Türken
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel befasst sich mit dem Volk der Türken. Weitere Informationen befinden sich unter Türken (Begriffsklärung) und unter Schachtürke. |
285px|thumb|Siedlungsgebiet der heutigen Türken
Die Türken (Eigenbezeichnung: Türk) sind ein Turkvolk in der Türkei (57–61 Millionen, 80-85% der Bevölkerung), in Deutschland offiziell 2,055 Mil. (mit türkischer Abstammung 2,6 Millionen), auf dem Balkan (200.000), Österreich 133.000, Niederlanden 323.000, Frankreich 326.000, Belgien 134.000, Schweiz 81.000, Dänemark 49.000, Großbritannien 71.000, Griechenland 120.000, Bulgarien 0.8 - 1 Mil., Zypern (180.000) und vereinzelt in vielen anderen Staaten. Insgesamt beträgt die Zahl der türkischen Staatsbürger laut offiziellen Angaben 69 Millionen im Inland und 3,5 Millionen im Ausland.
Die in der Türkei lebenden Türken werden auch als Türkeitürken bezeichnet. Sie sprechen das Türkisch Istanbuler Mundart, was auch als Hochtürkisch bezeichnet wird.
Auch die Türkei-Türken sind - wie die ihnen stammverwandten Völker Zentralasiens - ein Turkvolk. Die Turkvölker sind eine weit verbreitete eurasische Völker- und Sprachgruppe. Die Theorie, sie bildeten mit den finno-ugrischen Völkern eine ural-altaische Völkerfamilie, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
Seit 1965 wird bei türkischen Volkszählungen zwischen den einzelnen Turkvölkern (Kasachen, Kirgisen, Mescheten, Aserbaidschaner u.a.) bzw. zwischen den rund 40 Stämmen (z. B. Afscharen) auf dem Staatsgebiet der Türkei nicht mehr unterschieden; sie bilden nun einheitlich das „türkische Staatsvolk“ bzw. die „türkische Nation“...allein die Volksgruppe der Uiguren besitzt in der Türkei einen bescheidenen Minderheitenstatus.
Geschichte
„Türke“ ist ursprünglich der Name eines Nomadenvolkes, das im 5. Jahrhundert zwischen Irtysch, Oghusen und Jenissei entstand und von den Chinesen T'u-chueh, Tu-küe oder Tür-küt genannt wurde, der so viel bedeutet wie „die Mächtigen“. Offensichtlich haben prototürkische Gruppen bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. im Norden und Westen Chinas gelebt und ziemlich früh die Steppen bis zum Kaspischen Meer und zum Ural besiedelt.
Ihre Vorgeschichte, die sich bis 1800 vor Christus zurückverfolgen lässt, ist unter Chinesische Geschichte zu finden.
Nach der Vernichtung des Göktürken-Reiches am Orchon im 8. Jahrhundert entstand im Osten das turkstämmige Reich der Uighuren, das sich vom Baikalsee bis zum Gelben Fluss erstreckte. Die Uighuren und Karluken drängten andere türkische Gruppen weit in die Tiefebene von Turan. Sie zogen später über Nord-Persien nach Kleinasien und auf die Balkanhalbinsel. Die Uraltürken breiteten sich gleichzeitig über das südliche Russland und den nördlichen Kaukasus unter den Namen der Agatziren, Polowezer, Petschenegen, Karapapaken/Terekeme und Chasaren aus.
