Trockenmauer

thumb|Trockenmauer in aufgegebenem Weinberg, mit typischer Vegetation Eine Trockenmauer ist eine Mauer aus Natursteinen ohne Mörtel. Trockenmauern werden fast ausschließlich im Freien errichtet, meist aus plattigem Sedimentgestein. Als Acker- und Weideeinfassung werden sie in Südeuropa und Irland genutzt.

Trockenmauern werden oft in Weinanbaugebieten gebaut, wo sie das Ökosystem Wein unterstützen: die großen Steine aus der Umgebung geben am Abend die Wärme an die Reben ab. Die Trockenmauer hat sich in den terrassierten Weinbergen wegen ihrer Wasserdurchlässigkeit als stabiler erwiesen als Mauern mit Mörtel. Eine handwerklich gut gebaute Trockenmauer kann 100 Jahre und mehr überdauern.

Sie bietet eine wertvolle ökologische Nische für verschiedene wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten, beispielsweise für Eidechsen, Erdkröten, Wildbienen und Laufkäfer. Ein wichtiges Ziel des Naturschutzes ist es daher, die Trockenmauern in einer traditionell gewachsenen Landschaft zu erhalten. Besonders durch Maßnahmen der Flurbereinigung, die oft eine Neugestaltung ganzer Feldfluren bedeuten, gehen viele Trockenmauern verloren. Als Ausgleich werden zuweilen Gabionen gebaut, die aber nach Ansicht mancher Experten aus naturschützerischer Sicht kein gleichwertiger Ersatz für Trockenmauern sind.

Eine Trockenmauer wird auch im Brunnenbau angewendet. Durch die Kreisform und den Druck der Erdschicht des Brunnenloches hält die Mauer auch ohne Mörtel.

Eine Sonderform ist der Friesenwall, der aus runden Findlingen aufgeschichtet wird. Als Fugenmaterial werden hier Rasensoden verwendet.

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