptanz in der Gegenwart

In der Gegenwart ist die Trinität in der Verfassung des ökumenischen Rats der Kirchen aufgeführt und wird damit von allen dort angeschlossenen Kirchen anerkannt. Ebenso gehört das Bekenntnis zur Trinität zu den Glaubensgrundlagen der evangelikalen Bewegung.

Heutige christliche Gruppen, die die Trinität ablehnen, meistens weil sie die Gottheit von Jesus Christus ablehnen oder ihn zumindest auf einer niedrigeren Stufe sehen als Gott, sind die Christian Science, The Way International, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen"), die Zeugen Jehovas, die Geistchristliche Kirche und die Christadelphian-Gemeinden, die Unitarier-Universalisten und die biblischen Unitarier.

Daneben gibt es auch christliche Gruppen, die vom trinitarischen Dogma in die andere Richtung abweichen und lehren, dass Gott der Vater und Jesus Christus keine verschiedenen Personen, sondern vollkommen identisch sind. Unter anderen hängt ein Teil der Pfingstkirchen, die sogenannten "Oneness Pentecostals", dieser Lehre an.

Entwicklung der Akzeptanz

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Noch im 2. Jahrhundert war die subordinierte Christologie, die dem Sohn den Vater unterordnete (im Unterschied zur Trinitätslehre) selbstverständlich und allgmeine Kirchenlehre.

In den folgenden 400 Jahren, geprägt durch erbitterten kircheninternen Streits und politischer Einflussnahme, wurde dann die Lehre von drei gleichrangigen "Personen" in einer "Gottheit" entwickelt.

Das für die Entwicklung der Lehre wichtige Nizänokonstantinopolitanum (381) war reichsrechtlich sanktioniert - bei Widerspruch setzte man seine bürgerliche Existenz aufs Spiel. Somit verbreitete sich das Dogma fortan fast ungehindert und die Akzeptanz nahm zu.

Auf vereinzelte Akzeptanzprobleme (beispielsweise bei den Goten, Sozianern, Unitariern) wurde von der Kirche mit Mord (zB Michael Servet), Verfolgung und Verbannung reagiert.

Geschichte

Vorläufer in der Frühen Kirche

Bereits seit der Zeit des Neuen Testaments waren in der Liturgie Formeln im Gebrauch, die Vater, Sohn und Heiligen Geist zusammen ansprechen. Am bekanntesten ist die Taufformel von Matthäus 28: "Taufet sie im Namen (sg.) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes", die auch in den überlieferten Taufformeln des ersten und zweiten Jahrhunderts wiederholt wird, und die sogar von den Arianern verwendet wurde. Weitere solche Formeln, die schon in den ältesten Liturgien vorkommen, sind beispielsweise "Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist", "die Liebe des Herrn und Vaters, die Gnade des Herrn und Sohnes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes seien mit uns allen" "wir opfern Ehre, Dank und das Trisagion dir, dem Vater, Sohn und Heiligen Geist".

Während die liturgische Verwendung trinitätsnaher Formeln, die noch nichts über die Beziehung untereinander aussagen, im Wesentlichen unbestritten blieb, gab es seit dem zweiten und dritten Jahrhundert sehr unterschiedliche Versuche, diese liturgische Verwendung theologisch zu formulieren. Extreme wie Adoptionismus (Jesus wurde bei der Taufe von Gott adoptiert) und modalistischer Monarchianismus (der Vater und der Sohn sind Erscheinungsformen des gleichen Gotts) wurden von den Kirchenvätern praktisch einmütig als Häresie angesehen.

Die Theologie des christlichen Mainstream entwickelte ab dem zweiten Jahrhundert, aufbauend auf Johannes 1 eine Logos-Theologie, in der Jesus Christus, der Sohn Gottes, mit dem präexistenten Logos als wesentlichem Agens der Schöpfung und der Offenbarung Gottes gleichgesetzt wurde.

