U-Boot

Für andere Bedeutungen siehe U-Boot (Begriffsklärung).


thumb|USS Grayling 1909

Ein U-Boot (kurz für Unterseeboot; im militärischen Sprachgebrauch Uboot ohne Bindestrich) ist ein Boot, das für die Unterwasserfahrt gebaut wurde. Moderne große U-Boote, die eine Größe von bis zu 35.000 Tonnen haben können, werden auch U-Schiffe genannt.

Der Begriff U-Boot bezeichnet speziell militärische Unterwassereinheiten. Zivile U-Boote, ob kommerziell oder für die Forschung, werden meist Tauchboote genannt. Auch die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz gekommenen U-Boote werden zur Unterscheidung gegenüber den heutigen U-Booten, die monatelang unter Wasser bleiben können, in der Fachliteratur eher als Tauchboote bezeichnet, da sie im Unterwassereinsatz wenig leistungsfähig waren (zu kurze Tauchzeiten und -tiefen) und somit hauptsächlich aufgetaucht zum Einsatz kamen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Wunsch des Menschen, länger und tiefer als es die Atemluft zulässt zu tauchen, ist etwa genauso alt wie der Wunsch zu fliegen. Deswegen beschäftigten sich schon immer Menschen damit, entsprechende Vorrichtungen oder Instrumente zu entwickeln, die dies ermöglichen sollten. Aus der Antike liegen diesbezüglich Berichte von Aristoteles und Plinius dem Älteren vor. Selbst Alexander der Große soll bereits Tauchversuche im Mittelmeer unternommen haben. Das bekannteste und auch heute noch verbreiteste "Instrument" dafür ist ein Schnorchel in der "richtigen" Länge, da das Tauchen mit einem zu langen Schnorchel (> 30 cm) lebensgefährlich wird. Das liegt daran, dass bei zu langem Schnorchel das in ihm enthaltene Luftvolumen nicht mehr deutlich kleiner ist als der menschliche Lungeninhalt und so mit wachsender Länge des Schnorchels immer mehr verbrauchte Luft eingeatmet wird - man spricht von so genannter "Pendelluft". Ebenfalls sehr alt sind Gewichtsgürtel, die es vor allem gut trainierten Tauchern (z. B. Schwamm- oder Perlentaucher) erleichterten, länger unter Wasser zu bleiben, ohne ständig gegen den kraftraubenden Auftrieb ankämpfen zu müssen.

15. bis 18. Jahrhundert

thumb|Querschnitt durch Bushnells "Turtle" Die Geschichte des technisch-geprägten Tauchens bzw. der Entwicklung eines Tauchboots beginnt mit dem 15. Jahrhundert. So entwirft beispielsweise 1405 der Nürnberger Kriegsbaumeister Konrad Kyeser in seinem Werk Bellifortis einen ersten Tauchanzug. Leonardo da Vinci konstruiert auf dem Reißbrett 1515 bereits ein Ein-Mann-Tauchboot. Diese Ideen werden weiter vorangetrieben und 1604 beschreibt Magnus Pegel erstmalig in einem Buch die Grundgedanken und Voraussetzungen für den Bau eines Tauchbootes. Der niederländische Erfinder Cornelis Jacobszoon Drebbel ist der erste, der über die bloße Theorie hinausgeht und im Jahre 1620 das erste manövrierbare Unterwasserfahrzeug, ein mit Leder überzogenes Holzruderboot, baut. Im Auftrag des Landgrafen von Hessen konstruiert 1691 der französische Physiker Denis Papin, der auch Professor an der Philipps-Universität Marburg ist, ein Tauchboot, welches jedoch beim Test 1692 zerstört wird. Dennoch hat die Idee, ein funktionstüchtiges Unterwasserfahrzeug zu bauen, inzwischen weltweit Tüftler motiviert. 1772 wird im Steinhuder Meer das erste Unterwasserfahrzeug in Deutschland getestet. Es ist aus Holz und hat die Form eines Fisches, weshalb es den Namen Hecht erhält. Mit dem Boot wird etwa 12 Minuten getaucht. Der Amerikaner David Bushnell baut 1776 die "Turtle" ("Seeschildkröte"), eine Konstruktion aus Eisen und Eichenholz. Sie gilt als erstes richtiges U-Boot, da als Antrieb zwei über Handkurbeln betriebene Schrauben dienen, und nicht wie bei den beiden Vorläufern ein Segel oder Ruderer an der Wasseroberfläche das Gefährt antreiben. 1799 beschreibt der Bergmeister Joseph von Baader eine Konstruktion für ein Zwei-Mann-U-Boot.

