Trotz alledem

Trotz alledem ist der Text eines vertonten Gedichtes von Ferdinand Freiligrath.

Kurz nach der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 entstand dieses Lied. Als König und Adel mit militärischen Mitteln versuchten ihre Macht wiederherzustellen, boten die Arbeiter dem Bürgertum die bewaffnete Verteidigung der Revolution an. Das Bürgertum suchte aber eine friedliche Verständigung und mußte bei den Verhandlungen, bis auf kleine Zugeständnisse, die Wiederherstellung der Macht des Adels zulassen. Den ursprünglichen Text schrieb Ferdinand Freiligrath. Der Liedermacher Hannes Wader überarbeitete den Text in eine Neufassung nach der Melodie "Lady Mackintosh´s Reel"

Trotz alledem

Das war ´ne heiße Märzenzeit,
 trotz Regen, Schnee und alledem!
 Nun aber, da es Blüten schneit,
 nun ist es kalt, trotz alledem!
 Trotz alledem und alledem-
 trotz Wien, Berlin und alledem,
 ein schnöder scharfer Winterwind
 durchfröstelt uns trotz alledem!
 
Die Waffen, die der Sieg uns gab,
 der Sieg des Rechts trotz alledem,
 die nimmt man uns sacht wieder ab,
 samt Pulver, Blei und alledem!
 Trotz alledem und alledem-
 trotz Parlament und alledem,
 wir werden unsre Büchsen los,
 Soldatenwild, trotz alledem!
 
Heißt gnädiger Herr, das Bürschlein dort,
 man sieht´s am Stolz und alledem!
 Und lenkt auch Hunderte sein Wort,
 es bleibt ein Tropf, trotz alledem!
 Trotz alledem und alledem-
 trotz Band und Stern und alledem,
 ein Mann von unabhäng´m Sinn,
 schaut zu und lacht trotz alledem!
 
Und wenn der Reichstag sich blamiert,
 professorhaft trotz alledem!
 Und wenn der Teufel reagiert,
 mit Huf und Horn und alledem!
 Trotz alledem und alledem-
 es kommt dazu trotz alledem, 
 daß rings der Mensch die Bruderhand
 dem Menschen reicht trotz alledem!
 

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