U 96 (Musikprojekt)

U 96 ist ein Musikprojekt des deutschen Produzenten Alex Christensen, das für zahlreiche Klassiker des Eurodance der 1990er Jahre verantwortlich ist.

Der Name kommt von dem im bekannten Film Das Boot auftauchenden deutschen U-Bootes U 96 aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Film stammt auch die Vorlage für den ersten Hit des Projekts, Das Boot (1991): einer Techno / Dance - Version der Titelmelodie, die im Original von Klaus Doldinger komponiert worden war. Auch das gleichnamige Album befand sich zeitweise auf vordersten Chartpositionen. Dieser Titel ebnete den Weg für den kommerziellen Durchbruch der Dance-Musik in Deutschland.

Das deutlich experimentellere, vom Elektropop der 80er Jahre, dem Ambient und dem Disco Sound beeinflusste Nachfolgealbum Replugged (1993) war trotz seiner Originalität ebenfalls kommerziell erfolgreich. Auf ihm befanden sich Top-10-Hits wie Love Sees No Colour und Night in Motion, die vor allem wegen ihres maschinellen, treibenden Sounds und ihrer typischen Elektropop-Melodien zu Dance-Klassikern wurden, aber auch ruhigere Titel wie The One Russian und Without You, die im Nachhinein als Vorläufer des Trip Hop angesehen werden können.

Im 1995 veröffentlichten Nachfolgealbum Club Bizarre änderte U 96 seinen Sound radikal. In diesem Album mischen sich Einflüsse des Elektropop mit dem zu dieser Zeit sehr erfolgreichen schnellen Trance-Sound, der das Album durchgängig prägt. Die größten Hits dieses Album waren das treibende und sehr schnelle Love Religion (mit Daisy Dee), sowie der trancige Titeltrack Club Bizarre mit beinahe "klassischen" Harmonien, der später von Brooklyn Bounce gecovert wurde.

1997 wurde der Nachfolger Heaven veröffentlicht, mit dem sich letztendlich Alex Christensen den Ruf ruinierte, unkonventionellen Dancepop zu produzieren. Das Album war sehr eingängig und kommerziell, trotz einiger immer noch vorhandenen Elektropop-Einflüsse, die jedoch durch Eurodance-Einlagen und typischen Rave-Pop à la Scooter überdeckt wurden.

Noch gravierendere Einflüsse auf den Ruf von Alex Christensen hatte seine Mitwirkung in der Casting-Serie Popstars 2001, als er für einige stilistisch und harmonisch recht banale Titel der Band Bro'Sis (z.B. den Nr.1-Hit I Believe) verantwortlich war. Sein letztes Großprojekt war die Produktion von Paul Ankas Comeback-Album "Rock swings".

2002 kam eine modernisierte Neuauflage des Hits Das Boot zeitweise in die deutschen Dance-Charts, doch neues Material wurde nicht veröffentlicht.

Diskografie

Weblinks

See also: U 96 (Musikprojekt), 1990er, Alex Christensen, Ambient, Bro'Sis, Daisy Dee, Dance, Das Boot, Elektropop, Eurodance