Tristan und Isolde

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel stellt die literarische Grundlage zu Tristan und Isolde vor. Informationen zur Oper findet man hier.
Die Mythe von Tristan und Isolde ist neben der vom Gral oder jener von König Artus und seiner Tafelrunde eine jener Quellen, aus denen die erzählende Literatur des europäischen Mittelalters in reichem Maße geschöpft hat. Zahlreiche Dichter unterschiedlicher Volksliteraturen - besonders jener Frankreichs und Deutschlands - haben ihr dichterisches Können an der Gestaltung dieses spannungsreichen Stoffes erprobt, der über die Jahrhunderte hin seine Produktivität immer wieder erneut unter Beweis gestellt hat.

Für die Erschließung der (altfranzösischen) Urfassung stehen also im wesentlichen zwei fragmentarisch überlieferte altfranzösische Werke und ein Werk in mittelhochdeutscher Sprache zur Verfügung.

Von Eilhart von Oberg stammt die erste deutsche Bearbeitung des französischen Tristan-Stoffes. Sein Tristrant dürfte wohl Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden sein. Aus dem 12. Jahrhundert sind nur drei Pergament-Bruchstücke seines Textes erhalten. Drei aus dem 15. Jahrhundert stammende Papier-Handschriften, die vermutlich auf eine Bearbeitung des Textes aus dem 13. Jahrhundert zurückgehen, überliefern den vollständigen Text.

Auf der Version des Thomas von England schließlich fußt der deutsche Epiker Gottfried von Straßburg, dessen fragmentarisches Epos „Tristan“ als ‚klassische’ Stoffrepräsentation des Mittelalters gilt.

Der Tristan-und-Isolde-Stoff wurde von vielen Künstlern, Schriftstellern, Komponisten usw. künstlerisch umgesetzt. Beispiele: Versepen von Thomas von Britannien (um 1165), Eilhard von Oberge (1180), Gottfried von Straßburg (um 1210); Tragödie von Hans Sachs (1553); Erzählung von Thomas Mann; Oper von Richard Wagner (1859).

See also: Tristan und Isolde, Artus, Eilhard von Oberge, Eilhart von Oberg, Erzählung, Gottfried von Straßburg, Gral, Hans Sachs (Dichter), Mittelalter