Triticale
thumb|300px|Körner von Weizen (links), Roggen (Mitte) und Triticale (rechts) Triticale (X Triticosecale Wittm.) ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Weizen (Triticum sativum spp. L.) als dem weiblichen und Roggen (Secale cereale L.) als dem männlichen Partner. Daher auch der Name als Mischung aus TRITIcum und seCALE.
Bei der Kreuzung entsteht eine Hybride. Die Kreuzungsnachkommen sind hochgradig steril. Deshalb müssen die Chromosomensätze durch Behandlung der Keimlinge mit Colchizin, dem Alkaloid der Herbstzeitlosen, künstlich verdoppelt werden, um fertile Pflanzen zu erhalten (so genannte „primäre” Triticale). Zugelassene marktübliche Sorten gehen heutzutage immer auf Kreuzungen Triticale x Triticale (sogenannte „sekundäre” Triticale) zurück.
Triticale wurde ursprünglich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Schweden und Schottland gezüchtet, um die hohe Qualität des Weizens auch in kühlen Gegenden zu nutzen.
- Vorteile Weizen: gute Backfähigkeit, hoher Ertrag, kurzes Stroh
- Vorteile Roggen: verträgt raues Klima, wenig Ansprüche an Bodenqualität
Sein Anbau und Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung sind immer noch relativ gering. In Deutschland liegt die Anbaufläche seit einigen Jahren bei rund 500.000 ha. Die wichtigsten Anbauländer sind Polen, Deutschland, Frankreich, ex-UDSSR, Australien, Portugal, USA und Brasilien. Unter optimalen Bedingungen können Spitzenerträge fast wie beim Weizen (ca. 90dt/ha) erreicht werden.
Im Jahr 2004 wurden laut FAO weltweit 13,7 Mio. t Triticale geerntet.
Neben der überwiegenden Anwendung (>50%) als Futtergetreide kann es auch für die menschliche Ernährung (Backwaren, Bier etc.) genutzt werden. Brot wird allerdings wegen der teilweise ungünstigen Backeigenschaften i.d.R. aus Gemischen mit Weizen bzw. Roggen erzeugt. Die einzelnen Triticale-Sorten sind unterschiedlich geeignet.
Geschmack und Inhaltsstoffe der Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen.
