Über-Ich

Das Über-Ich ist als moralische Instanz oder auch Gewissen im Freudschen Dreiinstanzenmodell (Es, Ich und Über-Ich) zu verstehen. Es wird in der frühen Kindheit durch vorwiegend unbewusste Introjektion gebildet und enthält die (moralischen) Normen, Wertvorstellungen etc. der kulturellen Umgebung, in der das Individuum aufwächst.

Wenn ein Mensch zu denken beginnt, geschieht das bereits unter der Ägide "seines", richtig: des ihm introjizierten Über-Ichs und der darin enthaltenen grundsätzlichen Werthaltungen. Weil er diese aber als seine ureigenen empfindet und weil er seine persönliche Identität aus ihnen bezieht, kann er sich später allein durch rationales Denken nur sehr bedingt von ihnen distanzieren oder gar emanzipieren. Es ist deshalb verwunderlich, dass der Begriff des Über-Ichs in der Philosophie bzw. Metaphilosophie (als welche ja viele Philosophien auftreten) kaum eine Rolle spielt. Bernd A. Laska hat vermutlich deshalb das Über-Ich zum zentralen Begriff seines "paraphilosophischen" LSR-Projekts gemacht.  

Weblinks

See also: Über-Ich, Emanzipation, Es (Psychoanalyse), Gewissen, Ich, Identität, Individuum, Introjektion, Kindheit, Moral