Irenäus von Lyon sah beispielsweise den Sohn als Logos, die Vernunft Gottes und den Heiligen Geist als Gottes Weisheit. "Sein Wort und Seine Weisheit, Sein Sohn und Sein Geist sind immer bei ihm." Tertullian verwendete als erster den lateinischen Begriff trinitas um Gott zu beschreiben, sein Zeitgenosse Origenes verwendete die Begriffe hypostasis und trias.

Diese Logos-Theologie wurde vom Arianismus in Frage gestellt, der aufgrund einen absoluten Monotheismus und völlig transzendenten Gott postulierte und folglich Jesus in eine Zwischenposition zwischen göttlich und menschlich setzte. Diese Lehre wurde vom ersten Konzil von Nizäa und dem Nizänum zurückgewiesen.

Das Konzil verabschiedete das Bekenntnis von Nicäa, das sich durch die kursiv gesetzten von ähnlichen Bekenntnissen unterscheidet:

Wir glauben an einen Gott,
[...]
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt. aus dem Wesen des Vaters (homoousios ton patri),
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
[...]
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber, die da sagen "es gab eine Zeit, da er nicht war" und "er war nicht, bevor er gezeugt wurde", und er sei aus dem Nichtseienden geworden, oder die sagen, der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar, die verdammt die allgemeine Kirche.

Die erhoffte Einigung blieb aus. Nach dem Konzil von Nizäa folgte ein jahrzehntelanger theologisch und politisch motivierter Streit zwischen Nizänern und Arianern. Die arianische Partei gewann in den Jahren nach Nizäa besonders bei der höheren Geistlichkeit und den hellenistisch Gebildeten bei Hof und im Kaiserhaus viele Anhänger, so dass 360 die Mehrheit der Bischöfe freiwillig oder gezwungen arianisch stimmten (siehe unter Arianischer Streit). Es traten verschiedene arianische Synoden zusammen, die zwischen 340 und 360 vierzehn verschiedene nichttrinitarische Bekenntnisse absegneten.

Neben der christologischen Frage, die im Konzil von Nicäa im Vordergrund gestanden war, kam Mitte des Jahrhunderts die der Stellung des Heiligen Geistes hinzu. Ist der Geist Gottes eine Person der göttlichen Trinität, eine unpersönliche Kraft Gottes, eine andere Bezeichnung für Jesus Christus oder ein Geschöpf?

Die Makedonianer (nach einem ihrer Führer, dem arianischen Patriarchen Makedonius I. von Konstantinopel) oder Pneumatomachen (Geistbekämpfer) vertraten, der Heilige Geist sei ebenso ein Geschöpf, wie der Sohn. Ab 360 wurde die Frage von den Trinitariern aufgenommen. Athanasius schrieb seine "Vier Briefe an Serapion". 362 formulierte das Konzil von Alexandria eine Lehre über den Heiligen Geist. Kurz darauf kam von Gregor von Nyssa eine "Predigt über den Heiligen Geist", wenige Jahre darauf von seinem Bruder Basilius die Abhandlung "Über den Heiligen Geist" sein Freund Gregor von Nazianz hielt 380 die fünfte Theologische Rede über den Heiligen Geist als Gott. Fast gleichzeitig schrieb Didymus der Blinde eine Abhandlung über den Heiligen Geist, Hilarius von Poitiers schrieb in Lateinisch über die Trinität und Ambrosius von Mailand veröffentliche 381 seine Abhandlung "De Spiritu Sancti.

Während des arianischen Streits arbeitete die trinitarische Seite fortgesetzt daran, die Lehre von der Trinität genauer zu präzisieren. Dabei war es eine wesentliche Leistung der drei Kappadozier, die Begriffe hypostase, ousia, homoousious und homoiousious, die von den verschiedenen Parteien mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet worden waren, klar zu definieren.

381 wurde das erste Konzil von Konstantinopel einberufen, um den arianischen Streit beizulegen. Dort wurde das mit dem nicäischen Glaubensbekenntnis verwandte Nicäno-Konstantinopolitanum beschlossen, das insbesondere den Teil bezüglich Heiligem Geist erweiterte. Ein genauer Textvergleich findet sich unter Nicäno-Konstantinopolitanum.

[...]
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
[...]