19. Jahrhundert

Der Amerikaner Robert Fulton entwirft 1801 das U-Boot "Nautilus". Es besitzt einen Handkurbelantrieb für eine Schraube, neu allerdings sind nun Ruder zur Seiten- und Tiefensteuerung sowie ein Druckluftsystem zur Versorgung der dreiköpfigen Besatzung mit Atemluft. Die "Nautilus" erregt sogar die Aufmerksamkeit Napoleons, gilt aber schließlich für militärische Einsätze als zu langsam. 1850 lässt der bayrische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer das erste von August Howaldt, Kiel, in Deutschland gebaute U-Boot, den so genannten "Brandtaucher", zu Wasser. Da der Entwurf unter enormem Kostendruck gebaut wurde, wird sowohl auf Tauchzellen als auch auf verschiebbare Trimmgewichte verzichtet. Der Tauchvorgang soll durch das Fluten von Wasser in das Boot erfolgen. Beim ersten Tauchversuch am 1. Februar 1851 in der Kieler Innenförde verschiebt sich jedoch der Ballast nach achtern, wobei das geflutete Wasser ebenfalls ins Heck fließt. Das Boot sackt daraufhin durch und weiteres Wasser dringt durch die Nähte der Außenhaut und das Einstiegsluk. Das Boot sinkt bis auf den Grund bei ca. 20 Metern Wassertiefe. Die dreiköpfige Besatzung, unter ihnen Wilhelm Bauer, wartet bis der Innendruck so groß ist wie der Außendruck, öffnet das Einstiegsluk und treibt an die Oberfläche, wo sie gerettet werden. Der verunglückte "Brandtaucher" wird erst Jahre später (1887) geborgen. Nach verschiedenen Museums-Stationen hat das älteste erhaltene Tauchboot der Welt nun seine Heimat im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Eine Kopie des Modells steht im Deutschen Museum für Technik in München. thumb|Ictineo II: Erstes maschinell angetriebene U-Boot Am 2. Oktober 1864 wird von Narcís Monturiol mit der Ictineo II das erste U-Boot mit einem maschinellen Antrieb zu Wasser gelassen. Das Boot besteht aus Holz - verstärkt durch Kupferzargen - und ist komplett mit ca. 2 mm dicken Kupferplatten beschlagen. Es wird durch einen Magnesiumperoxid, Zink und Kaliumchlorat verarbeitenden Motor angetrieben. Während des amerikanischen Bürgerkrieges werden 1864 mehrere handgetriebene U-Boote gebaut, u. a. die C.S.S. H. L. Hunley. Am 17. Februar 1864 versenkt sie das gegnerische Schiff U.S.S Housatonic und gilt somit als erstes U-Boot der Welt, welches ein anderes Schiff zerstört hat. Bei dieser Aktion geht das U-Boot allerdings mitsamt seiner neunköpfigen Besatzung verloren. Erst am 4. Mai 1995 wird die C.S.S. Hunley gefunden und geborgen.

1900 - 1930 Erster Weltkrieg

Mit dem Einsatz der Hunley 1864 beginnt auch ein wachsendes Interesse an der Nutzung von U-Booten zu Kriegszwecken. In den folgenden Jahrzehnten, insbesondere den beiden Weltkriegen, wird daher die Entwicklung von U-Booten vor allem durch das Militär entschieden vorangetrieben. Im Artikel U-Boot-Krieg finden sich dazu weitere interessante Informationen.

thumb|Das deutsche U-Boot U 16 des Ersten Weltkriegs Im Jahre 1902 wird schließlich in Deutschland ein Prototyp eines 200-Tonnen schweren Experimental-U-Boots namens Forelle gebaut und intensiv getestet. Das kleine U-Boot stellt sich als durchaus interessant und kriegstauglich heraus, und drei weitere Boote der gleichen Klasse werden für den Export nach Russland angefertigt. Nun wird in Deutschland über den Einsatz militärischer U-Boote nachgedacht, und schließlich erteilt nach langem Zögern am 4. April 1904 das Reichsmarineamt dem Marineingenieur Gustav Berling den Auftrag ein U-Boot zur Seekriegsführung zu konstruieren und zu bauen. Gerling wendet sich daraufhin an die Germaniawerft in Kiel. Sein Entwurf lehnt sich dabei an die drei zuvor an Russland exportierte U-Boote an. Da es allerdings einige bedeutsame Änderungen bei der Konstruktion gibt, verzögert sich die Auslieferung des U-Boots, und erst im April 1905 wird mit dem Bau begonnen. Die wesentlichen Neuerungen betreffen hauptsächlich den Druckkörper, die horizontale Anordnung der Torpedorohre sowie den Antrieb, da man anstatt eines gefährlichen Benzinmotors einen Petroleumantrieb einsetzen möchte, der aber noch nicht fertig gebaut ist. Schließlich wird am 14. Dezember 1906 nach mehreren Testfahrten das erste deutsche Militär-U-Boot von der Kaiserlichen Deutschen Marine als U1 in Dienst gestellt. Heute befindet sich U1 im Deutschen Museum in München.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-1918) werden U-Boote erstmals im größeren Umfang zu Handels- (Handels-U-Boot) oder militärischen Zwecken eingesetzt. Vor allem bei der Kaiserlichen Deutschen Marine, aber auch bei der britischen Marine. Zahlreiche Schiffe werden durch U-Boot-Angriffe versenkt (das erste war die HMS Pathfinder). Besonders spektakulär ist die Versenkung des zum Munitionstransporter umgebauten britischen Passagierdampfers Lusitania am 7. Mai 1915. Es wird bis heute angenommen, dass die zahlreichen dabei ums Leben gekommenen amerikanischen Passagiere ein Grund für den Kriegseintritt der USA 1917 waren. Nach Ende des Ersten Weltkrieges verlangsamt sich die Entwicklung militärischer U-Boote, da sich diese insgesamt als wirtschaftlich zu teuer und militärisch zu unrentabel erwiesen hatten. Doch mit der Weiterentwicklung der Technik, die vor allem längere Tauchfahrten ermöglichen, beginnt Anfang der 1930er Jahre die erneute Aufrüstung.

