1,1-Dimethylhydrazin
| Strukturformel | |
|---|---|
| Allgemeines | |
| Name | 1,1-Dimethylhydrazin |
| Andere Namen | UDMH, Unsymmetrisches Dimethylhydrazin |
| Summenformel | C2N2H8 |
| CAS-Nummer | 57-14-7 |
| Kurzbeschreibung | |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 60,10 g/mol |
| Aggregatzustand | flüssig |
| Dichte | 791,4 kg/m³ |
| Schmelzpunkt | 216 K (-58 °C) |
| Siedepunkt | 337 K (63,9 °C) |
| Dampfdruck | 1,6 * 104 Pa (20 °C) |
| Löslichkeit | |
| Sicherheitshinweise | |
| Gefahrensymbole | |
| 80px|F80px|T | |
| R- und S-Sätze | |
| MAK | |
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Soweit möglich und gebräuchlich, wurden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen. | |
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
1,1-Dimethylhydrazin wird seit den 1950ern aufgrund seiner Lagerfähigkeit zusammen mit Distickstofftetroxid als Raketentreibstoff verwendet.
Vorkommen und Verhalten in der Umwelt
Es sind keine natürlichen Quellen von 1,1-Dimethylhydrazin bekannt. Aufgrund seines niedrigen Dampfdrucks und seiner hohen Reakativität (insbesondere gegenüber Ozon) ist eine weiträumige Verteilung bei Eintrag in die Umwelt nicht zu erwarten, und es erfolgt ein schneller Abbau.
Gewinnung/Darstellung
1,1-Dimethylhydrazin kann aus einer katalysierten Reaktion zwischen Dimethylamin und Ammoniak hergestellt werden. In Deutschland wird es nicht mehr hergestellt.
Eigenschaften
Physikalisch/Chemische Eigenschaften
Farblose, fischartig riechende Flüssigkeit, die an der Luft raucht. Die Dämpfe von 1,1-Dimethylhydrazin können die Haut und die Schleimhäute (Augen, Atemwege) reizen bzw. bei starker Belastung verätzen.
H CH3
\ /
N-N
/ \
H CH3
Verwendung
- Zur Herstellung von Farbstoffen, Arzneimitteln und Chemiefasern.
- Als Gasabsorptionsmittel für Kohlendioxid und Schwefeldioxid.
- Als verbrennliche Komponente (Heptyl, russ.) von flüssigen Raketentreibstoffen in Kombination mit Distickstofftetroxid (Amyl, russ.) oder IRFNA (AK-27I oder Mélange, russ.) als Oxidationsmittel. Im 1.Golfkrieg eingesetzte sowjetische Scud-Raketen enthielten je 1000 kg UDMH und 3500 kg IRFNA. Infolge zahlreicher Raketenstarts über dem Festland sind ca. 2% des russischen Gebiets mit UDMH verseucht, was zu zahlreichen schweren Erkrankungen in der Bevölkerung geführt hat.
Physiologie
1,1-Dimethylhydrazin wird leicht über die Haut aufgenommen und hat sich im Tierversuch als eindeutig krebserzeugend erwiesen.
Nachweis
Sicherheitshinweise
Literatur
Wiki-/Weblinks
Siehe auch:
- Chemikalienliste
- WikiProjekt Chemikalien
- Portal Chemie