Das Nicäno-Konstantinopolitanum formuliert die trinitarische Lehre, die sowohl von den westlichen als auch von allen orthodoxen Kirchen anerkannt wird und blieb in allen christologischen Auseinandersetzungen der nächsten Jahrhunderte unbestritten. Unter den Germanen, Goten und Langobarden hielt sich der Arianismus jedoch noch über 300 Jahre. So konnte Leander von Sevilla erst 589 den arianischen König der Westgoten mit allen Adeligen und Geistlichen in die römische Kirche aufnehmen.

Während sowohl die östliche und die westliche Tradition der Kirche die Trinität seit dem Konzil von Konstantinopel als festen Bestandteil ihrer Lehre sehen, gibt es doch Nuancen: In der östlichen Tradition, basierend auf der Theologie von Athanasius und den Kappadokiern wird etwas mehr Wert auf die drei Hypostasen gelegt, die westliche Tradition betont basierend auf der von Augustinus von Hippo einige Jahrzehnte später in drei Bänden ausgeführten Interpretation der Trinität eher die Einheit. Die unterschiedliche Auffassung führte schließlich zum Filioque-Streit, der eine der Ursachen für das Morgenländische Schisma war und bis heute nicht beigelegt ist.

Im 6. Jahrhundert entstand dann im Westen, das nach Athanasius von Alexandria bezeichnete, aber nicht von ihm verfasste, Athanasische Glaubensbekenntnis. Die Theologie dieses Glaubensbekenntnisses basiert stark auf der Theologie der westlichen Kirchenväter Ambrosius (gest. 397) und Augustinus (gest.430).

Dies ist aber der katholische Glaube:
Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit,
ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.
Eine andere nämlich ist die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes,
eine andere die des Heiligen Geistes.
Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur
eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät.
[...]
Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Heute sehen die meisten Kirchenhistoriker das Nizänokonstantinopolitanum von 381 als das erste und wesentliche verbindliche Bekenntnis zur Trinität an. Das etwa zweihundert Jahre jüngere und nur im Westen verbreitetete Athanasische Glaubensbekenntnis, hat auch in der westlichen Kirche nie den theologischen oder liturgischen Stellenwert des Nizänokonstantinopolitanum gehabt.

Mittelalter und Neuzeit

Die katholische Kirche formulierte die Trinitätslehre in der 11. Synode von Toledo 675 als Dogma, bestätigt sie im 4. Laterankonzil 1215 und stellte sie auch danach nie in Frage.

Von lutheranischen und baptistischen Reformatoren wurde die Trinität als altkirchliche Lehre im Gegensatz zu neueren Dogmen der römisch-katholischen Kirche (z. B. Fegefeuer) übernommen und als Teil der allgemeinen christlichen Lehre vertreten. Sie ist auch in allen seither verfassten evangelischen Bekenntnissen aufgeführt und gehört bis heute zur Lehre aller großen evangelischen Kirchen.

Unter den Täufern des 16. Jahrhunderts war die Dreifaltigkeit heftig umstitten. In der Reformationszeit entstanden in Polen und Transsylvanien aus dem Calvinismus unitarische Gemeinden, die die Trinität ablehnten, aber während der Gegenreformation wieder weitgehend verschwanden. Durch den in der Aufklärung aufkommenden Deismus beeinflusst entstanden im 17. Jahrhundert England unitarische Gemeinden, im 18.Jahrhundert in den USA als liberale Reaktion auf das Great Awakening. Aus der Bewegung gingen einerseits die "Unitarian Universalists" hervor, und andererseits die biblizistischen biblischen Unitarier. Auch zeitenweise die Adventisten und teilweise die Quäker vertraten nichttrinitarische Sichtweisen.

Verschiedene nichttrinitarische Vorstellungen in der Kirchengeschichte

Die biblischen und liturgischen Texte über die Beziehung von Jesus, Gott und dem Heiligen Geist führten manchmal auch zu extremen theologischen Erklärungen, die allerdings von der Kirche nie anerkannt wurden.

