Umweltökonomie
Umweltökonomie ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaft, die sich aus ökonomischer Sicht mit der Frage nach den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten von Umweltproblemen befasst.
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Volkswirtschaftliche Umweltökonomie
Ausgangspunkt der Überlegungen hinsichtlich der Ursachen von Umweltproblemen ist dabei der Widerspruch, dass natürliche Ressourcen (wie etwa saubere Luft, reines Wasser etc.) einerseits zwar durch die zunehmende Umweltbelastung zu einem knappen, also nicht (mehr) unbegrenzt verfügbarem Gut geworden sind, sie andererseits gleichzeitig aber immer noch den Charakter freier bzw. öffentlicher Güter aufweisen. Vor diesem Hintergrund droht überall dort, wo die Nutzung von Umweltleistungen nicht geregelt ist, ihre fortwährende Ausbeutung durch Übernutzung, welche dadurch angereizt und bestärkt wird, dass aufgrund des Charakters von Umweltleistungen als öffentliches Gut die Möglichkeit zur Kostenexternalisierung bzw. zur Einnahme sogenannter "Trittbrettfahrerpositionen" besteht.
Die Lösungsmöglichkeit von Umweltproblemen liegt in dieser Perspektive auf der Hand: Gelingt es, Umweltleistungen durch ihre Integration in den Markt, also durch Verpreisung, ihrer Knappheit entsprechend zu wirtschaftlichen Gütern zu machen, so werden die bisher in Richtung Missbrauch und Übernutzung fehlgeleiteten Anreize in Richtung eines schonenden, haushälterischen Umgangs mit natürlichen Ressourcen umgepolt. Anders ausgedrückt: Erst wenn die Marktpreise, wie es Ernst Ulrich von Weizsäcker ausdrückt, die volle ökologische Wahrheit sagen, wird die Knappheit und Kostbarkeit natürlicher Ressourcen bewusst und zum Gegenstand alltäglicher wirtschaftlicher Entscheidungen. Selbst ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein hingegen wird diesen Effekt nicht oder allenfalls in kurzfristiger oberflächlicher Weise herbeiführen können.
Instrumente, die die geforderte Marktintegration natürlicher Ressourcen leisten, nennt man marktorientierte Instrumente der Umweltpolitik. Beispiele hierfür sind Ökosteuern oder der Handel von Emissionsrechten. Vorteil solcher Lösungen ist der von Ihnen ausgehende dynamische ökonomische Anreiz für Unternehmen wie Haushalte, im Interesse der eigenen Kostenersparnis weitere Umweltschutzmaßnahmen durchzuführen, zumindest so lange, wie die Grenzkosten zusätzlichen Umweltschutzes nicht die Grenzkosten zusätzlicher Umweltbelastung überschreiten (was sich durch eine Verschärfung von Steuersätzen oder Verknappung von Verschmutzungsrechten steuern lässt). Ordnungsrechtliche Instrumente der Umweltpolitik hingegen (Gesetze und Verordnungen, die z. B. gewisse Verhaltensweisen oder Grenzwerte staatlicherseits vorschreiben) werden nur dort akzeptiert, wo sie zur kurzfristigen ökologischen Gefahrenabwehr dienen (z. B. FCKW-Verbot), ansonsten jedoch mit dem Verweis auf das Fehlen dynamischer Umweltschutzanreize als ineffizient beurteilt und daher abgelehnt.
Betriebswirtschaftliche Umweltökonomie
Die betriebliche Umweltökonomie untersucht die Auswirkungen zwischen der Umweltbelastung eines Unternehmens und seinem wirtschaftlichen Erfolg. Neben der Frage, wie die Erfüllung gesetzlicher Auflagen oder eigener Umweltziele möglichst kosteneffizient bewältigt werden kann, geht die Umweltökonomie auch der Frage nach, inwieweit ein Unternehmen ökologische Aspekte gezielt als Wettbewerbsvorteil nutzen kann.
Literatur
- Altmann, Jörn: Umweltpolitik, Daten, Fakten, Konzepte für die Praxis, Stuttgart 1997, ISBN 3-8252-1958-5
- Binder, Klaus Georg: Grundzüge der Umweltökonomie, München 1999, ISBN 3-8006-2232-7
- Frey, Bruno S.: Umweltökonomie, 3., erw. Auflage, Göttingen 1992, ISBN 3-525-33581-4
- Jaeger, Franz: Natur und Wirtschaft. Ökonomische Grundlagen einer Politik des qualitativen Wachstums, Cur/Zürich 1993, ISBN 3-7253-0405-X
- von Weizsäcker, Ernst Ulrich: Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt, 4., akt. Auflage, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-80144-X
- Wicke, Lutz: Umweltökonomie. Eine praxisorientierte Einführung, 4. Auflage, München 1993, ISBN 3-800-61720-X
Weblinks
- Deutsches Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
- Umweltbundesamt (Deutschland)
- Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (Deutschland)
- Umwelt- und Prognose-Institut UPI
- Seite des BUND zur Ökosteuer
- Förderverein ökologische Steuerreform FÖS
- Linkliste Pro/Contra Ökosteuer
Verwandte Themen
Umweltpolitik, Umweltbewusstsein, Externe Kosten, Ökosteuer, Emissionsrechtehandel
