Typus (Literatur)

Ein Typus (lat., von griech. typos, "Gestalt") meint in der Literaturwissenschaft eine mit feststehenden Merkmalen versehene Figur (Charakter).

In einem weiteren Sinne versteht werden alle mit typisierten Merkmalen versehenen Figuren hierunter gerechnet. So kennt die Literatur dann beispielsweise den Typus der listigen Helden, des gehörnten Ehemannes oder des einsamen Denkers. In dieser Verwendung deckt sich die Bezeichnung inhaltlich mit der des Motives.

In einem engeren Sinne kann mit Typus auch eine für das Theater geprägte (Rollen-) Figur gemeint sein. Die Typisierung dient dann der Verallgemeinerung, indem sie einer weitergehenden Charakterisierung entgegenwirkt. So werden in der griechischen Tragödie Figuren, wie Ödipus oder Antigone als Glieder im Aufweis der Verfertigung des Schicksales eher funktional verstanden. In den Typenlustspielen der Commedia dell'arte dient die Typisierung dann der durch die Exponierung der typischen Merkmale erreichten bewussten Verspottung. In der späteren Neuzeit werden Typisierungen dann auch gerne eingesetzt, um schichten- oder klassenspezifische Merkmale darzustellen. Die hier erreichte Verwendung gerät dann oft dem Klischee nahe.

See also: Typus (Literatur), Altgriechische Sprache, Antigone, Commedia dell'arte, Figur (Literatur), Griechische Tragödie, Klischee, Lateinische Sprache, Literaturwissenschaft, Motiv (Literatur)