1930 - 1945 Zweiter Weltkrieg

[[Bild:U-995 Marineehrenmal Laboe.jpg|thumb|U 995 / Typ VII C - der häufigste Typ im 2. Weltkrieg]]

Erst im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) können die U-Boote sich als überzeugende und wirksame Waffe beweisen. Obschon mehrere der kriegsführenden Nationen über U-Boote verfügten, ist die Zeit des 2. Weltkrieges hauptsächlich durch die Geschichte der deutschen U-Boote geprägt. Das liegt hauptsächlich daran, dass der deutschen Überwasseraufrüstung nach Ende des 1. Weltkrieges durch den Versailler Vertrag eine Schranke gesetzt wurde. Daher sah man sich zu Kriegsbeginn im Besitz einer recht schwachen Flotte und hoffte mit den relativ billig herzustellenden U-Booten maximale Versenkungserfolge zu erzielen. Die Hauptbedrohung durch die U-Boote bestand also in der Unterbrechung wichtiger Handelsrouten mit dem Ziel, Großbritannien als Inselstaat von dringend benötigten Rohstoffen abzuschneiden. Zum Angriff auf Überwasserstreitkräfte fehlte den U-Booten vor Allem die nötige Geschwindigkeit, insbesondere unter Wasser war diese zusätzlich stark herabgesetzt, da hier mit batteriegespeistem Elektroantrieb operiert wurde. Durch ihre technischen Unzulänglichkeiten wie niedrige Geschwindigkeit, geringe Tauchtiefe und -zeit, blieben den Booten jener Zeit bis auf wenige Ausnahmen große Erfolge gegen militärische Ziele verwehrt. Der alliierten Handelsschifffahrt konnten jedoch direkt nach Kriegsbeginn empfindliche Verluste beigebracht werden und da die Rechnung zunächst aufging, wurde ein riesiges U-Boot-Bauprogramm in Auftrag gegeben und mehr und mehr U-Boote in Dienst gestellt, die teilweise phantastische Versenkungsziffern vorweisen konnten. Einer der bekanntesten deutschen U-Boot-Kommandanten war Günther Prien, der 1939 als Kapitän von U-47 in die Bucht von Scapa Flow, dem Stützpunkt der englischen Heimatflotte (Home Fleet), eindrang und dort das Schlachtschiff "Royal Oak" versenkte. Es sei angemerkt, dass es sich mehr um eine propagandistisch motivierte Operation handelte, denn um eine militärisch sonderlich bedeutsame. Nach den anfänglichen Erfolgen spürte die britische Wirtschaft schnell die Auswirkungen der vielen tausend Tonnen versenkten Schiffsraumes und es wurden umfangreiche Gegenmaßnahmen, zum einen taktischer/logistischer Art als auch rein technischer eingeleitet: [[Bild:Heikendorfubootehrenmal.jpg|thumb|Seeadler auf dem Ehrenmal für die gefallenen deutschen U-Boot-Fahrer beider Weltkriege in Heikendorf bei Kiel (Schleswig-Holstein)]]

Durch die allmählichen Erfolge der alliierten Maßnahmen und zunehmender Verluste auf Seiten der Deutschen, verschob sich das Gleichgewicht alsbald und die deutsche U-Boot-Waffe konnte immer weniger mit dem technischen Fortschritt der Alliierten Schritt halten und sah sich immer mehr in die Defensive gedrängt und zum Reagieren auf den zunehmenden technischen Vorsprung des Gegners anstatt zum offensiven Agieren gezwungen.

Aus dieser Zeit stammen teilweise kurios anmutende technische Notlösungen gegen eine immer stärker werdende Abwehr:

Die Entwicklung der o.g. Technik zog sich teilweise bis zum Kriegsende hin, insbesondere das Walter-U-Boot kam niemals über ein Prototypenstadium hinaus. Als die 3 bedeutendsten deutschen U-Boot-Kommandanten im März 1941 fielen (Schepke, Prien) bzw. in Gefangenschaft gerieten (Kretschmer), waren die sogenannten "Goldene Zeiten" vorbei. Die Wende im U-Boot-Krieg trat im Frühjahr 1943 nach dem "Crescendo", den Geleitzugschlachten an den Konvois SC122 und HX229 ein, fortan gehörten die U-Boote zu den Gejagten.

Die Verluste aus dem U-Boot-Krieg sind enorm. Von den 41.300 Mann der deutschen U-Boot-Truppe sterben bis zum Ende des Krieges 28.728 Mann.

Siehe auch Second Happy Time (engl.) über die erfolgreichste Kampagne der deutschen U-Boot-Flotte während des Zweiten Weltkrieges.