  1. Die Sicht von drei Göttern, die manche in der Lehre beschrieben sehen (Tritheismus). Es gibt sogar Extreme einer Art Vier-Gott-Vorstellung: Gott als "eigentlicher" Gott UND als Vater UND als Sohn UND als Geist. Gewisse Randerscheinungen des Katholizismus erheben Maria teilweise zu einer Art vierten Person der Trinität. Dies ist aber in keiner Form vereinbar mit der offiziellen katholischen Lehre.
  2. Das Verständnis von den drei Formen, Masken, oder Erscheinungsweisen ("modi") des einen Gottes, hinter denen er sich den Menschen zeigt. Modalismus wurde vertreten vom Sabellianismus, Patripassionalismus, heute z. B. von den Oneness-Pfingstlern. Der Modalismus wurde von mindestens drei Päpsten als rechtgläubig verkündet: Viktor I., Zephyrin und Kallist.
  3. Der Adoptionismus vertreten z. B. durch Paulus von Samosata ging davon aus, dass Jesus ein normaler Mensch war, auf den Gottes Geist herabgestiegen war.

Zugangsmodelle

Analogien zur Trinität, die von Kirchenvätern verwendet wurden, meist mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie nur ganz unvollkommene Bilder sind:

Graphisch dargestellter Unterschied zwischen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit

thumb|Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit (blau: Dreifaltigkeit, türkis: Dreieinigkeit, grün: Monotheismus)

Die in der Grafik erkennbaren geometrischen Anordnungen finden sich häufig als sog. Maßwerk (also schmückende ornamentale Formen) in der gotischen und neugotischen Baukunst. Beide im folgenden erklärten Formen des Maßwerkes findet man in vielfach ausgeschmückter und auch unterschiedlich gedrehter Ausrichtung.

Das blau dargestellte Dreiblatt soll den einem Blattgewächs nachempfundenen Begriff der dreigliedrigen Ausfaltung der Aspekte Gottes darstellen: die Dreifaltigkeit. Das nach unten zeigende Blatt symbolisiert nach vereinzelten Quellen beispielsweise Jesus als "Ausfaltung" aus dem Wesen Gottes, somit als "Ausdruck Gottes" auf Erden. Diese Idee findet sich ausführlicher diskutiert bei Cusanus.

Im türkisen Dreipass mit Kreisen dagegen, deren Berührungspunkte mit dem gemeinsamen Umkreis ein gleichseitiges Dreieck bilden, sollen die sich gegenseitig umfassenden Aspekte des Gottesbegriffes der Dreieinigkeit dargestellt sein.

Im Sprachgebrauch wird zwischen Dreieinigkeit (Dreipass) und Dreifaltigkeit (Dreiblatt) meist nicht unterschieden, obwohl es theologische Diskussionen um dem Unterschied der beiden Begriffe gibt.

Dreifaltigkeitsfest

Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit wird in der Westkirche zu Trinitatis, am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. In der Ostkirche gilt das Pfingstfest selbst als Fest der Dreifaltigkeit. Die Zeit vom Dreifaltigkeitsfest bis zum Ende des Kirchenjahrs - die längste Zeitspanne im Kirchenjahr - ist die Trinitätszeit.

Theologische Auseinandersetzung

Argumente für die Trinitätslehre

Alle Bibelstellen aus der Einheitsübersetzung. Die angebenen Quellen sind mehrheitlich Kirchenväter, die von allen drei großen christlichen Traditionen anerkannt sind.

Trinität:

Gottheit von Jesus Christus

Gottheit des Heiligen Geists

Trinitarisch gedeutete alttestamentliche Stellen

Alttestamentliche Stellen, die von Athnanasius, Hilarius von Poitiers, Augustinus, Ambrosius von Mailand und Tertullian prophetisch auf die Trinität gedeutet wurden:

Argumente gegen die Trinitätslehre

Alle Bibelstellen aus dem Konkordanten Neuen Testament. Die hier aufgeführten Argumente vertreten im Wesentlichen die Sichtweise der biblischen Unitarier, nicht die liberaler Unitarier oder anderer nichttrinitarischer Richtungen.

