Trittbrettfahrer
Unter Trittbrettfahrern (engl. free riders) verstand man ursprünglich Personen, die das am Wagen befindliche und als Hilfe beim Ein- und Aussteigen gedachte Trittbrett bei Straßenbahnen nutzten, um sich kostenlos befördern zu lassen und gegebenenfalls abspringen zu können, wenn der Schaffner Fahrgeld kassieren wollte. Später wurde dieser Begriff verallgemeinert.
In der Ökonomie werden heute Personen oder Gruppierungen darunter verstanden, die den Nutzen eines Gutes erlangen, es jedoch vermeiden, dafür zu bezahlen. Dies ist insbesonders bei dem spezifisch öffentlichen Gut zu erwarten.
In der Rational Choice Theory spielen Trittbrettfahrer eine wichtige Rolle im Trittbrettfahrer-Problem.
Die Kriminalistik übertrug die Bezeichnung auch auf Personen oder Gruppierungen, die sich zu nicht von ihnen begangenen Anschlägen oder anderen Straftaten bekennen (Bekennerschreiben) oder die notorische Straftaten nachahmen (Nachahmungstäter). In der Regel will der Trittbrettfahrer damit die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken.
Weblinks
Wörterbuch der Frankfurt Rundschau Online