Nach 1945

Obwohl sich der U-Boot-Krieg als sehr verlustreich herausgestellt hat, gewinnt der strategische Wert der U-Boot-Waffe mehr und mehr an Bedeutung im Kalten Krieg. Ziel der U-Boot-Entwicklung ist es nun, die Schwächen der Modelle des Zweiten Weltkriegs zu vermeiden. Dies zielt besonders auf extrem lange - und auch schnelle - Unterwasserfahrten sowie große Tauchtiefen ab. Die Entwicklung gipfelt in der Konstruktion von nukleargetriebenen U-Booten, die die geforderten langen Tauchzeiten erfüllen. Die USA sind bei dieser Entwicklung führend und am 21. Januar 1954 läuft das erste atomgetriebene U-Boot, die USS Nautilus vom Stapel. thumb|Angriffs-U-Boot USS Los Angeles Klasse Am 3. August 1958 passiert sie als wahrscheinlich erstes Wasserfahrzeug bei einer Tauchfahrt unter der Arktis den geographischen Nordpol. Am 23. Januar 1960 erreicht das Forschungs-U-Boot Trieste mit 10.916 Metern Tiefe den tiefsten Punkt der Erde. In den folgenden Jahren entwickeln sich die U-Boote schnell weiter. Sie werden immer größer und schlagkräftiger gebaut. Da es kaum noch spektakuläre "öffentliche" Entwicklungen in der U-Boot-Technik zu vermelden gibt, und die U-Boot-Waffe insgesamt als sehr geheim eingestuft wird, erfährt die Öffentlichkeit in den folgenden Jahrzehnten nur noch in Form von "Katastrophen" etwas über die modernen U-Boote. So kommt es beispielsweise am 9. April 1963 zu einem tragischen Unfall im Atlantik. Die USS Thresher zerbricht bei einem Tieftauchversuch in sechs Teile. Man geht heute davon aus, dass eine Hochdruckleitung platzte und so die Ballasttanks nicht mehr rechtzeitig ausgeblasen werden konnten. Am 8. März 1968 ereignet sich an Bord des sowjetischen U-Boots K-129 eine Explosion, worauf das U-Boot sinkt. 98 Mannschaftsmitglieder finden dabei den Tod. Dies ist gleichzeitig der Auftakt zum Jennifer-Projekt, dem geheimen Versuch der CIA, ein sowjetisches U-Boot aus über 5.000 Metern Tiefe zu bergen. Im Mai 1968 verschwindet die atomgetriebene USS Scorpion bei einer Fahrt von Gibraltar nach Norfolk nahe der Azoren. Bis heute gibt es verschiedene Spekulationen über das Verschwinden. Ausgehend von einer Kollision bis hin zu einem unkontrolliert losgelaufenen Torpedo. Die Aufzeichnungen des Kurses zeigen, dass letzteres der Wahrheit vermutlich am nächsten kommt. Am 2. Mai 1982 wird der argentinische Kreuzer Belgrano im Falklandkrieg durch einen Torpedo des britischen U-Boots HMS Conqueror versenkt. Am 12. August 2000 sinkt das russische U-Boot Kursk (K-141) infolge mehrerer Explosionen eigener Torpedos mit seiner gesamten, 118 Mann starken Besatzung. Im März 2004 wird das deutsche U-Boot U31 als modernstes U-Boot der Welt an die Deutsche Marine übergeben. U31 verfügt als erstes U-Boot über einen Hybridantrieb aus Elektro- und Brennstoffzellen-Antrieb und ermöglicht so monatelange Tauchfahrten mit einem deutlich reduzierten Sicherheitsrisiko gegenüber atomgetriebenen U-Booten. Die größten jemals gebauten U-Boote sind diejenigen des Projektes 941 Typhoon, Prototyp des sowjetischen U-Boots aus dem Spielfilm "Jagd auf Roter Oktober".

Technik

U-Boote unterscheiden sich durch einige Besonderheiten von gewöhnlichen Schiffen: Sie schwimmen nicht nur (an der Wasseroberfläche), sondern schweben im Wasser (Tauchfahrt). Bei Tauchfahrt, dem Hauptanwendungsgebiet, ist ihre gesamte Masse gleich der des verdrängten Wassers (Verdrängungsmasse; siehe auch Archimedisches Prinzip).

Dieser Zustand wird allerdings nie genau erreicht. Einerseits wirken sich selbst kleinste Unterschiede zwischen der U-Boot-Masse und der des verdrängten Wassers aus, andererseits verändert sich die Dichte des umgebenden Wassers laufend durch Wasseraustausch. Das U-Boot hat also immer eine Tendenz zu steigen oder zu fallen, wenn auch nur sehr langsam. Da diese Tendenzen aber in der Regel sehr gering sind, kann das U-Boot durch dynamischen Auftrieb mit Hilfe der waagrechten Tiefenruder seine Tiefe beibehalten oder verändern. Dies funktioniert allerdings nur, wenn das Boot fährt.

