Troika

Die Troika (russisch; deutsch: Dreigespann) ist im eigentlichen Sinn eine Bespannungsweise für Fuhrwerke, in der wie auch beim Dreispänner drei Pferde oder andere Zugtiere nebeneinander gehen. Häufiger wird das Wort inzwischen allerdings auch für eine aus drei Personen bestehende Führungsspitze von Organisationen verwendet.

Anspannung

Üblicherweise geht bei einer Troika das Mittelpferd unter einer Duga im Trab, die Galopins genannten Außenpferde gehen stark nach außen gestellt im Galopp, der rechte im Links-, der linke im Rechtsgalopp.

Die Troika ist eine vor allem in Russland und Westasien weit verbreitete Einspannung.

Gefahren wird die Troika mit vier einzelnen Leinen, von denen zwei zum Mittelpferd und je eine zum äußeren Trensenring der Außenpferde führen. Vom inneren Trensenring der Außenpferde führt ein Ausbindezügel zur Duga.

Gelenkt wird ausschließlich das Mittelpferd, die Außenpferde folgen dem nachlassenden Zug des Ausbindezügels.

Troika als Führungsspitze (politische Troika)

Im übertragenen Sinne werden auch andere Dreiergruppen als Troika bezeichnet. So war etwa die Führung der SPD in den 1970er Jahren mit Willy Brandt als Parteichef, Herbert Wehner als Fraktionsvorsitzender und Helmut Schmidt als Bundeskanzler als Troika bekannt. In den 1990ern versuchten Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping eine Neuauflage dieser politischen Troika, diese scheiterte jedoch relativ bald an den Gegensätzen zwischen den drei Beteiligten.

In der Europäischen Union wird oft eine Dreiergruppe von Ländern als Troika bezeichnet: Dasjenige Land, das zur Zeit die halbjährig wechselnde Präsidentschaft innehat, das Land, das sie zuletzt innehatte, und das Land, das sie als nächstes antreten wird. Diese Dreiergruppe spielt eine wichtige Rolle in der Führung der EU.

Siehe auch: Quadriga, Random, Dreispänner,

See also: Troika, 1970, 1990er, Dreispänner, Duga, Europäische Union, Galopp, Gerhard Schröder, Helmut Schmidt, Herbert Wehner