Vergleiche mit dem Heidentum

Göttliche Triaden (Dreiheiten, d. h. drei verschiedene, zusammengehörende Gottheiten), bestehend aus Vater, Mutter und Kind (wobei das Kind der Erlöser ist), sind aus den meisten Mythologien bekannt, wie im Römischen Reich Jupiter, Juno und Minerva oder im Hinduismus die Triade („Trimurti“) aus den Göttern Brahma (dem Schöpfer), Vishnu (dem Bewahrer) und Shiva (dem Zerstörer).

Die Bewegung des New Age verwendet teils die Bezeichnungen Trinität bzw. Dreieinigkeit ebenfalls, bezieht sie aber meist auf die ägyptische Triade und benützt die Bezeichnungen als Synonym für Triade.

Daneben gibt es auch das Konzept des Modalismus: Eine Gottheit erscheint in verschiedenen (oft auch drei) Gestalten: So wurden vorchristliche Göttinnen im asiatischen, kleinasiatischen und europäischen Raum (wie z. B. die keltische Morrigan) oft als drei verschiedene Personen abgebildet: als Jungfrau („Liebesgöttin“), als Mutter („Fruchtbarkeitsgöttin“) und als Altes Weib („Todesgöttin“) – jeweils zuständig für den Frühling, den Sommer und den Winter – alles Manifestationen derselben Göttin.

Während die Trinität in den großen christlichen Traditionen als eine nur im Christentum vorkommende Gottesvorstellung gesehen wird, weisen Kritiker auf Ähnlichkeiten zwischen Triade und Trinität hin: Es ist meist von drei gleichrangigen Gottheiten (Trinität: „Hypostasen“) die Rede, die in sich verbunden sind und in der Gesamtheit wieder eine Bedeutung (Trinität: „Gott“) haben.

Im Buddhismus gibt es mit der Mahayana-Lehre des Trikaya (Drei-Körper-Lehre) eine strukturelle Entsprechung, die aber auf den philosophischen Grundlagen des Buddhismus beruht, somit atheistisch gedacht wird und daher nicht ohne weiteres mit dem Begriff Trinität vergleichbar ist.

Weitere Aspekte

Im Islam wird unter christlicher Trinität verstanden, dass orthodoxe (und auch katholische) Christen den Schöpfer, Jesus und Maria anbeten. Dem entgegnen christliche Theologen, dass diese "sehr körperliche" Vorstellung der Trinität nicht der Trinität entspreche, wie sie das Christentum versteht, das die absolute Geistigkeit Gottes betont: Der Sohn wird vom Vater gezeugt nicht auf körperliche, sondern auf geistige Weise. Ebenso geht der Heilige Geist – nach westkirchlicher Ansicht aus der Liebe von Vater und Sohn, nach ostkirchlicher Ansicht aus dem Vater – auf geistige Weise hervor.

Die feministische Theologie übt manchmal Kritik an der Trinität, da es sich nur um männliche Personen handle. Dem halten Christen entgegen, dass Gott weder männlich noch weiblich ist, dass der heilige Geist in den Ursprachen noch nicht einmal grammatisch männlich ist sondern im hebräischen weiblich und im griechischen neutral, und dass entsprechende Personnamen nicht in einseitiger Weise auf das männliche oder aber (wie in der feministischen Theologie) auf das weibliche Geschlecht bezogen werden dürfen. Der menschgewordene Sohn Gottes Jesus Christus ist als Mensch freilich männlichen Geschlechts, was jedoch nicht als einseitige Bevorzugung dieses Geschlechts durch Gott zu deuten ist -- als wahrer Mensch konnte er eben nur eines von den beiden Geschlechtern haben.

Literatur

Siehe auch

Portal Bibel, Christologie

Weblinks

Trinitarische Weblinks

Antitrinitarische Weblinks


Kategorie:Theologie

See also: Dreifaltigkeit, 1. Buch Mose, 1. Johannesbrief, 1. Korintherbrief, 1. Petrusbrief, 1215, 16. Jahrhundert, 2. Buch Mose, 2. Jahrhundert