Schiffsrumpf

Die ersten Unterwasserfahrzeuge aus dem 15. bis 18. Jahrhundert waren nahezu ausnahmslos aus Holz und wurden - wenn überhaupt - nur durch Eisenzargen oder Nägel zusammengehalten. Oftmals wurden die Boote so gefertigt, dass man sinnbildlich auf ein normales Holzboot ein anderes Holzboot kielaufwärts montierte. In der Regel wurden die Holzspanten solcher Unterwasserfahrzeuge durch Pech versiegelt und zusätzlich mit einer Haut aus Leder zur Abdichtung komplett überzogen. Bei diesen "U-Booten" handelte es sich meist um so genannte "Einhüllenboote", bei denen die Tauchzellen innerhalb des Druckkörpers angebracht waren. Da die Zellen mit dem Außenwasser in Verbindung standen, mussten auch sie druckfest gebaut werden bzw. entsprechende Pumpen vorhanden sein. Erst als es Mitte des 19. Jahrhunderts technisch gelang, die Antriebsschraube sowie die Steuerruder derart an den Rumpf anzubringen, dass die Fahrzeuge autark fortbewegt und gesteuert werden konnten, ohne an der Oberfläche von einem Begleitfahrzeug gezogen zu werden, veränderte sich auch die Bauweise des Rumpfes. Nun wurden die Konstruktionen der Hüllen vermehrt durch Metalleinsätze verstärkt, und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten U-Boote mit einem kompletten Eisenrumpf gebaut. Aus dem Streben nach guter Seetauglichkeit bei Überwasserfahrt sowie dem Einsatz von U-Booten aus Eisen entstand schließlich das "Zweihüllenboot", bei dem die zunächst bootsähnlichen Tauchzellen um den zylindrischen Druckkörper herumgelegt wurden. Das Boot erhielt damit eine zweite Hülle. Da diese im Tauchzustand innen wie außen unter gleichem Druck stand, brauchte sie nicht besonders stark zu sein. Den durch Brennstoffverbrauch bedingten Gewichtsveränderungen begegnete man dadurch, dass das Treiböl in nicht druckfesten, unten offenen Bunkern auf Seewasser schwimmend gefahren wird.

Mit der nach bzw. während des Zweiten Weltkrieges zunehmenden technischen Entwicklung verschwand nach und nach der Überwasseraspekt des U-Bootes. Das Zweihüllenboot erhielt zunächst eine hydrodynamisch saubere, geglättete Form, und amerikanische Entwicklungen rund um das Versuchs-U-Boot Albacore führten schließlich zur heute überwiegend gebauten Tropfenform. thumb|Los Angeles Klasse Die Druckkörper moderner militärischer U-Boote halten normalerweise einem Wasserdruck von 600 Meter stand (zum Beispiel Bild U-Boot Los Angeles Klasse). In Anbetracht der Größe der Ozeane bedeutet dies, dass sie eigentlich nur knapp unter der Wasseroberfläche operieren können. Einige sowjetische Atom-U-Boote besitzen Druckkörper aus Titan und sind in der Lage, ca. 900 Meter tief zu tauchen. U-Schiffe des Typs Alfa kommen angeblich sogar unter 1.200 Meter. Spezielle zivile Tiefsee-U-Boote sowie Bathyscaphen sind in der Lage, jeden Punkt des Meeresbodens zu erreichen.

Bei modernen Booten werden die Einbauten, etwa Mannschaftsunterkünfte, Kommandozentrale, Antrieb usw. zunehmend akustisch entkoppelt, d. h., mit passiver und aktiver Dämpfung und Zwischenträgern am Rumpf aufgehängt bzw. angebracht. Mehrere konventionelle Propeller wurden durch einen einzigen vielflügeligen Propeller mit sieben (gelegentlich auch sechs) sichelförmigen Flügeln bzw. eine Propeller-Düse ersetzt. Ziel ist eine weitergehende Minimierung der Schallemission an das umgebende Wasser und die Lautlosigkeit des Bootes, wodurch es quasi "unsichtbar" wird (vergl. Stealth). Berichte über magnethydrodynamische Antriebe ("Raupenantrieb" bzw. MHA-ähnliche Technik) dürften allerdings eher der Belletristik zuzuordnen sein.

Steuerung

thumb|U-Boot Kontrollraum der USS Muskallunge (SS 262) U-Boote müssen in drei Dimensionen manövrieren können.

Antrieb

thumb|Maschinenraum in einem deutschen U-Boot (um 1919) Gewöhnliche Schiffsaggregate (Dieselmotoren, Gasturbinen) sind Verbrennungsmotoren und benötigen Luftsauerstoff für den Verbrennungsvorgang. Da im getauchten Zustand keine Luft zur Verfügung steht, kommen prinzipiell luftunabhängige Antriebe zur Anwendung. Die meisten U-Boote haben dennoch einen Verbrennungsmotor an Bord, der bei Überwasserfahrt den Generator zum Aufladen des Akkumulators für den elektrischen Antrieb antreibt.

Militärische U-Boote

thumb|right|russisches Patrouillen-U-Boot in Dänemark thumb|left|180px|Schallschatten eines U-Boots Viele Staaten besitzen militärische U-Boote, genaue Daten über die Zahlen sind jedoch oft geheim.

Die Stärke von U-Booten gegenüber Überwasserschiffen liegt darin, dass sie versteckt operieren und nur schwer entdeckt werden können.

