Tugendbund

Der so genannte Tugendbund war ein historischer "sittlich-wissenschaftlicher Verein", welcher sich im Frühjahr 1808 in Königsberg durch den Zusammentritt einiger Männer (Mosqua, Lehmann, Velhagen, Both, Bardeleben, Baczko und Krug) bildete.

Geschichte

Der Verein wurde am 30. Juni vom König genehmigt und verfolgte folgende Ziele:

Diesen offenen Bestrebungen reihte sich die geheime Tendenz an, die französischen Herrschaft zu bekämpfen. In Schlesien und in Pommern fand die Idee Anklang, weniger in der Mark, am wenigsten in Berlin.

Weitere Faktoren wirkten einer größeren Ausbreitung des Vereins entgegen. Viele ängstliche Vorsteher von Zivil- und Militärbehörden verboten ihren Untergebenen den Beitritt. Anderen erschienen die Statuten zu weit aussehend und unpraktisch; am meisten schadete dem Verein aber der Umstand, daß Preußen sich nicht schon 1809 der Erhebung Österreichs anschloß, und dass die Schillsche Unternehmung, die mit Unrecht dem Tugendbund aufgebürdet wurde, mißlang.

Die Zahl der Teilnehmer belief sich auf 300 bis 400. Unter ihnen fanden sich Namen wie Boyen, Witzleben, Grolman, v. Thile, v. Ribbentrop, v. der Goltz, Merkel, Ladenberg, Eichhorn, Manso u. a., wogegen mehrere, welche man als Hauptträger der ganzen Idee zu betrachten pflegt, wie Stein, Niebuhr, Gneisenau, Scharnhorst, nie zum Verein gehört haben.

Am 31. Dezember 1809 dekretierte der König auf Drängen Napoleons I. durch eine Kabinettsorder die Auflösung des Vereins. Später wurde der Tugendbund von der Reaktionspartei in Preußen wegen Beförderung der Demagogie verdächtigt.

Literatur

See also: Tugendbund, 1808, 1809, 30. Juni, 31. Dezember, Berlin, Königsberg, Mark, Pommern, Preußen