Ubiquitär
Ubiquitär (Adj.) (aus dem Lateinischen) steht für 'überall vorkommend' oder 'allgemein verbreitet, allgegenwärtig'. Der Begriff wird z.B. in der Biologie verwendet, um die weltweite Verbreitung einer Pflanzen- oder Tierart zu beschreiben. Diese Arten nennt man dann auch Ubiquisten.
In der Ökologie dient das Wort zur Kennzeichnung mancher Substanzen, werden diese Stoffe in großer Menge verwendet und sind relativ reaktionsträge, so können sie sich in der gesamten Umwelt stark ausbreiten bevor sie abgebaut werden; man bezeichnet sie dann als ubiquitär. Ein Beispiel sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), oder auch bestimmte Schwermetalle wie Cadmium, die sich nahezu gleichmäßig über die gesamte Erdatmosphäre verbreitet haben.
In der Informationstechnologie versteht man unter Ubiquitärem Computing den nächsten Sprung in der Beziehung von Menschen zu Computern. Zuerst gab es nur Großrechner, die jeweils von mehreren Menschen gleichzeitig genutzt wurden. Zur Zeit sind wir in der Phase des Personal Computings, in der der Mensch überwiegend mit einem dedizierten PC arbeitet. In der nächsten Phase wird ein Mensch dann unzählige Computer gleichzeitig benutzen. Der Computer als universelles Gerät tritt immer mehr in den Hintergrund und ist in Form unzähliger kleiner, vernetzter Geräte in den Alltag der Menschen integriert.
In der (volkskundlichen) Erzählforschung spricht man von einer "ubiquitären Erzählung", wenn diese weltweit verbreitet ist.
Unter Ubiquität versteht man die theologische Allgegenwart, die biologische oben erläuterte Allgegenwart oder in der Ökonomie überall erhältliche Ware.