Da U-Boote nicht optisch erfassbar sind, weil das Meer in größeren Tiefen dunkel ist und Radar unter Wasser nicht funktioniert, können sie auf größere Entfernungen nur akustisch lokalisiert werden, auf kurze Entfernungen auch durch die Erwärmung des Wassers durch den Antrieb oder eine Verzerrung des Magnetfeldes durch die Stahlhülle.

Deshalb wird bei der Konstruktion besonders darauf geachtet, dass ein U-Boot so leise wie möglich ist. Dies wird durch einen stromlinienförmigen Bootskörper und speziell geformte Schiffsschrauben ermöglicht.

Aufgaben und Arten von U-Booten

Die ursprüngliche Aufgabe von U-Booten war es, Überwasserschiffe zu bekämpfen. In dieser Rolle erlangten die U-Boote in beiden Weltkriegen ihre Bedeutung. Mit Beginn des Nuklearzeitalters kamen zwei weitere Hauptaufgaben hinzu: Strategische U-Boote wurden mit nuklearen Raketen ausgerüstet und dienten der nuklearen Abschreckung. Sie bildeten einen Teil der so genannten Erstschlagkapazität, konnten aber auch zur Zweitschlagkapazität gerechnet werden, die einen gegnerischen Angriff auf das eigene Land überleben und für einen Gegenschlag bereitstehen sollten. Gleichzeitig wurden zur Jagd auf gegnerische strategische U-Boote spezielle Jagd-U-Boote entwickelt. Für beide Aufgaben verwendete man in erster Linie, aber nicht ausschließlich, atomgetriebene U-Boote. In jüngster Zeit wurden Jagd-U-Boote mit nicht-nuklearem, außenluftunabhängigem Antrieb entwickelt. Bei der deutschen Marine und einigen Verbündeten werden derzeit Boote mit dem in Deutschland entwickelten Brennstoffzellen-Antrieb beschafft. In der Deutschen Marine sind es die U-Boote der Klasse 212, die nach und nach in Dienst gestellt werden.

Neben diesen klassischen Aufgaben hat die Aufklärung mit U-Booten an Bedeutung gewonnen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, ungesehen zu operieren und mit akustischen Sensoren sehr weit zu horchen, können U-Boote gerade in Szenarien unterhalb der Schwelle offener Konflikte wichtige Erkenntnisse sammeln. Eine weitere Sonderaufgabe ist der Einsatz von Kampfschwimmern vom U-Boot aus. Beide Aufgaben können von herkömmlichen oder speziellen U-Booten wahrgenommen werden.

Man kann unterschiedliche Typen von militärischen oder zivilen U-Booten unterscheiden, je nachdem welcher Zweck und welcher Auftrag dem jeweiligen U-Boot zukommt. Da U-Boote heute jedoch überwiegend militärisch eingesetzt werden, überwiegt in der nachfolgenden Liste der Anteil der diversen militärisch genutzten U-Boot-Typen:

Sensoren

thumb|Periskop auf einem U-Boot Für die Überwasserfahrt haben U-Boote heute Radar.

Zur Orientierung kann, wenn das U-Boot knapp unter der Wasseroberfläche schwimmt, ein Periskop ausgefahren werden, mit dem die Umgebung über Wasser erkundet werden kann.

Unter Wasser kann ein U-Boot andere Schiffe nur akustisch lokalisieren. Dies kann passiv über Hydrophone (Unterwassermikrophone) oder aktiv über Sonar geschehen, wobei das U-Boot seine Position mit dem Sonar selbst verrät.

Passive Sonaranlagen können auch an mehreren hundert Meter langen Kabeln als so genanntes Schleppsonar (engl. Towed Array) hinter dem U-Boot hergezogen werden. Dies bringt einige Vor- aber auch Nachteile mit sich. So vergrößert sich die Sensibilität des passiven Sonars erheblich, da einerseits wesentlich mehr Hydrophone am Schleppkabel angebracht werden können, und andererseits der Abstand zum Antrieb des U-Bootes die Störgeräusche reduziert. Dies führt zu einer signifikant gesteigerten Empfindlichkeit, welche eine erhöhte Horch-Reichweite und Peilgenauigkeit gewährleistet. Ein Nachteil des Schleppsonars besteht in seiner Länge (manche bis über einen halben Kilometer lang) und seinem Gewicht. Die Manövrierfähigkeit des U-Bootes wird dadurch eingeschränkt und ebenfalls die Geschwindigkeit, wobei letzteres das geringere Problem ist, da das Schleppsonar sowieso nur in langsamer Fahrt oder Schleichfahrt angewendet wird. Die Einholdauer des Schleppsonars ist abhängig von der Länge des Kabels und kann durchaus länger als eine Minute dauern, was in kritischen Situationen aber schon zu "lange" sein kann. Muss in einer Krisensituation schnell die Geschwindigkeit erhöht, ein enges Wendemanöver eingeleitet oder die Tauchtiefe rapide verändert werden, bleibt oftmals nichts anderes übrig, als das Schleppsonar zu kappen.

Ortungsschutz

Passiver Ortungsschutz

thumb|U-Boot-Bunker an der Adria in Albanien Grundsätzlich gilt, dass ein U-Boot um so schwerer zu lokalisieren ist, je kleiner und leiser es ist. Dieselelektrisch betriebene U-Boote haben deswegen im getauchten Zustand oft Vorteile gegenüber den wesentlich größeren Atom-U-Booten. Der Hauptvorteil von Atom-U-Booten sind ihre Ausdauer und Geschwindigkeit. Hohe Geschwindigkeiten verringern allerdings die Sensorenreichweite erheblich und vergrößern den Geräuschpegel. Zusätzlich verursacht die hohe Temperatur des Reaktors zahlreiche Probleme. Bei modernen Kernreaktoren kann bei geringer Leistungsabgabe die Kühlung allein durch Konvektion bewerkstelligt werden. Ansonsten sind Kühlwasserpumpen notwendig, welche Geräusche erzeugen, die sich über den Schiffskörper bis ins Wasser fortpflanzen und dort zu lokalisieren sind. Die Abwärme aus dem Kühlwasser von Kernreaktoren ist sogar durch Satelliten zu orten. Eine weitere Möglichkeit, die Eigengeräusche eines U-Bootes zu dämpfen, besteht darin, alle Maschinen auf einer freischwingenden, gummigelagerten Plattform aufzubauen, um so die Geräuschübertragung auf den restlichen Schiffskörper zu vermindern. Speziell geformte Propeller sorgen für eine Minimierung von Kavitationsgeräuschen.

Neben der Dämpfung der Eigengeräusche kommen auch Maßnahmen zum Einsatz, welche die Ortung durch feindliches Sonar erschweren sollen. So dämpft eine Opanin-Hülle, eine ca. 4 mm dicke Gummibeschichtung, die Schallrückstrahlung im Frequenzband zwischen 10 und 18 kHz bis auf 15 %. Die Wirkung des Schutzmittels ist dabei stark abhängig von Salzgehalt, Luftgehalt und Temperatur des Wassers.

Aktiver Ortungschutz, aktive Gegenmaßnahmen

Ein Schutzmittel besteht im Ausstoßen von Täuschkörpern ("Bolden"). Ein Täuschkörper ist ein Auftriebskörper, der Kalziumhydrid (CaH2) enthält und vom U-Boot ausgestoßen werden kann. Er schwebt im Wasser und erzeugt dabei Wasserstoffblasen,
CaH2 + 2 H2O = Ca(OH)2 + 2 H2
die für die Sonarortung ein Scheinziel vortäuschen sollen, hinter dem das gefährdete U-Boot ablaufen kann. Ein anderes Mittel ist das Ausstoßen oder Nachschleppen von Täuschkörpern, die die Geräusche des U-Bootes bzw. dessen Antriebs imitieren und so herannahende Torpedos in die Irre führen sollen.

Gegen fliegende U-Boot-Jäger sind zwischenzeitlich torpedorohrgestartete Flugkörper in der Entwicklung bzw. im Einsatz, analog etwa zur früheren Flak. Über den möglichen zukünftigen Einsatz von "intelligenten" Torpedos als weitreichende Minen, als selbstlaufende Störkörper, als Minenräum-, Kommunikations- bzw. Aufklärungsmittel kann ebenso nur spekuliert werden wie über den Einsatz raketengetriebener "Kavitationsblasentorpedos" auch gegen gegnerische Torpedos.

Kommunikation

Die Kommunikation mit getauchten U-Booten ist sehr problematisch. Ausschließlich die Supermächte verfügen über die Technologie, wenige Daten zwischen U-Booten und Flugzeugen über große Entfernungen auszutauschen, indem beide sehr lange Antennen hinter sich herziehen. Um große Datenmengen auszutauschen, sind U-Boote gezwungen, sich der Wasseroberfläche zu nähern und sie mit konventionellen Antennenmasten zu durchdringen. Dies wiederum erleichtert ihre Ortung. Versuche, das Kommunikationsproblem durch satellitengestützte Laser zu lösen, wurden wahrscheinlich nach dem Ende des Kalten Krieges aufgegeben. Mit einem getauchten U-Boot zu kommunizieren ist fast unmöglich, da nur extrem langwellige Radiosignale das Wasser durchdringen können. Die USA benutzen extrem leistungsstarke Längstwellensender mit Frequenzen um 20 kHz, um Nachrichten an getauchte Boote auszusenden. Die Datenrate ist extrem gering. Es können nur einige Zeichen pro Stunde übertragen werden. Meistens wird das U-Boot dadurch zum Abrufen von Nachrichten vom Satelliten aufgefordert. Längere Nachrichten an ein U-Boot werden auf einen Satelliten gespeichert und heruntergeladen (in Sekundenschnelle!), wenn das Boot knapp unter der Meeresoberfläche einen Antennendraht hinter sich herzieht. Ansonsten gibt es für ein getauchtes U-Boot noch die Möglichkeit, eine Funkboje mit der gespeicherten Nachricht aufsteigen zu lassen, die dann zum Beispiel an einen Satelliten gesendet wird. Das ist das übliche Verfahren bei Notsituationen, in denen das Boot auf den Meeresgrund gesunken ist und Hilfe von außen benötigt wird.

Über sehr kurze Entfernungen können akustische Unterwassertelefone (Gertrude) zum Einsatz kommen. Außerdem lassen sich Informationen durch Sonar in Form von Morse-Nachrichten austauschen. Bei zivilen Tauchbooten bietet es sich oft an, auf eine Kabelverbindung zurückzugreifen.

Bewaffnung

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Virginia-Klasse feuert einen Torpedo (Grafik)
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Ohio-Klasse feuert zwei Trident Interkontinentalraketen ab (Grafik)

Torpedos sind die bekannteste Waffe militärischer U-Boote. Aus den Torpedorohren moderner U-Boote können aber auch Flugkörper gestartet werden. Das gängigste Prinzip hierbei ist es, einen Flugkörper, der auch von Überwasserschiffen gestartet werden kann, in einen zylindrischen Container zu verstauen. Dieser Container verlässt das U-Boot auf die gleiche Art und Weise wie ein Torpedo und durchstößt die Wasseroberfläche; danach gibt er den Flugkörper frei. Solche Flugkörper werden überwiegend gegen Schiffe eingesetzt. Es gibt aber auch Flugkörper (z. B. die amerikanische SUBROC), die einen Torpedo mit sich führen, der gegen gegnerische U-Boote eingesetzt werden kann. Hierdurch werden wesentlich größere Reichweiten erreicht, als wenn das gegnerische U-Boot direkt mit Torpedos beschossen würde.

Auch Marschflugkörper gegen Landziele können aus Torpedorohren gestartet werden. Allerdings werden sie überwiegend aus senkrechten Startschächten abgefeuert, um die Anzahl der mitgeführten Torpedos nicht reduzieren zu müssen.

Ballistische Flugkörper werden grundsätzlich aus senkrechten Schächten gestartet, da sie wesentlich größere Durchmesser als Torpedos haben.

Überwasserbewaffnung haben moderne U-Boote nicht oder kaum (verschiedene Flugabwehr-Raketenstarter z. B. zum Einbau in den Turm existieren), da sie ausschließlich unter der Wasseroberfläche operieren. Die Tatsache, dass sich U-Boote fast nicht gegen U-Jagd-Hubschrauber und -Flugzeuge (siehe ASW) verteidigen können, bedingt die Entwicklung von Flugabwehrwaffen, die von getauchten U-Booten aus einsetzbar sind. Einsatzbereite Technologien sind aber nicht bekannt.

Rettungsmittel

Wie Katastrophen, wie bei der Thresher oder der Kursk, zeigen, kommt es immer wieder zu Unglücksfällen, selbst in Friedenszeiten. Um wenigstens die Besatzung zu retten, hat man verschiedene Rettungsmittel entwickelt:

U-Boote der Bundeswehr

Die Deutsche Marine als Teilstreitkraft der Bundeswehr verfügt über U-Boote mit Diesel- und mit Brennstoffzellenantrieb, nicht jedoch über Atom-U-Boote. Vertragliche Beschränkungen nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubten Deutschland zunächst nur Boote mit maximal 500 Tonnen Verdrängung. In dem vorgesehenen Operationsgebiet Ostsee und Nordsee waren derartige sehr kleine, leise und auch für den Einsatz auf flachem Wasser ausgelegte U-Boote eine sehr wirksame Waffe. Die seinerzeit 24 U-Boote der Bundesmarine - im NATO-Bündnis ergänzt durch sechs ähnliche Boote der dänischen Marine - spielten während der Zeit des Ost-West-Konflikts eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der deutschen und dänischen Ostseeküste gegen amphibische Landungen der Marinen des Warschauer Pakts. Die Bedeutung der U-Boote kann man daran erkennen, welchen Aufwand die Marinen des Warschauer Pakts betrieben, um ihre Landungsverbände gegen diese U-Boote zu schützen. Sie unterhielten etwa 150 U-Jagdflugzeuge und 75 Schiffe mit der Hauptaufgabe U-Jagd; 800 U-Bootfahrer im Westen banden etwa 15.000 Marinesoldaten im Osten.

Mit den veränderten politischen Verhältnissen haben sich auch die Aufgaben der Deutschen Marine verändert. Die neuen Boote mit Brennstoffzellenantrieb (U-Boot Klasse 212) dienen vornehmlich der Bekämpfung anderer U-Boote und der unbemerkten Aufklärung. Sie sind für den weltweiten Einsatz vorgesehen. Auf den Bau von Atom-U-Booten wird verzichtet, da dies in Deutschland politisch nicht akzeptabel und viel zu teuer ist. Die Einführung und Fortentwicklung der Brennstoffzellentechnologie verhilft der deutschen Werftindustrie zu neuen Exportaufträgen (Typ 214 für Griechenland und Südkorea).

Zivile U-Boote

thumb|right|US-Forschungs-U-Boot Pisces IV wird von ihrem Versorgungsschiff herabgelassen

[[Bild:Tauchroboter_01_KMJ.jpg|thumb|Tauchroboter KRAKEN MAX ROVER]]

thumb|Handels-U-Boot Deutschland (U "Deutschland")

Literatur

Siehe auch

Weblinks

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See also: U-Boot, 1. Februar, 12. August, 14. Dezember, 1405, 15. Jahrhundert, 1515, 1604